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Verfasst am 05.03.2011 14:47:17 Uhr
Mongolische Grammatik: die Beugung (Konjugation) von Tätigkeitswörtern (Verben)

Für mich als Sprachanfänger sieht es nach ersten Studien so aus, als wenn der Gebrauch im Mongolischen einfacher als im Türkischen sei, womit ich seit 4Jahren (mit Mühe!) immer noch nicht fertig bin.

Es gibt (ohne Gewähr! Kann Deutungsfehler enthalten! Sortierung/Verlinkung unvollständig):Doch wie es wirklich ist, hierüber sind die Studienmaterialien noch sehr dürftig.

Meistens ist nur die Infinitivform in Wörterbüchern gelistet. Man erkennt sie am endständigen "х" (ausgesprochen: "kh"), dem ein Vokal vorausgeht:
  • -ах, -аах
  • -эх, -зэх
  • -их, -ийх
  • -ох, -оох
  • -өх, -өөх
    bzw. anderer Schriftcode:
    -ɵх, -ɵɵх
  • -ух, -уух
  • -үх, -үүх
Falls der Verbstamm...
  • 1: ... auf Vokal oder Diphthong (=Doppelvokal) endet, wird ein "-х" an den Stamm angehängt:
    • "-х": z.B. "байх" (mon.) = "sein" (dts.)
  • 2: ... auf "-ж", "-ч" oder "-ш" endet, wird immer ein Füllvokal "-и" und daran das "-х" angefügt:
    • "-их": ... ??
  • 3: nicht wie unter 2 kategorisiert ist, sondern auf einen anderen Konsonanten endet, wird ein lautharmonisch passender Füllvokal und daran dann "-х" angefügt:
    • "-ох": s.u.
    • ... ??
Mein Beispielverb "олох" (mon.) kann "finden" (dts.) heissen. Sein Verbstamm lautet "ол-", weswegen beim Infinitiv das "-о" als Füllvokal vor dem endständigen "-х" angefügt wird.
Ob sich diese Infinitivform sprachevolutionsmäßig selbstständig entwickelt hat oder von den so gesprochenen "-mak" bzw. "-mek"-Formen der Turksprachen inspiriert worden ist oder diese inspiriert hat, indem das "m" durch die Gobihitze ausgetrocknet oder durch die sibirischen Kälte eingefroren ist, darüber darf wild spekuliert werden. Vielleicht hat auch ein Turkstämmiger dem Mongolen ein "-mok" zugerufen und durch den Steppenwind hat der Mongole nur ein "-ох" verstanden?

Der Imperativ (die Befehlsform) entspricht dem Verbstamm. Nach Lit.1» und Lit.2» werden verschiedene Intensionen des Imperativs meistens ebenfalls durch lautharmonische Suffixe dargestellt:
Deutsch Mongolisch Anm.
lateinschriftlichkyrillschriftlich
... ...! ...! Verbstamm
... nicht!
wfw: mache_nicht ...!
bitgii ...!
...-guʻi baina!
битгий ...!"
...-гүй байна!
L1»
L4»
...!
... bitte! (s.u.)
...-aarai!
...-eerei!
...-ooroi!
...-oʻoʻroʻi!
...-аарай!
...-ээрэй!
...-оорой!
...-өөрөй! (*)
(verbindliche Empfehlung / höfliche Einladung:) L2» (2P)(T3)
(Bitte:) L1»
...! ...-maar!
...-meer!
...-moor!
...-moʻoʻr!
...-maar baina!
...-meer baina!
...-moor baina!
...-moʻoʻr baina!
...-маар!
...-мээр!
...-моор!
...-мөөр! (*)
...-маар байна!
...-мээр байна!
...-моор байна!
...-мөөр байна! (*)
(unverbindlicher Wunsch:) L1» (T3)
L4» (T3)
...!
... bitte! (s.o.)
...-aach!
...-eech!
...-ooch!
...-oʻoʻch!
...-аач!
...-ээч!
...-ооч!
...-өөч! (*)
(dringliche Aufforderung:) L1» (T3)
(Bitte:) L2»(2P)
...! ...-ya!
...-ya!
...-ya!
...-ye!
...-ye!
...-ye!
...-yo!
...-yo!
...-yo!
...
...-я
...-ъя
...-ья
...-е
...-ъе
...-ье
...-ё
...-ъё
...-ьё
...
(Wunsch:) L2» (1P)
...! ...-aasai
...-eesei
...-oosoi
...-oʻoʻsoʻi
...-аасай
...-ээсэй
...-оосой
...-өөсөй (*)
(Optativ/Hoffnung:) L2» (3H)(T3)
...! ...-uuzai ...-уузай (keine Lautharmonik;
Exklusiv-Empfehlung:)
L2» (2E,3E)
...! ...-gtun
...-agtun
...-egtun
...-ogtun
...-gtun
...-гтун
...-агтун
...-эгтүн
...-огтун
...-өгтун (*)
(Segen/Gruß:) L2» (2S)(T3)
...! ...-g
...-ag
...-eg
...-og
...-g
...-г
...-аг
...-эг
...-ог
...-өг (*)
(Wunsch:) L2» (3A)(T3)
Anm.:
Fülllaute sind rot,fett markiert
(*) auf eine alternative Codierung mit Hilfe von ɵ wurde verzichtet
L?» = Kurzform für Lit.?»
(T3) = Lautharmonik gemäß tabellierter Zuordnung T3
1P = Wunsch der 1.Person "lass mich ... (tun)!"
2P = Wunsch/Befehl/Bitte/Ermunterung usw. an 2.Person "tue du ...!"
3H = Hoffnung an 3.Person "hoffe(ntlich), es geht/tut/macht ... (es)"
2E,3E = Ausschluss-Empfehlung an 2./3.Person "es empfiehlt sich, ... nicht zu tun/zu unterlassen" oder "es empfiehlt sich nicht, ... zu tun"
2S = Segen(s-/)Gruß an 2.Person "tue ... mit Gott!"
3A = Wunsch an 3.Person "tue IHM/IHR ... !"
Zu meinem Beispielverb gibt es nur eine mongolische Imperativform
"ол!" (mon.)
... für die vielen deutschen Imperativformen:
"finde (du)",
"findet ihr",
"lasst uns finden!",
"finden Sie!"
Ob "оло" ein Tippfehler, russischen Ursprungs oder von anderer Bedeutung ist, bleibt unklar.
Deutsch Mongolisch
lateinschriftlichkyrillschriftlich
finde nicht! bitgii ol!битгий ол!"
Finde bitte!ol-ooroi!олоорой!
finde bitte nicht! bitgii olooroi!битгий олоорой!"
mögest du finden! ol-moor!олмоор!
Bitte finde;

bitte finde dringend!
ol-ooch!олооч!
lass mich finden! ol-ja олъя!
du/es findet (sich) hoffentlichol-oosoi олоосой
es empfiehlt sich nicht, zu finden;
es empfiehlt sich, nicht zu finden
ol-uuzai олуузай
finde mit Gott! ol-ogtun ологтун
finde IHM/IHR! ol-og олог
Anm.: hier in der 'Deutsch'-Spalte ist zwecks Übersichtlichkeit stellvertretend für alle Personen-Formen nur die Form der 2.Person Singular gelistet.
Die Sequenz "олаарай" ergibt nur als "ола арай" interpretierte google-Fundstellen russischer Webseiten. Die Sequenz "олаач!" ergibt keine google-Fundstelle. "оля" wird meist nur (als Name?) großgeschrieben ergooglet.
Bis auf Ausnahmen, die aus dem Altmongolischen ableitbar sind und separat gelernt werden müssen, wird die Präsens-Verlaufsform wie folgt gebildet:
falls der Verbstamm ...
  • 1: ... auf Vokal oder Diphthong (=Doppelvokal) endet, wird ein "-ж" an den Stamm angehängt:
    • "-ж": z.B. "байж байна" (mon.) = "bin/(b)ist/sind/seid (gerade/momentan)" (dts.)
  • 2: ... auf "-ж", "-ч" oder "-ш" endet, folgt als Füllvokal immer "-и", woran "-ж" angehängt(/angehangen) wird:
    • "-иж": ... ??
  • 3: ... auf "-л" oder "-м" endet, wird direkt "-ж" ohne Füllvokal angehängt:
    • "-ж": s.u.
  • 4: ... auf "-в", "-г" oder "-р" endet, wird direkt "-ч" ohne Füllvokal angehängt:
    • "-ч": ... ??
  • ... nicht wie unter 1 bis 4 kategorisiert ist, wird ein lautharmonisch passender Füllvokal und daran dann "-ж" angehängt:
    • ... ??
Diese mongolische Verlaufsform muss immer zusammen mit einem zweiten (nachfolgenden) indikativen Verb stehen, weswegen man diese Verlaufsform auch Konverb nennt. Speziell die "-ж"-Form drückt eine unvollständige Tätigkeit aus und wird deshalb imperfektives Konverb genannt. Zwei Hauptsätze werden meistens anstatt mit "ба" / "бɵгɵɵд" / "бөгөөд" (mon.) = "und" (dts.) über eine Satzkonstruktion zusammen mit einem Imperfektiven Konverb verbunden, so dass der Satzteil mit dem satzteilendständigen (finiten) Konverb einen Nebensatz darstellt.
Zu meinem Beispielverb ist die Verlaufsform
"олж байна" (mon.) = "finde(n/st/t) (gerade/momentan)" (dts.) = wort-für-wort (wfw:) "am_finden" + "ist",
obwohl im Internet auch "олож байна" gelistet ist (unklar).
Das (deutsche) Partizip Präsens entspricht in ihrer übersetzten Form der mongolischen Präsens-Verlaufsform. Vergleiche hierzu das Präsens Continuativo. Partizipien sind formal Verbalnomen und können wie Adjektive dekliniert werden.
Zu meinem Beispielverb ist die Präsens-Verlaufsform
"олж" (mon.) = "findend" (dts.)
Das Partizip (Fortsetzungs-)Präsens Continuativo (Lit.»2) entspricht in ihrer übersetzten Form dem deutschen Partizip Präsens. Vergleiche hierzu die mongolische Präsens Verlaufsform. Mögliche lautharmonische Suffix-Formen können sein:
  • "-аа": ... ??
  • "-ээ": z.B. bei "бичээ (mon.) = "schreibend" (dts.)
  • "-оо" ... ??
  • "-өө" ... ??
Zu meinem Beispielverb müsste das Partizip (Fortsetzungs-)Präsens lauten:
"олоо" (mon.) = "findend" (dts.)
Der Habituale Präsens für wiederholte, regelmäßig immer wiederkehrende Tätigkeiten kann durch Anhängen von folgenden lautharmonischen Suffixen (nebst lautharmonischer Fülllaute) gebildet werden:
"-г" bzw. "-д?г"
  • "-г"
  • "-аг"
  • "-эг"
  • "-ог"
  • "-өг"
  • "-даг"
  • "-дэг"
  • "-дог"
  • "-дөг"
Die Verneinung geschieht (nach Lit.3») durch zusätzliches Anhängen von Suffix "-гүй":
  • "-ггүй"
  • "-аггүй"
  • "-эггүй"
  • "-оггүй"
  • "-өггүй"
  • "-даггүй"
  • "-дэггүй"
  • "-доггүй"
  • "-дөггүй"
Ob es lautharmonisch weitere Suffixe gibt, ist noch unklar.
Zwei Beispielverben:
"суудаг" (mon.) = "trink-e/en/st/t (immer)" (dts.)
"олог" (mon.) =?= "find-e/en/st/t (immer)" (dts.)

Das Präsens-Futur (Imperfektiv): das erzeugende Suffix folgt einer vierzähligen Lautharmonie und wird an den Verbstamm angehängt. Ob die Tätigkeit jetzt oder in Zukunft passiert, hängt vom Zeitattribut (z.B. heute, morgen) ab. Es gibt:
  • "-на": z.B. "байна" (mon.) = "bin/(b)ist/sind/seid" (dts.)
  • "-нэ": ... ??
  • "-но": s.u.
  • "-нө": ... ??
Für mein Beispielverb lautet die imperfektive Präsensfutur-Form
"finde, finden, findest, findet (bis in Zukunft)" (dts.) = "олно" (mon.),
obwohl auch "олоно" und "олона" im Internet gelistet ist (unklar)
Das Präsens-Futur (Perfektiv): hierzu listet Lit.1» nur einen lateinschriftlichen Suffix "-laa". Vermutlich ist diese "-laa"-Form für eine Tätigkeit im Futur reserviert, während die anderen Suffixe "-lee, -loo" (nach Lit.2») für eine andere Zeitform gelistet sind (siehe unter 'Selbsterlebte/Bezeugte Vergangenheit' zitierter Suffix "-lee"). Also muss ich hier noch Daten sammeln (#1):
  • "-лаа": z.B.
    • "явлаа" (mon.) = "werde(n/t)/wird/wirst gehen" (dts.)
    • "байлаа" (mon.) = "werde(n/t)/wird/wirst sein" (dts.)
  • "-лээ": ==> siehe (#2)
  • "-лоо": ==> siehe (#2)
  • ... ?? ==> siehe (#2)
Zu meinem Beispielverb könnte das Perfektive Präsensfutur lauten:
"оллаа" (mon.) = "werde(n/t)/wird/wirst finden" (dts.)
Keinen google-Sucherfolg gab es bei "оллээ".
"оллоо" ==> siehe (#2)
Das Partizip Perfekt ordnet Lit.1» unter dem Begriff 'Partizip der Vergangenheit' oder Perfektiv ein und verwendet als lexikalisches Suffix lateinschriftlich "-san". Hierfür bleibt mir mangels einer zuverlässigen Grammatikvorlage nur das Sammeln von weiteren Daten. Mögliche Suffixe sind:
  • "-сан": ... ??
  • "-сэн": z.B. "хэмжсэн" (mon.) = "gemessen" (dts.)
  • "-сон": s.u.
  • "-сөн": z.B. "төрсөн" (mon.) = "geboren" (dts.)
Zu meinem Beispielverb ist das Partizip Perfekt(Aktiv)
"олсон" (mon.) = "gefunden" (dts.)
Es gibt im Mongolischen eine "Bestimmte Vergangenheit", die eine kürzlich abgeschlossene Tätigkeit ausdrückt und mit dem deutschen Imperfekt vergleichbar ist. Sie wird hautpsächlich im Geschriebenen Mongolisch oder bei Fragen (nach Lit.2»(S.42+43;PDF-S.23)) verwendet. Es gilt: falls der Verbstamm ...
  • 1: ... auf Vokal oder Diphthong (=Doppelvokal) endet, wird ein "-в" an den Stamm angehängt:
    • "-в": z.B.: "байв" (mon.) = "war-(s)t/en" (dts.)
  • 2: ... auf "-ь" endet, wird "ь" durch den Füllvokal "и" ersetzt und daran ein "-в" angehängt.
  • 3: ... auf "-ч" oder "-ш" endet, folgt als Füllvokal immer "и", woran "-в" angehängt wird.
  • ... nicht wie unter 1 bis 3 kategorisiert ist, wird ein lautharmonisch passender Füllvokal und daran dann "-в" angehängt. Es gibt:
    • "-ав": ... ??
    • "-эв": ... ??
    • "-ов": s.u.
    • "-өв": ... ??
Zu meinem Beispielverb ist die Bestimmte Vergangenheit/der Imperfekt
"олов" (mon.) = "fand, fanden, fandet, fandst" (dts.).
Die Selbsterlebte/Bezeugte Vergangenheit kennt man schon aus der Türkischen Grammatik als 'Augenzeugenberichts-(-di-)Vergangenheit' her. Nach Lit.2» wird ein Suffix "-lee" aufgelistet. Ob er lautharmonisch variiert oder ob es mehrdeutige Suffixe oder Deutungsprobleme der Vorautoren gibt, ist noch unklar (siehe unter 'Perfektive Präsens-Futur-Form' zitierter Suffix "-laa"). Hierzu sind noch weitere Daten zu sammeln (#2):
  • "-лаа": ==> siehe (#1)
  • "-лээ": z.B. bei "тэр бичлээ" (mon.) = "é testimoniato che lui ha scritto" (itl.) = "er hat bezeugt, was er schrieb" (dts.)
  • "-лоо": s.u.
  • ... ??
Nach der ital.Lit.2» kann diese Verbform durch die Vorvergangenheit/Perfekt ausgedrückt werden.
Zu meinem Beispielverb könnte die Bezeugte Vergangenheit lauten:
"оллоо" (mon.) = "fand-st/en/-t (bezeugt, tatsächlich, wahrhaftig)" (dts.)
"оллаа" ==> siehe (#1)
Keinen google-Sucherfolg gab es bei "оллээ".
Die Nichtbezeugte (Erzähl-/Märchen-) Vergangenheit (ital.: 'preterito non testimoniato') kennt man schon aus der Türkischen Grammatik her als die 'Nichtaugenzeugenberichts-(-miş-)Vergangenheit'. Nach der ital. Lit.2» wird ein Suffix "-jee" aufgelistet. Ob er lautharmonisch variiert, ist noch unklar. Hierzu sind noch weitere Daten zu sammeln.
  • "-жээ": z.B. bei бичжээ" (mon.) = "lui ha scritto" (itl.) = "er schrieb (wohl)/er hat (wohl) geschrieben" (dts.)
  • "-чээ": ... ?? (nach Lit.2»)
Zu meinem Beispielverb könnte die Nichtbezeugte Vergangenheit
A: "олжээ" (mon.) = "habe(n)/ha(s/b)t (wohl) geschrieben" (dts.)
oder
B: "олжоо"
heissen. Beides sind google-Fundstellen mit Trefferquote "A:B = 385000 : 104". Diese Endung ist (nach Lit.2») unabhängig von Regeln der Lautharmonie (analog dem türkischen "-miş"-Suffix).
Es gibt auch eine Perfekt-Verlaufsform (nach Lit.2»). Offensichtlich folgen diese Suffixe einer lautharmonischen Regelung. Doch ist hierzu noch Datensammlung nötig:
  • "-аад": ... ??
  • "-ээд": z.B. "бичээд байна" (mon.) = "gegangen seiend" (dts.)
  • "-оод": s.u.
  • "-өөд": ... ??
Zu meinem Beispielverb könnte die Perfekt-Verlaufsform heissen: "олоод байна" (mon.) = "gefunden seiend" (dts.)
Es gibt auch eine Modale Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Hier muss man sich von gewohnten deutschen Modalformen von Verben verabschieden. Bisher kannte ich nur die Modal-Konstruktion mitsamt der Hilfsverben 'dürfen, können, müssen, sollen, wollen', wie z.B. "ich will schreiben" (ohne "zu" vor dem Infinitiv). Nun aber erlaubt vermutlich der freie mongolische Modalmarkt Verbkombinationen mit 'sitzen' und jedes beliebige andere Verb ausser dem Hilfsverb 'sein' als Modalform. Ungeklärt ist noch, ob diese Verben nur deswegen erlaubt sind, weil sie die uns gewohnten Hilfsverben ersetzen können. In manchen indoeuropäischen Sprachen werden auch modale Hilfskonstruktionen mit "gehen" als Ersatz für "werden" verwendet. Das ist ja spannend.
Das erzeugende Suffix ist das endständige "-н". Gegebenenfalls geht ihm ein lautharmonischer Füllvokal voraus, deren Regelung noch unbekannt ist. Hier ist weiteres Datensammeln nötig.
  • "-н": vermutlich nach Vokalen
  • "-ин": z.B. "бичин сууна" (mon.) = "sitz-e(n)/-t schreibend" (dts.)
  • "-он": s.u.
  • ... ??
Zu meinem Beispielverb könnte die Modale Präsens-Verlaufsform heissen: "олон болно" (mon.) = "mache-e(n)/-t/-st findend" (dts.)
Eine Modale Vergangenheits-Verlaufsform ist zwar nicht dokumentiert, aber eigentlich trivial. Es bedarf nur einer indikativen Vergangenheitsform beim Modalverb und der Rest ist wie bei der Modalen Gegenwartsverlaufsform (s.oben).
Eine mögliche google-Fundstelle zu meinem Beispielverb ist:
"олон болов" (mon.) = "machte-st/-n/-t findend" (dts.)
Es gibt auch eine Konditionale Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Diese Lit. berichtet auf Seite 47 (PDF-Seite 25) auch vom Suffix "-бол". Hierfür fehlen noch Beispiele. Also müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffix sind:
  • "-вэл": z.B. "бичвэл байна" (mon.) = "falls (ich/du/er/sie/es/wir/ihr=PrsPrn.) schreib/-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-вол": s.u.
  • ... ??
  • "-бол": ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олвол байна" (mon.) = "falls PrsPrn. finde/-(s)t/n" (dts.)
Eine Konditionale Vergangenheits-Verlaufsform ist zwar nicht dokumentiert, aber eigentlich trivial. Es bedarf nur einer indikativen Vergangenheitsform beim Modalverb und der Rest ist wie bei der konditionalen Gegenwartsverlaufsform (s.oben).
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олвол байв" (mon.) = "falls PrsPrn. fand-st/en/et" (dts.)
Es gibt auch eine Terminale Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Um sich eine Merkregel für diese typisch mongolische Verbform einzuprägen, möge man sich an folgenden deutschen Spruch erinnern:
Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht.
Wenn man diesen Spruch atomisiert, in seine Einzelbestandteile zerlegt, dann ist "geht" und "bricht" die gleiche deutsche Zeitform, der Präsens. Im Mongolischen (und evtl. auch im Türkischen noch unerledigt) ist es aber anders. "bis er bricht" ist ein Nebensatz am Satzende, also syntaktisch terminal. Auch die Handlung "bis er bricht" ist eine Abschlusshandlung, weil danach der Krug (vermutlich ein Roboter-Krug?) nie mehr zum Brunnen geht. Im Deutschen wird diese terminale Handlungssituation durch die Präposition "bis" eingeleitet. Möglicherweise können dies auch andere Präpositionen (noch unklar). Anstatt dieser Präposition "bis" oder einer vermuteten mongolischen Postposition tritt ein lautharmonisches Suffix an den Verbstamm. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche Suffixe sind:
  • "-тал": ... ??
  • "-тэл": z.B. bei "PrsPrn. бичтэл байна" (mon.) = "bis PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-тол": s.u.
  • "-төл": ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олтол байна" (mon.) = "bis PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)
Es gibt auch eine Komparativ-Simultane Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»), welches durch die Wortfolge "während es gerade AAA macht, da tut es gleichzeitig BBB" oder "während Du noch an der Lösung dieser Aufgabe herumgrübelst, bin ich längst schon fertig." oder "während Du noch lamentierst, in der Zeit hat meine Großmutter noch Kinder bekommen". Diese Beispiele mögen genügen. Es geht also um die Suffixierung der Präposition "während" an das mongolische Verb. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffixe sind:
  • "-хээр": z.B. bei "PrsPrn. бичхээр байна" (mon.) = "während PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-хоор": s.u.
  • ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олхоор байна" (mon.) = "während PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)
Es gibt auch eine Sukkzessive Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Analog zur oben beschriebenen Simultanen Verlaufsform geht es hier um die Suffixierung der Präposition "nachdem" an das mongolische Verb. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffixe, denen noch ein Füllvokal vorgestellt sein kann, sind:
  • "-хлээр": z.B. bei "PrsPrn. бичихлээр байна" (mon.) = "nachdem PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-хлоор": s.u.
  • ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олохлоор байна" (mon.) = "nachdem PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)
Es gibt auch eine Kontemporale Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Analog zur oben beschriebenen Simultanen Verlaufsform geht es hier um die Suffixierung der Präposition "wenn/als/sobald" an das mongolische Verb. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffixe sind:
  • "-мэгц": z.B. bei "PrsPrn. бичмэгц байна" (mon.) = "wenn/als/sobald PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-могц": s.u.
  • ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олмогц байна" (mon.) = "sobald PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)
Es gibt auch eine Kontemporale Vergangenheits-Verlaufsform ist zwar nicht dokumentiert, aber eigentlich trivial. Es bedarf nur einer indikativen Vergangenheitsform beim Modalverb und der Rest ist wie bei der kontemporalen Gegenwartsverlaufsform (s.oben).
Mögliche google-Fundstellen zu zwei Beispielverben sind:
"PrsPrn. бичмэгц байв" (mon.) = "wenn/als/sobald PrsPrn. geschrieben habe(n)/ha(s/b)t" (dts.)
"олмогц байв" (mon.) = "wenn/als/sobald PrsPrn. gefunden (b)ist/bin/sind/seid" (dts.)
Es gibt auch eine Atemporale Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Analog zur oben beschriebenen Simultanen Verlaufsform geht es hier um die Suffixierung der Präposition "(um) weiter zu" bzw. "seitdem" an das mongolische Verb. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffixe sind:
  • "-саар": ... ??
  • "-сээр": z.B. bei "PrsPrn. бичсээр байна" (mon.) = "(um) weiter zu schreiben", "seitdem PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-соор": s.u.
  • "-сөөр": ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"олсоор байна" (mon.) = "(um) weiter zu finden", "seitdem PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)
Es gibt auch eine Konzessive Präsens-Verlaufsform (nach Lit.2»). Analog zur oben beschriebenen Simultanen Verlaufsform geht es hier um die Suffixierung der Präposition "obwohl, trotzdem (dass), obgleich" an das mongolische Verb. Hierzu müssen noch Daten gesammelt werden. Mögliche lautharmonische Suffixe, denen noch ein Füllvokal vorgestellt sein kann, sind:
  • "-вч": ... ??
  • "-эвч": z.B. bei "PrsPrn. бичэвч байна" (mon.) = "trotzdem (dass)/obwohl/obgleich PrsPrn. schreib-e(n)/(s)t" (dts.)
  • "-овч": s.u.
  • ... ??
Ein möglicher google-Fundus zu meinem Beispielverb ist:
"оловч байна" (mon.) = "trotzdem (dass)/obwohl/obgleich PrsPrn. finde-(s)t/n" (dts.)

... ab hier unfertige Überarbeitung ...

Der Kausativ kann mit Hilfe der Verbstamm-Anfügung der Suffixe
"-иул" (bei Stammauslaut "...и")
"-үүл"
"-уул"
gebildet werden.
Der Kausativ von "sehen" (dts.) = "үзэх" (mon.) lautet "үзүүлэх" (mon.) = "zeigen" (dts.)
Dagegen wird der Kausativ aus "болох" (mon.) = "werden" (dts.) lediglich durch Einfügen von "-г" zu "болгох" (mon.) = "machen" (dts.) erzeugt. Ob es lautharmonisch weitere Suffixe gibt, ist noch unklar. Kausative Verbformen (z.B. liegen, lernen, sich vorstellen, fotografieren, sehen) sind die 'eine Tätigkeit vermittelnden Verbformen' (z.B. legen, lehren, vorstellen, sich fotografieren lassen, zeigen).

Ebenfalls einer vierzähligen Lautharmonie folgt ein Kooperativ-Suffix, welches an den Verbstamm angehangen wird, falls etwas in einer Gruppe geschieht. So unterscheidet man "wir haben gegessen"/"wir aßen" (an verschiedenen Orten) von "wir haben zusammen gegessen"/"wir aßen zusammen" (am gleichen Ort). Es gibt:
"-цгаа"
"-цгээ"
"-цгоо"
"-цгөө"

Der Kollektiv wird mit Hilfe der Verbstamm-Anfügung des Suffixes "-алц" gebildet und kann ebenfalls mit "zusammen-..." übersetzt werden. Ob es lautharmonisch andere Suffixe gibt, ist noch unklar. Kollektive Verbformen sind die eine Tätigkeit (z.B. liegen, lernen, sich vorstellen) vermittelnden Verbformen (z.B. legen, lehren, vorstellen).

Nach dem Studium der unfertigen online-Anleitung bei "http://sprachen.sprachsignale.de" bleiben noch viele Fragen offen, z.B.:
Wird die aktive und passive Tätigkeit durch verschiedene Verbstämme oder durch verschieden Suffixe gebildet?

Im Deutschen lautet zum Verb "finden" (mon.: "олох") die Passivform "gefunden werden". Nach PONS/MONSUDAR 'Basiswörterbuch Deutsch-Mongolisch/Mongolisch-Deutsch' wird an den Verbstamm "ол" ein "-д" angehängt und dadurch das Passiv erzeugt. Die lexikalische Passiv-Infinitivform lautet: "олдох" (mon.) = "gefunden werden" (dts.). Bei einem anderen Verb "nutzen" (dts.) = "ашиглах" (mon.) lautet der Stamm nicht auf einen Konsonanten, sondern auf dem Vokal "а" aus. Hieran fügt sich bei der Passivform "genutzt werden" (dts.) = "ашиглагдах" (mon.) das Suffix "-гд". Ob es lautharmonisch weitere Suffixe gibt, ist noch unklar.

Die Bestimmte Vergangenheit/der Imperfekt im Passiv für "finden" lautet: "олдов" (mon.) = "wurde/wurden/wurdet/wurdest gefunden" bzw. "bin/bist/ist/seid/sind gefunden worden" (dts.)


Die Bestimmte Vergangenheit (Passiv):
Zu meinem passiven Beispielverb ist die Bestimmte Vergangenheit/der Imperfekt (aktiv) bzw. zum aktiven Beispielverb ist die Bestimmte Vergangenheit/der Imperfekt (passiv)
"олдов" (mon.) = "wurde(n)/wurde(s)t gefunden" (dts.).
Manchmal wird eine aktive Form durch den Kausativ und einen passive Form durch den Nichtkausativ ausgedrückt.

Linksammler: ... später mehr ...(dp)(2h)(3,25h(06.03.2011))(4,50h(09.03.2011))(6,50h(10.03.2011))(5,25h(11.03.2011))(4,55h(12.03.2011))(3,20h(13.03.2011))(1,90h(14.03.2011))
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