Verfasst am 22.08.2010 21:30:37 Uhr Vom Bergfest zum 'Rhönischen Limeswanderweg' Ob ich heute noch viel schreibe? Mal sehen. Ich war gestern aufgebrochen, den "Mount of Highest Pasture" zu erklimmen. Völlig erschöpft kam ich um 19Uhr im ...m hohen Versorgungslager an. Dort gab es zur Stärkung beim Bergfest 1 Brötchen und gegrillte Steaks (2,50EUR) oder diverse Würstchen (1,50EUR) und eine große Auswahl von gratis-Salaten, dazu Live-Hausmachermusik (Akkordeon), ein paar Raketen in den Nachthimmel und gesellige Gesprächsrunden bis weit in die Nacht hinein über Gott und die Welt. Also war ich heute schon früh erholt ausgeschlafen, denn es waren für heute Unwetter angesagt und dorthinein wollte/sollte die Erwanderung des höchsten Berges in der Rhön nicht geraten, d.h. bis zum Gewitter sollte die Exkursion bereits wohlbehalten wieder bei der Basisstation zurücksein. Um 09.50Uhr war die ca. 30km entfernte Basisstation mit PKW erreicht. Am Computerterminal der Gersfelder Touristinformation war keine Wegesbeschreibung zu entlocken. Ausgeschildert waren mehrere Wander- und Radwege sowohl zum Roten Moor als auch zur Wasserkuppe. Gestartet wurde beim 10Uhr-Läuten der örtlichen Hauptkirche in südöstliche(?)-Richtung über die A...-Straße natürlich bergan. Der geplante Besuch der Jugendherberge wurde wegen der Sackgassen-Situation gestrichen und einem blauen Pfeil nach in Richtung des Stadtteils Mosbach gewandert, dann am "Wasserwerk Mosbach" vorbei zu einem Aussiedler-Bauernhof in Nähe des Schwedenwalles (dort gibt es einen Parkplatz). Inzwischen gesellte sich ein Reitersmann auf einer friedlichen "Sachsenstute" dazu. Befragt, ob er der Rivierförster sei, dem ich sonst eine lebensgefährliche Örtlichkeit entlang des Wanderweges angetragen hätte, meinte er, er sei nur für Bayern zuständig. Er hatte sich wohl mit seinem schaukelnden Transportmittel über die bayrisch-hessische Grenze verritten (daher "Rhönischer Limes"). Weiter ging es zum immer noch gut 5km entfernten "Roten Moor", und dort über Bohlen entlang eines Lehrpfades zum hölzernen Aussichtsturm mit Blick auf den bayrischen Berg und Sender "Heidelstein". Typischerweise wachsen am "Roten Moor" auch Moosheidelbeeren oder Rauschbeeren, die im Verdacht stehen, dass man durch ein oftmals darin enthaltenes ("Pilz-")Gift berauscht wird. Die Früchte der Rauschbeerensträucher sind etwas größer als die Waldheidelbeeren und wenig bis nicht färbend. Die Sträucher wachsen hier aber in friedlicher Gesellschaft mitheinander. Die Blätter der Waldheidelbeeren sind spitzer zulaufend, während die der Rauschbeeren rundlich sind. Auch leuchten die Blätter der Waldheidenbeeren im helleren Grün und die der Rauschbeeren im dunkleren Grün mit Silberglanz. Weiter ging es auf dem rund 18km langen Moor-Rundwanderweg zur Fuldaquelle, von dort zur täglich bis 16Uhr geöffneten Touristinfo der Wasserkuppe. Eine Marschverpflegungspause wurde eingelegt (Erbseneintopf mit Würstchen + Brötchen (3,80EUR) und 0,5ltr. Cola (1,80EUR, +Pfand=0,20EUR); wer will kann aus einer reichhaltigen Auswahl von Schnellgerichten incl. Eis und Kuchen etwas Passendes für sich finden). Bis zum 30.8. gibt es noch eine Ermäßigung in der Tourist-Info zwecks Besuch und zur ca.20-30min Führung der neuen Radom-Kuppel mit herrlicher Akustik und Rundumsicht bis weit nach Thüringen und in den Vogelsberg hinein (15.45 bis 16.10Uhr). Gelernt habe ich dort, dass der Name "Wasserkuppe" nicht vom Wasser abgeleitet ist, obwohl es hier häufig feucht von oben sein soll. "Wasser" soll von "Wasen" = "Weideland" = "Wiesen" (analog zum Stuttgarter Was'n) abgeleitet sein, weil früher die Bauern hier ihr Vieh zum sommerlichen Weiden herauftrieben (wie heutzutage noch in Island oder in den Alpen praktiziert). Daher mein Synonym "Mount of Highest Pasture", weil es vor dem Flugbetrieb und der miltitärischen Nutzung das höchstgelegene hessische Weideland war. Anschließend ging es entlag der Westgrenze des Segelflugplatzes mit einem Windenwagen endlich bergab (Wanderweg mit rotem ">"-Zeichen. Wegen der bereits heraufziehenden Unwetter wurde auf einen Abstecher zum Berg "Pferdekopf" mit ebenfalls empfohlener Rundumsicht verzichtet. Es ging ziemlich geradeaus, mal war der Weg steinig und für landwirtschaftliche Fahrzeuge geeignet, mal eine schmale fußgängerbreite sickerwasser-feuchte, rutschige Furt. Um 17.40Uhr war nach 9km langem Abstieg von der Wasserkuppe die Basisstation trockenen Fußes aber mit Donnergrollen erreicht. Zurück ging es "auf einen kurzen Kaffeeplausch" und zum Abmelden zur rund 30km entfernten Versorgungsstation. Regensachen waren zum Glück nicht benötigt worden, obwohl es zwischen Gersfeld und Rothemann mehrmals geblitzt hatte, diesmal zum Leidwesen der Inkassodienste nur "echte Unwetterblitze". Während ein sich 4-jähriger am 30cm breiten Oberlauf unterhalb der Fuldaquelle noch bei Sonnenschein im Fulda-Weitsprung über konnte, hatte es inzwischen soviel feuchte Grüße von "Bonifatius dem Ersten" gegeben, dass die B254 zwischen Kohlhaus (Frankfurter Straße) auf der einen und der Agip-Tankstelle auf der anderen Fuldaseite in Fulda einer Seenlandschaft glich. Eine genaue Wanderroute mit km-Angaben (geschätzt: 26km): irgendwann später (dp)(1h) archiviert (tbid3325###.##392): (dp) 26.08.2010 (+0,1h(flagcounter)) | ||||||