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Verfasst am 04.07.2010 22:07:09 Uhr
Pflanzen im Alten Ägypten

Wie gut, dass Freund R. daran dachte, mich über die heutige Sonntagsführung im Botanischen Garten in Giessen zum Thema "Pflanzen im Alten Ägypten" mit Dr. Martin de Jong zu informieren. Es ist auch gut, dass sie heute abend ab 18.15Uhr und nicht mittags in der Gluthitze stattfand. Die offizielle Sommer-Öffnungszeit vom botanischen Garten endet um 18Uhr und wer nicht pünktlich am Einlass wartet, der steht anschließend vor verschlossenem Tore.

Es gab viel Wissenswertes über die Kultur von ägyptischen Kleingärten zu erfahren, in denen ausnahmslos nur wichtige Pflanzen kultiviert worden sind, als Schattenspender (Dattelpalem), für Tempel und Götterverehrung und für Früchte. Hier mein unsortierte Zusammenfassung:
  • Granatapfel soll dem Bandwurm die Lust am Darmleben vermiesen.
  • Dattelpalmen sollen heutzutage von Menschenhand befruchtet werden. Saat- oder Setzlinge würden gut "auflaufen", aber die juvenile Sterblichkeitsrate sei hoch. Meine Vermutung ist, dass evtl. ein Bodenpilz fehlt
  • Feigen, Pistazien, Affenbrotbaum (??)(Caro-Herstellung ??), (wilder und kultivierter) Wein, diverse Getreidesorten, Lein (Flachs), Linsen, Myrre (Harz für Weihrauch), Gummi Arabicum (Harz für Farbbindemittel, Malerzubehör, erinnert an Candiszuckerwürfel), Papyrus, mehrjähriger Salbei, Koriander, Wacholder, Kreuzkümmel, Knoblauch, Kopfsalat, Sellerie, Seerosen, uvam. waren weitere Höhepunkte.
Interessant war, dass bereits die Bierbraukunst mit weniger Alkohol als heute bekannt war und als gesundes Getränk geschätzt wurde. Für die Pyramidenbaustellen konnten Großbäckereien täglich 3000 Brote backen. Getreide war ein Steuer- und Abgabenmittel und daher war die Rechenkunst weit entwickelt. Den Ägyptern sei egal gewesen, ob Junge oder Mädchen auf die Welt kamen; wer keine Kinder bekam, war hoch geachtet, wenn er welche adoptierte. Mit Natron konnte man sich waschen und es war als Wasserentzugmittel zur Mumiefizierung geeignet. Übrigens war die (im Natron enthaltene) Silbe "ntr" für heilige Begriffe reserviert. Den Kalender gestalteten die Ägypter durch die Nilereignisse "Überflutung, Aussaat nach dem ablaufenden Hochwasser (Tiere trampelten die Saatkörner in die Erde, damit sie nicht von Vögeln gefunden werden konnten), Erntezeit" (ägyptische Begriffe werden nachgetragen). Nach dem Bau des Assuanstaudammes, soll das fruchtbare Land immer mehr versalzen und der nur fast 10km breite fruchtbare Streifen um den Nillauf herum seitdem bereits über 20% kultivierbare Ackerfläche verloren haben. Die Sellerieblätter wurden wegen ihres Geruchs als Halsschmuck verwendet. Safran und Sellerie galten als Mittel gegen Gicht. Die Ägypter sollen nach Aufzeichnungen Paviane bei der Ernte von Feigen eingesetzt haben. Meine Vermutung ist, dass die Äste der Feigenbäume evtl. leicht brechen?

Eine Honigbiene soll seit über 10000 Jahren in diversen lybisch-ägyptischen Sahara-Oasen überlebt haben, denn damals war die Sahara eher ein Savannengebiet mit Binnenseen, was Höhlenzeichnungen vom Fischfang bezeugen sollen.

Dr.de Jong berichtete davon, dass es nicht möglich sei, mit dem Routenplaner maps.google.de von Gießen nach Kairo zu gelangen. Nach eigenen Recherchen endet die Zivilisation im Osten an der türkisch-syrischen Grenze und im Westen an der spanisch-marokkanischen Grenze. Innerhalb Afrikas kann man von Kapstadt (Südafrika) bis nach Addis Abeba (Äthiopien) gelangen. Aber sogar innerhalb Ägyptens können manche Routen z.B. südöstlich von Suez in den Sinai hinein nicht dargestellt werden. Tatsächlich geht es zur Zeit nicht weiter
  • westlich von Soloum / Matruh (Ägypten) an der ägyptisch-libyschen Grenze) nach Libyen hinein,
  • südlich von Abu Simbel (Nil), Assuan (Ägypten) in den Sudan hinein
  • östlich von Rafah, Shamal Sina' (Ägypten) nach Israel (, den Gazastreifen) oder Jordanien hinein.



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