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Verfasst am 09.03.2010 14:22:27 Uhr
Das sogenannte RAW-Format unterliegt keinem allgemeinen Standard

Freund Reinhard hat gut recherchiert. Das sogenannte RAW-Format wird von Herstellern bei teuren Digital-Kameras verwendet und zeichnet sich wegen seiner 12-bit-Größe durch eine höhere Farbvielfalt aus. 8 bit = 28 ergibt 256 Farben. Ein RAW-Format von 12 bit = 212 ergibt 4096 Farben, also die exakt 16-fache Farbenmanigfaltigkeit gegenüber einer JPEG-Datei von 8 bit. Das natürlich dadurch auch der Speicherbedarf für die Dateigröße mindestens um 50% anwächst, versteht auch Otto Jedermann. Warum nur teuere Digitalkameras dieses RAW-Format beherrschen, ist mir ein Rätsel.

Da es kein Standard ist, verwenden verschiedene Hersteller dafür eigene Namen und Abkürzungen bzw. Dateiendungen (Lit.»):
  • Nikon: Dateiendung NEF
  • Canon: CRW
  • Fuji: RAF
  • Minolta: MRW
  • Olympus: ORF
  • Kodak: ERI-JPEG. Dieses kombiniert die Vorteile des RAW-Formats mit der Kompressionstechnik der JPG-Formats. ERI-JPEGs lassen sich wie normale JPG-Dateien öffnen und mit der RAW-Software bearbeiten.
Falls das RAW-Format gegenüber dem JPEG-Format nur die 150%ige Datenmenge erfordert, dürften die RAW-Digicam-Preise eigentlich auch nur 150% derer von JPEG-Digicam-Preisen betragen. Natürlich ist es eine Verkaufsstrategie der Kamerahersteller, die teuren Objektive von professionellen Kameras mit dem RAW-Format zu verknüpfen, auf dass der Kunde denken möge, das RAW-Format erfordere ein hochwertiges Objektiv oder anders, ein niederwertiges Objektiv benötige kein RAW-Format.

Dabei hat das Bildspeicherformat mit dem Objektiv soviel gemeinsam wie Aktienkurs und Firmenrentabilität: rein spekulativ! Wenn ein Hobby-Fotograf nun mit seiner unter 400 EUR teuren "Billig"-Kamera Bilder im RAW-Format knipsen könnte und wäre über die Farbenpracht zufrieden, bestünde eine gewissen Wahrscheinlichkeit, dass er auf einen Frustkauf einer professionellen Kamera für 10000 EUR verzichtet. Damit ließe sich herstellerseitig aber kein Gewinn machen. Es wären mindestens 200 Billigkameraverkäufe anstatt 1 Verkauf einer Profikamera nötig.

Anstatt gleich ein perfektes Bild fotografieren zu können, kann man sich dann in seiner wertvolle Freizeit mit Bildbearbeitungsprogrammen beschäftigen und den blassen Himmel blau färben. So ist das moderne Fotografen-Leben!

Und das ein Anonymus "til_o" mir per Kommi vorrechnet:
"8 bit pro farbkanal. das macht bei einem rgb-bild 24 bit." zeigt, dass er etwas von der Sache verstanden hat. Da kann ich nur hinzufügen: "12 bit pro Farbkanal macht beim RGB-Bild 36 bit". Und tschüss! (dp)(0,75h)
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