Verfasst am 05.03.2010 22:44:47 Uhr Der römische Limeswanderweg bei 'Detlefs Eck' Das war heute eine erlebnisreiche Wanderung. Schon beim letzten Male, als ich im Taunusteiner Stadtteil Wingsbach zu Fuß gestartet bin, traf ich bei Einbruch der Dunkelheit am Limeswanderweg auf einen Kundigen im grünen Rock mit Hund und Hundepfeife, der mich den kürzesten Weg wieder zurück in die Zivilisation nach Wingsbach lotste. Waidmannsheil und -dank! Heute wollte ich eigentlich zum schon seit Idstein angepeilten Etappenziel Adolfseck, was immer das darstellt. Ich stelle mir mindestens einen Steh-Imbiss für Wanderer darunter vor, es kann natürlich auch etwas komfortabler sein mit Kaminfeuer und gemütlicher Harfenmusik mit der Möglichkeit einer Übernachtung. Aber ich habe dies Ziel immer noch nicht erreicht. Heute ging es auf einen Wandererparkplatz nordwestlich von Taunusstein-ST Watzhahn neben einem Reiterhof. Der Fußmarsch startete dort, wo der Limes-Radweg aus Richtung Wingsbach kommend, in der Saarstraße endete (Stadtplan!). Dem Limes-Radweg folgend, ging es zurück ostwärts einem bewaldeten Höhenrücken entlang bis an eine linksseitige Wegesabzweigung, die ich bei der letzen Wanderung bergan gekommen war. Man fühlt sich im einsamen Wald schon zuhause, wenn man nur einen bekannten Baum oder einen von der letzten Wanderung bekannten Haufen Altschnee wiederfindet. Nur der Förster lief mir heute nicht wieder über den Weg. Der Wegegabelung, die ein Teil des Limes-Fußwanderweges ist, folgt man links in Richtung Adolfseck. Der rechten Gabelung folgend würde man irgendwann wieder oberhalb der "Almwiesen" von Wingsbach herauskommen. Hier am von mir so bezeichneten "Försters Treff" auf einem freien Wiesenstück am Waldessaum, verkündete gerade ein Riesen-Schwarm von Wildgänsen oder Kranichen (Fotos; noch ungeklärt), dass trotz des neu angekündigten Wintereinbruchs mit Neuschneemengen von 5 bis 10 cm der Frühling bereits vor der Haustüre steht. Nachdem man immer am Waldessaum entlang bis zu einem Bachlauf gekommen ist, biegt man links ab, überquert den Bach über eine Brücke, geht an 3m-hohem "Schilfgras" vorbei und gleich wieder steil bergam in Försters Märchenwald. Dort, wo hauptsächlich rechterhand eine meterhohe Buchenwaldneuanpflanzung ist, traut man seinen Augen nicht. Ich traf mindesten zwei Schwarzkittel beim abendlichen Revier-Spaziergang. Am schönsten sah es aus, als das Wildschwein einen mutigen Sprung über den Limes-Wanderweg machte, wohl ahnend, dass ich ihn bald entlangkommen würde. Hier kam meine neue Digicam (Fotos!) zur Anwendung, nur leider wiederholte die Wildsau oder der Wildkeiler diesen Sprung nicht. Also, wenn es jemand verstehen würde, als Wildschweinpflüsterer den Schwarzkitteln das turniermäßige Grabenspringen beizubringen, da wäre ich wohl der erste Zuschauer. Kurz vor der Einmündung in einen ausgebauten befestigten Waldarbeitsweg mit Limes-Hinweistafel Nr.5 liegen mächtige Bäume kreuz und quer vom letzten Sturm. Man biegt diesen Waldarbeitsweg nach links ab und nach wenigen hundert Metern kurz vor einer Schonung wieder nach rechts. Da sieht es aus, wie wenn der Sturmgeist dort zuhause ist. Bei Rübezahl kann es nicht schlimmer gewesen sein. Da muss man bald bei jedem Baum fragen, ob er noch am Limes-Wanderweg steht oder ob er schon auf ihm liegt. Es geht wieder talwärts und kurz vor einer Kreuzung erkennt man am Baum einen Hinweis auf einen "Hinweg" und einen "Rückweg". Da ich den "Rückweg" gerade in Gegenrichtung bergab gestiegen war, macht es wohl nichts aus, wenn ich konsequenterweise auch den "Hinweg" in Gegenrichtung wieder bergan wandere. Doch zuvor geht es über eine schaukelige Brücke über einen quirligen Bachlauf, dann nach links, wieder über querliegende Bäume, dann wieder nach rechts und "auffi, auffi, keine Müdigkeit vortäuschen!" Irgendwann oben wird ein sogenannter Waldarbeitsweg überquert und erneut geht es talwärts, letztmalig in ein Bäume-Mikado. Vermutlich gehört dieser Waldbezirk nicht mehr zu Taunusstein, sondern bereits zu Hohenstein, was wegen seiner Burg einen späteren Ausflug rechtfertigt. Als ich den Limes-Wanderweg am Waldrand verlasse, lese ich in der Dunkelheit die Worte "Neue Limeswegeführung: nach Adolfseck noch 4,5 (oder 4,9km)". "Ich glaube, mein Elch röhrt!" Da ich nur noch einmal am Zaunpfosten neben einem Hochsitz mitten in der sich westwärts anschließenden landwirtschaftlichen Ackerfläche das Limeswandersymbol mit der Römerturm sehe, definiere ich: hier sei "Detlefs Eck". Dann sehe und höre ich nur noch Autoverkehr von Watzhahn nach Bad Schwalbach-ST Born oder Hohenstein-OT Breithard. Die Zivilisation hat mich wieder. "Links schwenkt, marsch!" geht es zum Wandererparkplatz bei Watzhahn nach ca.1km. Vermutlich hätte die Wanderung von diesem Parkplatz westwärts entlang des Höhenrückens am Stadtteil Born vorbei schneller nach Adolfseck geführt? Und Feierabend! Wanderzeit: ca.2,65 Stunden Wanderstrecke: ... km (dp)(0,8h) archiviert (tbid3320.674): (dp) 05.03.2010 (+0,1h (+favicon +flagcounter +w3c_LiCh +2navi)) | ||