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Verfasst am 13.02.2010 17:06:11 Uhr
Nichts genaues weiß man nicht

Heute in einem Möbelhaus. Ich suche ein Regal, um die vielen Weblogeinträge zu lagern. Papier ist schwer. Ein Autoatlas oder dergleichen kann schnell mal 5,5kg wiegen.

Ein Büromöbel sticht mir ins Auge. Es ist gekennzeichnet mit einer Belastbarkeit (Tragkraft) von ca. 55kg. Frage an den Verkäufer: "Verstehe ich Kunde diese Tragkraft pro Boden oder für das gesamte Möbelstück?" - Verkäufer: "Ähm, hm, ... Es müsste sich eigentlich auf den Boden beziehen."

Ein Stockwerk tiefer findet man noch mehr Möbelstücke. Hier stehen die sogenannten Artikel zum "Unüberlegten-Sofortmitnahme-Preis" Ich werde von einer geschulten Verkäuferin empfangen. Ihre ersten Worte: "Diese Preise gelten nur noch für heute!" - "Aha! Und ab Montag sind sie um 10% billiger?" - "Schweigen!"

Zum Glück werde ich fündig. Die Möbelstücke sind breiter. Auf einem der breitesten ruht eine Infotafel mit dem Ausstellungsangebot. Dort stehen dezidiert die "Belastbarkeiten pro Regalbrett". Sie schwanken zwischen ca. 3kg und knapp über 20kg pro Brett. Man lernt, dass die relativen Belastbarkeiten fast alle gleich sind, falls man die angegebenen Werte durch die Längen der Bretter dividiert. Ein langes tiefes Brett ist nur scheinbar belastbarer als ein kurzes, weil alle Bretter aus dem gleichen Material sind und fast alle die gleiche Dicke aufweisen.

Rechne ich die Circa-Werte hoch, so ergäbe sich aus 5 mal 1Brett zu 13,2kg eine Gesamtbelastbarkeit des Möbelstückes von 66kg. Nun schätze ich das Büromöbel im 1.Stock wegen seiner kürzeren Bretter ab und komme auf meine Deutung: "Ich vermute, seine Belastbarkeit von 55kg gelte für das ganze Möbelstück." Falls ich dort zwei Atlanten pro Regalboden hineinstelle, kann ich vielleicht auf jeden Regalboden noch eine Packung Papiertaschentücher zum Staubwischen oder eine Warnung, dieses Regalbrett nicht weiter zu belasten, beilegen, aber für mehr wird keine Garantie übernommen.

Vielleicht sind diese Belastbarkeitswerte nicht nur abhängig von den Brettern selbst, sondern auch von der Art der Befestigung. Gegenüber früher, wo die Wirtschaft noch nicht so effizient mit der Diskalkulie der Kunden gerechnet hat, lagen die Bretter in ihrer vollen Dicke auf einem Stift, Winkel oder Haken. Die heutigen Bretter haben Aussparungen von ca. einer halben Brettdicke, in die genau ein patentierter Haltestift passt.

Ein anderes Möbelstück mit doppelt so starken Brettern steht in einer versteckten Ecke des Möbelmarktes, ohne Auszeichnung der Belastbarkeit der Böden. Aber man erfährt, dieser Sofortpreis gilt nur für das Gestell. Zusätzlich kann man noch 1Paar Schranktüren zum gleichen Cirka-Preis kaufen und bei Bedarf braucht man 2Paar Schranktüren.

Also werde ich meine Weblogbeiträge weiter weltweit verteilt auf diversen Servern lagern. Da brauche ich mir keine Gedanken über die Belastbarkeit der Server-Fußböden und -Decken in den Rechenzentren machen. Guten Tag! (dp)(0,65h)
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