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Verfasst am 08.11.2009 21:48:52 Uhr
Einmal im Nebel herumgestochert

So einen Nebeltag verschläft man lieber, wenn nicht das Bedürfnis für Licht wäre. In Stockholm soll es ja Lichtcafes geben. Aber innerhalb eines Sonntages kann ich unmöglich mal schnell nach Stockholm fliegen um dort im Lichtcafe Licht zu tanken. Das müsste schon jemand großzügig sponsern und meinem Chef eine lichtscheue Ersatzarbeitskraft stellen.

Also wetteronline.de versprach heute Sonnenschein im Saarland, in den frostigen Hunsrückhöhen um den Flughafen Hahn herum und im Bereich Nürburgring bis Aachen. Ich dachte, vielleicht gelänge mir ein Verwandtenbesuch in der Weinregion Nahetal mit Anreise über Mainz/Bingen. Ich hätte man lieber das Denken gelassen. Bereits kurz vor dem Gießener Südkreuz der AB45/AB485 empfing mich ein Stau und Hinweis "Falls Stau in Richtung Hanau, dann AB485 in Richtung Kassel". Na, das wäre ja die entgegengesetzte Richtung von Mainz. Also fuhr ich die AB485 in Richtung Butzbach. Aber an deren Ausbau-Ende bildete sich ein neuer Stau. Daher ging es durch Kirchgöns und Pohlgöns mit dem Hinweis, dass in Richtung Wetzlar gesperrt sei, um dann vor Butzbach erneut den Stau zu verlängern. Wetzlar-Butzbach in 45min. Am Sonntag einfach köstlich. Ich mogelte mich nach Richtung Usingen durch. Eigentlich hätte ich mitten auf der Landstraße die Notbremse ziehen müssen und eine Panne simulieren sollen, denn kurzzeitig wurde ich von der Sonne angelächelt. Neben Bensheim an der Bergstraße ist die Region um Butzbach / Münzenberg als hessischer Ort mit den meisten Sonnenstunden bekannt. Doch ich war habsüchtig und nicht mit einem kurzen Sonnengruß zufrieden. Ich wollte mehr! In manchem Hochtaunustal war es gar schaurig duster, doch am westlichen Horizont schien es nach wetteronline.de hell und freundlich zu sein. Dort wollte ich hin. Kurz vor Idstein war Ende der Stauumleitung. Die Kernstadt musste man sternförmig umfahren, so dass man sich nach diesem "Idsteiner Land"-typischen Zick-zack nur noch nach Autobahn sehnte. Rauf auf die Piste und ab nach Hause. Diesmal über Limburg/Beselich und die Dauerbaustelle "vier-spuriger Ausbau B49". Seit meiner letzten Fahrt vor einem 3/4Jahr hat sich dort ausser der Baustellenbeschilderung ziemlich wenig getan. Lediglich zwischen Solms-Altenberg und Wetzlar soll angeblich Ende Dez.2009 eine neue Trasse 4-spurig fertig sein. Auf der gleichen Strecke an der Bahnbrücke Dorlar wurden schon seit Wochen keine Bauarbeiter mehr gesehen. Dort soll die Brückenbaustelle Ende November 2009 fertig sein. Vermutlich sind dies alles Kurzarbeiter-Planbaustellen oder aber die Bauarbeiter haben festgestellt, dass sich die Restaurierung der Brückenschäden nicht mehr lohnt und warten auf ein behördliches Signal zur Spreng-Genehmigung? Es ist bereits offiziell geplant, in den nächsten Jahren auf 25 Autobahn-Kilometern "A45" bei Wetzlar 10 Autobahnbrücken komplett zu erneuern. Nach Südosten kommt man nicht über das Gießener Südkreuz hinaus nach Frankfurt, nach Westen nicht durch die Dalheimer Einhausung/Altenberg nach Limburg, nach Norden nicht über Blasbach/Aßlar/Wetzlarer Kreuz nach Siegen, nach Osten nicht über die Bahnbrücke Dorlar nach Gießen. Das ist ja wie Autobahngefängnis!

Da stellte ich enttäuscht mein Auto beim "Tegut..." an der Gießener Abfahrt "Im Schlangenzahl" ab. Zufahrt nur zum Einkaufen! Keine Durchfahrt zur Siedlung "Im Schlangenzahl". Ein Supermarkt und ein Wohnhaus mit ca. 12 bis 16 Wohnungen haben einen eigenen Autobahnanschluss. Dafür war Geld da! Kommt man von der Straße "Schlangenzahl" an die Schranke zum Tegut-Parkplatz, so weist ein Schild darauf hin, dass man nur zum Einkauf für 2Stunden parken und nicht zur Autobahn/"Gießener Ring" durchfahren darf. Jedoch nach einer Parkzeit von 2Stunden und mehr muss man den Tegut-Parkplatz in Richtung Autobahn/"Gießener Ring" verlassen. Kein Wunder, dass dann darüber diskutierende Kunden an einem Wohnblockzaun sinngemäß darauf hingewiesen werden "Sie befinden sich an der Schlafzimmerseite dieses Wohnblocks. Bitte stellen Sie ihren Geräuschpegel dementsprechend ein."

Es gäbe noch viel zu bloggen, doch meine Nachtruhe findet morgen wieder ein frühes Ende, denn bei meinem Nachbarn ist die vor meinem Bulgarien-Urlaub begonnene Baustelle samt Lärmentwicklung nach 3,5 Wochen immer noch nicht fertig. Meine Schlafzimmerwand ist ein guter Resonator für die Vibrationen der Rüttelmaschine zur Verdichtung von Splittauskofferung und Befestigung von Verbundsteinplatten. In diesem Sinne, ein gutes Nächtle allen Nebelgeistern!(dp)(1h)

Nachtrag am 17.11.2009 um 05.10Uhr:
Mindestens seit heute früh 03Uhr kann man die Schnellstraße B49 (bzw. ehem. B429) aus Gießen kommend wieder normal über die Bahnbrücke Dorlar fahren. Die Brücke hat auf dieser Spur schöne Beton-"Leitplanken" bekommen. Hoffentlich halten sie ihr Versprechen. (dp)(0,25h) archiviert (tbid3008.603): (dp) 08.11.2009 (+0,1h (+favicon +flagcounter +4navi +w3c_LiCh ))
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