Verfasst am 12.10.2009 18:31:18 Uhr Du bist vielleicht eine Marke! Heute nachmittag hatte ich bei der TV-Sendersuche eine kurze aber wichtige Sequenz aus dem Lehrbuch des Marketing / der Vermarktung aufgeschnappt. Es ging um die Milchbauern, die wegen der nicht kostendeckenden Erzeugerpreise an den Autobahnen verzweifelt mit ihren Milchfässern stehen und rufen: "Ihr lieben Bürger, kauft Milch von eurem Bauer aus der Nähe und eures Vertrauens." Natürlich registrierten die von zu Hause zur Arbeit hetzenden oder von der Arbeit nach Hause eilenden Bürger die Hilferufe, aber unterließen einen Wegehandel und fuhren ins nächste Geschäft und kauften sich dort die Billigmilch der Marke "XYZ". Der TV-Schüler wurde aufgekärt, dass der Handel die einzigste Institution ist, die einen marktgerechten Preis definieren oder erzeugen kann. Damit man aber im monopolistischen Handel überleben kann, braucht man einen Namen für sein Produkt, eine sogenannte Marke oder besser noch eine geschützte Markenbezeichnung. Diese Erkenntnis hat wiederum dazu geführt, dass es nicht nur ein Patentamt, sondern auch ein Markenamt gibt. Das ist auch vielleicht die Lösung des Arbeitslosenproblems. Die anonyme Masse Mensch, und dann auch noch arbeitslos wie "Hinz", "Kunz" oder "Hempels von Nebenan" werden von den von einer Krisensitzung zur nächsten flitzenden Personalchefs der Unternehmen nicht mehr richtig registriert, weil eine Arbeit von "Mayer" auch nach belieben von "Meier" ausgeführt werden darf. Also hat man Berufe und Berufsausbildungen mit Zertifikaten / Berufsabschlüssen / Zeugnissen erfunden, woraus hervorging, dass diese oder jene Arbeit nur von "Meyer" oder "Meir" ausgeführt werden durfte, weil dieser als hierfür fähig befunden wurde. Das brachte Wohlstand und Vollbeschäftigung im Land. Danach besann sich die Wirtschaft auf die Globalisierung und beschloss, dass auch "O-ha-uh" in "Ih-la-eh" diese Arbeit zum Spottpreis ohne Lizenz verrichten darf, weil man dem Produkt "XYZ" seine Herkunft nicht mehr ansieht. Der Lehrsatz behauptet, dass eine Ware, um vermarktet zu werden eine eindeutige Marke sein muss. "Milim" für die Milch vom "Bauern Meyer" oder "Milom" für die Milch von "Bäuerin Olga" wären Beispeile. Doch wie machen wir das mit dem arbeitslosen Generaldirektor von Thyssen-Krupp "Herrn Hickhack" oder der ehemaligen Chefsekretärin von "Staatssekretär Unbestimmt" der "Frau Bittaschön". Diese haben in ihrem ehemaligen Beruf nachgewiesen, dass sie fähig waren und trotzdem stehen sie wie Sauermilch im Warteregal der Arbeitsagentur und keiner will sie haben. Diese bekommen dann zu hören, sie seien überqualifiziert (soll heissen "Sie sind zu teuer"). Ich finde, wenn die schlauen Bauern meinen, ihre Milch sei mehr Wert wie der Handel ihn bestimmt, ja dann können sie es nur dem Handel beweisen, indem sie selber zum Händler werden. Genauso ist es mit sogenannten überqualifizierten Arbeitslosen. Sie können es den tagsdämmerschlafenden unselbständig für eine Firma arbeitenden Personalchefs nur zeigen, dass sie mehr als Arbeitslosenagenturaktenregalfüllopfer seien, wenn sie sich selbst mit ihren Fähigkeiten vermarkten können. Und nun kommst Du. (dp)(0,5h) archiviert (tbid2978.596): (dp) 07.10.2009 (+0,2h (+favicon +flagcounter +4navi +w3c_LiCh )) | ||||||