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Verfasst am 05.10.2009 15:15:20 Uhr
Wacholder, Juniperus, Genever, Gin

Ich habe mir selber mal eine Nachhilfe gegönnt. Immer schon wollte ich wissen, was es mit Gin und Wacholderschnaps an Gemeinsamkeiten gibt. Dazu fuhr ich in die 60ha große Wacholderheide (bei Brockhöfe, Krs. Uelzen) und habe dort gelernt:
  • Wacholder, einzigste in norddeutscher Heidelandschaft heimische Art: "Gemeiner Wacholder"
  • "Gemeiner Wacholder" ("Juniperus communis"), aus der Gattung "Wacholder" ("Juniperus") der Familie der "Zypressengewächse" ("Cupressaceae"), oft auch "Säulen-Wacholder" genannt, weil es im Handel auch eine kriechende Sorte geben soll (unklar?)
  • holländischer wacholderhaltiger Schnaps: Genever, manchmal (z.B. in Belgien) auch Jenever geschrieben
  • engl. wacholderhaltiger Schnaps: Gin
Im Internet lese ich:
Wacholder mit seinem Wirkstoff "ätherisches Wacholderöl" soll entwässernd wirken, gegen Gicht und Rheuma sein. Ob es dazu immer Schnaps sein muss, weiß ich nicht? Angeblich sollen "heilfördernde" Wirkstoffe, die das Alter von Personen verlängern können, nur in den Wacholderbeeren von "Juniperus communis" enthalten sein. Für Rheumasalben sollen unreifen (grünen) Wacholder verwendet werden.

Ein empfindlicher Magen soll durch Wacholder gereizt werden können. Ebenso soll in der Schwangerschaft und bei Nierenleiden darauf verzichtet werden.

Aus meiner Sicht ist nicht auszuschließen, dass man Wacholderschnaps oder Gin auch aus den Früchten von anderen Wacholder-Arten gewinnen könnte, ohne das der Verbraucher dieses erfährt. Und ob ausser Wacholder noch andere (Kräuter)Zusätze im Gin sind, ist Betriebs- und Geschäftsgeheimnis. Gin ist nicht gleich Gin, Schnaps ist nicht gleich Schnaps! Für Gin nimmt man reifen (blauschwarzen) Wacholder. Im Gin sollen andere Aromabringer (Zitrone, Anis, Kardamom) zugefügt sein (Lit.»). Das entspricht meiner Erfahrung, dass "normaler" Gin gut zum mallorcinischen Orangenlikör "Angel d'Or" passt. Nach Freund Reinhards Erfahrung kombiniert "normaler" Gin schlecht zu Tomatensaft, dagegen besser zu Apfelsaft.

Reifezeit beträgt fast 2Jahre! Ein Erntetipp für reife, beerenartige Zapfen ("blauschwarze Scheinbeeren mit je 3 Samen") dieses Nadelgewächses: Zeitungspapier unter den Strauch legen und die reif herunterfallenden Beeren aufsammeln.

Sowohl eine künstliche Vermehrung als auch eine natürliche in manuell angelegten Keimnischen in der Nähe von Altpflanzen soll bisher, so eine "amtliche" Webseite der Kreisverwaltung Rhein-Lahn, gescheitert sein (Lit.»). Es soll im Rhein-Lahn-Kreis ebenfalls Naturschutzgebiete "Wacholderheide" geben in Welterod, Dörrscheid, Ehr. Angeblich benötigt Wacholder einen gut durchlüfteten, stickstoff- und phosphorarmen Mineralboden (z.B.: Kalkmagerrasen (planet-wissen.de-Sendung (WDR-TV) v.06.10.2009)) und ich vermute, er sei ein Lichtkeimer, der sonnige und trockene Standorte bevorzugt (unerledigt). Es kann bis zu fünf Jahre dauern, bis die Samen zur Keimung auflaufen (Lit.»). Vermutlich ist dies auch ein Grund, warum diese geschützte Pflanzenart nicht im Handel zu beziehen ist, sondern nur exotische chinesische oder japanische Arten, die den Birnengitterrost noch eher fördern sollen.

Es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Wird der Wacholder angebaut, um später Beeren zu ernten, werden die weiblichen Pflanzen mittels Stecklingen vermehrt. (Lit.»).

Wacholder soll ein Zwischenwirt für die Pilz-Baumkrankheit "Birnenrost, Birnengitterrost, Wacholderrost" sein (Lit.»).

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