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Verfasst am 18.08.2009 17:49:58 Uhr
Brandflecken und andere Flecken entfernen

Ich erinnere mich gerne an die Storys (engl. Stories) aus der Jugend meines akademischen Vorbildes. Er erlebte, dass mancher Unhold in der engen U- oder S-Bahn in München früher seine Zigarette an der Jacke seines Mitfahrers ausdrückte und letzterer abends zuhause plötzlich erschreckt die vielen Brandflecken in seiner Jacke entdeckte. Hier hilft wirklich keine Gallseife, die Brandflecken zu entfernen. Es wurde dann gespöttelt, der Geschädigte möge sich eine Schere nehmen und die Flecken ausschneiden. Und nach dieser Pausen-Unterhaltung durften dann alle Anwesenden darüber lachen.

Eine ebensolche unnütze Lachgeschichte war, dass man Flecken von roten Lippenstifften auf dem weißen Hemd dadurch beseitigt hat, in dem man sich die gleiche Lippenstifftfarbe besorgt und dann das Hemd komplett damit eingesaut hat.

Nun Spaß beiseite. Gallseifehersteller wollen ihr Produkt verkaufen. Dann lese ich, beim einen würde sie helfen, beim anderen nicht. Wieder eine internette Forumsstimme schreibt: "Nicht, dass man es wirklich wissen möchte, was man da gerade hingebungsvoll in seine Wäsche reibt, ..." - Wie wärs, man gehe an die Jauchegrube und schmiere etwas ökologische Jauche auf die verfleckte Stelle und denke sich ebenfalls nichts dabei?" Also etwas Spuke soll sogar frische Innentür-Lackflecken entfernt haben, wohingegen Reinigungsbenzin manches Kleidungsstück aus Kunststoff sammt Fleck aufgelöst hat.

Gallseife soll bekannt wirksam sein bei:
  • Ananasflecken
  • eigentlich allen Obstflecken
  • Blutflecken
  • Fettflecken
  • Stärkeflecken
  • Eiweißflecken

Hinzufügen kann man, dass die angetrockneten Reste von "Baileys - The Original" aus dem Paulaner Halbliter-Biermaßkrug "Oktoberfest München 2008" sich ebenfalls leicht ausspülen lassen, falls man dem lauwarmen Spülwasser etwas flüssige Gallseife hinzugibt und ein paar Minuten einwirken lässt. Es soll ja Leute geben, die brauchen so ein großes 0,5liter-Glas nicht, weil sie sich sogar mit 0,7liter in einer launigen Nacht abfüllen.

Ungeklärt ist, ob mit Gallseife evtl. sogar das keramische WC-Becken wieder porentief rein wird, so dass mancher daraus essen mag.

Dagegen hat bei durch Pilzbefall entstandenen sogenannten Stockflecken die Gallseife ihre Fähigkeiten an Baumwollwäsche noch nicht bewiesen. Bevor man sein geliebtes Wäschestück wegschmeisst, kann man daran weiter experimentieren. Auch das Wundermittel Sagrotan oder Impresan konnte diesen Schadensvorgang, falls die Wäsche von derartigen durch die Luft fliegenden Pilzsporen infiziert worden ist, nicht verhindern. Inwieweit das keimtötenden UV-Licht per LED's innerhalb einer Waschmaschine oder gar im gesamten Wäschentrockenraum zum Einsatz kommen könnte und ob es auch gegen diesen Schadpilz helfen würde, müsste von dazu befähigten Forschungsunternehmen mal ausgetest werden.

Ein Punkt sollte dem Laien klar gemacht werden. Enzyme belieben allgemein eine Wohlfühltemperatur zu haben, um richtig arbeiten zu können. Und trotzdem können sie nicht hexen, d.h. es braucht seine Zeit. Daher sind evtl. auch diverse Erfahrungen widersprüchlich. Bei gleicher Temperatur kann das Enzym im Waschmittel A schneller als das Enzym im Waschmittel B arbeiten und bei einer anderen gleichen Temperatur kann dies umgekehrt sein. Geduld ist angesagt!

Daher wäre es ratsam, bei Erfahrungsberichten würde angegeben, bei welcher Temperatur und Wasserhärte, welchem pH und welcher Beleuchtung und Wäschefaser das Waschmittel-so-und-so (n)irgendwie funktioniert hat.

Nachfolgend ein paar ungeprüfte Tipps im Linksammler.

Linksammler:
  • http://www.flecken.de/ergebnis?rgfkid=7&rgfaid=58&rgtaid=24&rgtextileignung=1
  • http://www.flecken.de/ergebnis?rgfkid=7&rgfaid=58&rgtaid=24&rgtextileignung=2
  • Zusammensetzung und pH-Bereich von diversen Reinigungsmitteln (Vollwaschmittel, Hauptwaschmittel, 60 °C-Waschmittel, pulverförmig oder flüssig, Wollwaschmittel, Colorwaschmittel, Weichspülmittel (Weichspüler), Fleckensalz, Fleckenvorbehandlungsmittel, Bleichverstärker, Hypochlorit, Wasserstoffperoxid)
Dazugelernt habe ich, dass Weichspüler ein schwachsaures Waschmedium erzeugen und kein einziges Waschmittel im stark sauren pH-Bereich arbeitet, weil da bekanntermaßen auch die Fleckfarben farbecht in der Wäsche verbleiben. Seit Uromas Zeiten hieß es ja auch immer schon "Waschlauge" und nicht "Waschsäure".

später mehr (dp)(1h)
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