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Verfasst am 07.10.2008 19:26:59 Uhr
Gute und schlechte Nachrichten aus Island 2008

Mein ehemaliger Chef fragte gerne in die Menge seiner Arbeitsgruppe: "Was wollt ihr zuerst hören? Die gute oder die schlechte Nachricht!?"

Nun lese ich mit Erstaunen, dass sich die Isländische Währung im freien Fall befindet. (Lit.»). Dies betrifft mich aber zum Glück nicht, sondern verteuert nur die Reisen für Isländer in die nichtisländischen Staaten. Die isländische Krone habe
  • seit 1Woche gegenüber dem Euro mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren und
  • im Kurs innerhalb eines Jahres um mehr als 70% nachgegeben (100% - 70% = 30%).
Wie hoch war der Kurs noch vor einer Woche? Wie hoch wird er in einem Jahr sein?

Russland habe Island einen 4-Jahres-Kredit von 4Mrd. EURO eingeräumt um einen isländischen Staatsbankrott zu verhindern. Dies wären ca. 13000EUR pro Kopf und es sieht aus, als seien damit für eine gewisse Zeit die Zahlungen normaler Löhne und Gehälter gesichert worden. Nach Wikipedia liegt das BIP pro Ew. bei 63830 US$, entsprechend ca. 47000 EUR (Währungsumrechner). War geplant, dass die Isländer ihre Gehälter von 47000EUR bekommen (davon kann ich 4Jahre lang träumen!), dann standen vermutlich wegen der Finanzkrise ohne diesen Kredit nur 34000EUR pro Kopf, ca.72% zur Verfügung.

Die weltweite Bankenkrise ist also noch lange nicht vorbei. Ein möglicher Vorteil: das Reisen hin nach Island könnte dadurch billiger werden, jedoch ist mein Urlaub für dieses Jahr bereits verplant. Vielleicht bewegen sich in den nächsten Wochen und Monaten zahlungskräftge Touristen zu den Isländischen Thermalquellen und verhelfen so den Isländern zu nötigen Einnahmen?

Eine positive Nachricht erreichte mich per eMail aus Island: nachdem ich in Langenscheidts Universalwörterbuch (Auflage: 16, Jahr: 1990, ISBN: 3-468-18170-1) bereits festgestellt hatte, dass es folgende Einträge gibt:
  • heppinn: glücklich, erfolgreich
  • heppnast: glücken, gelingen
  • heppni: Glück, Erfolg
  • gelingen: heppnast
  • glücken: heppnast
darf ich mich nun "heppinn" schätzen, dass inzwischen die Beugungen für ins isländische online-Wörterbuch "Orðabók Háskólans" aufgenommen wurden. Es war wohl seit über einem Jahr keinem Isländer aufgefallen, dass es ausser Sorgen ums Überleben in der Polarregion auch noch das Glücklichsein gibt.

Vielen Dank an Frau Kristín Bjarnadóttir für die prompte Ergänzung.

Nun macht das Isländisch-Lernen noch mehr Spass. Jedoch reichen meine Fähigkeiten noch nicht so weit, aktuelle isländische Texte aus der Tagespresse zu verstehen. Malzeit! (dp) (0,5h)
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