Verfasst am 26.09.2008 23:35:12 Uhr Meine erste Begegnung mit dem Färöischen: Teil8 Fortsetzung vom 23.9.2008 Nachdem nun endlich nach langer Suche geklärt ist, wie man die in den Naturwissenschaften oft benutzten auf "-ión" endenden Wörter färöisch dekliniert (s.Beitrag v. 22.9.2008), schlägt mir auf den Magen, dass es im färöischen Alphabet kein "c", kein "x" und kein "z" gibt. Einer chemische Strukturformel kann dieser offizielle Buchstabenmangel nichts anhaben, weil sie dann automatisch zu Sonderzeichen mutieren und fröhlich weiterverwendet werden können. Was aber geschieht mit dem Text? "Ascorbinsýru" lässt sich noch leicht auf "Askorbinsýru", "spectroscopi" leicht auf "spektroskopi" umschreiben. Etwas schwerer fällt es, "oxidatión" durch "oksidatión" zu ersetzen (da bin ich wohl der erste "Färöer"?). Und zum Glück liegt "Wetzlar" für färöische Verhältnisse im Ausland und kann daher auch sein "z" behalten. Aber was passiert mit "aceton" und "acetyl"? Mutieren diese analog zur "konsentratión" zu "aseton" und "asetyl"? Na, in einem färöischen Wikipedia-Beitrag wurde (z.B.: in "Metalkompleksir") das "x" bereits durch "ks", das "ch" (z.B.: in "klor") bereits durch "k" ersetzt, aber in "bronza" feiert das "z" noch "fröhliche Urständ", während es im "Sink" den "Sinkflug" auf die Buchstabenmüllhalde bereits hinter sich hat. Vielleicht will man dem "z" ein färöisches Gnadenasyl gewähren, weil es im isländischen Alphabet bereits offiziell eliminiert worden ist? Ich glaube, viele der offiziellen färöischen Textautoren gehen diesem Dilemma aus dem Weg, indem sie einfach die dänische Schreibweise verwenden. Daher scheint auch die Bildung des Genitiv-"s" bei "-ión"-Worten in häufigem Gebrauch und vermutlich versteht jeder färöische Wissenschaftler dies auch, zumal es auch im Englischen ein Genitiv-"s" gibt. Die Zukunft wird es weisen. Es darf noch geraten werden, wann und mit welchem Satz ich meine Übersetzung ins Färöische fortsetze. Ohne gescheites Wörterbuch weiß ich es leider selbst noch nicht. (dp)(1,25h) Nachtrag_1 am 28.9.2008 um 01.45Uhr: Nach ausgiebiger Recherche kann der 3.Satz angegangen werden. Die isländische Übersetzung lautet: Á þessu samhengi, ketó-enól tautómerisma erfiðleikarnir voru rannsakaðir í asetýlasetón og (iso-)askorbinsýrur. Einige Wörter sind im färöischen anders. Zum Beispiel gibt es im Isländischen auf "*-ismi" endende Wörter, im Färöischen dagegen enden sie auf "*-isma" (das färöische Wörterbuch kennt (außer disma [neutrum] sind alle feminin): baptisma, bolsjevisma, buddisma, disma, fasisma, kapitalisma, klassisisma, kommunisma, konservatisma, leninisma, liberalisma, magnetisma, maoisma, marxisma, nasisma, naturalisma, prisma, protestantisma, rasisma, realisma, sionisma, skandinavisma, sosialisma, stalinisma). Also sind auch die übrigen Fälle etwas verschieden. Dem isländischen "tautómerisma" steht das färöische "tautomerismu" gegenüber. Hier ist meine Übersetzung ins Färöische von Satz3: Á hesu samhangi, keto-enol tautomerismu spurningarnir vóru rannsakaðir í asetylaseton og (ísó-)askorbínsýrur. (dp)(4h)
Fortsetzung folgt archiviert (tbid2488.494): (dp) 12.05.2009 (+0,3h (+flagcounter +emoticon +home.icon +htmlCode-korr. +Link-korr.)), 30.6.2009 (+0,1h (+Link-korr.)) | ||||||