Verfasst am 04.08.2008 14:47:07 Uhr Zurück aus dem Irrweg Soeben hatte ich mir überlegt, dass ich ein weiteres Bookmarking auf einer meiner Webseiten anlegen wollte. Was hatte ich noch nicht und was fand einer meiner Freunde so interessant? Das live-Bookmarking von Fa. MSN. Zum Anmelden benötigt man eine eMail-Adresse, was kein Problem darstellt. Später erfährt man dann auf der https-Seite "Vereinbarungen überprüfen und unterzeichnen", dass man sich hiermit einverstanden erklärt, "zielgerichtete Werbung und regelmäßige Mitgliedsschreiben per E-Mail" zu erhalten. Oh, Gott! Verschone mich vor SPAM! Also habe ich schnell mal den Registriervorgang neu gestartet und vorher eine Wegwerf-eMail-Adresse erfunden. Dann habe ich mir endlich Gedanken über die zur Registrierung erforderlichen Anmeldendaten machen können. Man muss an dieser Stelle nicht seinen Namen angeben (oh wie anonym!), aber das Geburtsdatum ist wichtig. Dafür habe ich auch noch mein Verständnis. Nun kommt es aber dicke: zwingend erforderlich ist die Angabe, in welcher Industrie man arbeitet. Ich dachte, wir leben inzwischen schon im Nachindustriellen Zeitalter? Da habe ich mich wohl doch geirrt. Folgende Industrien stehen zur Auswahl:
Wenn man anstelle von "Industrie" von "Berufsbranche" gesprochen hätte, könnte man die Formulierung noch akzeptieren. Doch damit nicht genug. Nach Beantwortung der Frage "Wo verdienst Du Deine Brötchen?" ist wichtig zu beantworten: "Was ist Deine Tätigkeit?"
Was würde denn der Papst hier angegeben haben? Und dann muss man noch einen Microsoft-Servicevertrag annehmen, der so umfangreich ist, dass ich vermute, den würde noch nicht mal Bill Gates für sich privat akzeptieren wollen, denn es gibt kein Rückzugsrecht und keine Überdenkungsfrist. Sollte einem diese Dienstleistung kostenlos überlassen worden sein, so muss man fortwährend das eMail-Konto im Blick haben, was gleichzeitig wie angekündigt auch mit Werbebotschaften vollgemüllt wird, um die wichtste aller Ankündigungen nicht zu übersehen, dass ab einem bestimmten Datum die Dienstleistung nur noch gebührenpflichtig sein kann. Hier gilt nicht das übliche Verfahren, dass der Dienst automatisch beendet ist, falls man der Einführung oder Erhöung von Gebühren nicht ausdrücklich zustimmt, sondern hier gilt, dass einem ein Konto automatisch mit (mehr) Kosten belastet wird, falls man nicht rechtzeitig zu kündigen in der Lage ist. Bei jedem realen Bankkonto kann man eine Vertrauensperson beauftragen, - und sei es im Falle von geistiger Behinderung "nur" ein Vormund -, für einen persönlich und im eigenen Sinne Dienstgeschäfte abzuwickeln. Nicht aber bei diesem LIVE-Dienst. Angenommen, es trifft einen von dem vielen SPAM der Hirnschlag, dann ist niemand ausser man selber in der Lage, der "Kostenfalle beim LIVE-Dienst" zu entgehen. So ein Bookmarking brauche ich leider nicht! Ich muss nicht immer gleicher Meinung wie manche meiner Freunde sein. Wer sich aber durch meine Bedenken nicht abschrecken lassen will, dem wünsche ich viel Vergnügen mit MSN Live. (dp)(1h) archiviert (tbid2372.463): (dp) 29.06.2009 (+0,1h (+flagcounter +home.icon +w3c_LiCh )) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||