Verfasst am 13.06.2008 19:29:25 Uhr Liebe europäische Globalplayer Soeben erhielt ich eine Nachricht, warum diese moderne arbeitsplatzvernichtende Welt, die von wenigen Aufsichtsratsvorsitzenden nicht mehr richtig kontrolliert zu werden scheint, den wählerbefürwortenden Bach hinuntergeht. Ich möchte in meinem Postkasten wichtige Post haben, die möchte ich herausnehmen, durchlesen und gegebenenfalls abheften und fertig. Aber nein. Nun bekomme ich die Modernisierung eines schnelleren DSL-Anschlusses, damit ich die Werbevideos und Marcomedia Flashs noch schneller auf meinen PC herunterladen kann, die mich sowieso nicht interessieren. Dafür braucht man keine beamteten, vereidigten Geheimnis-Briefträger mehr und kann sie in den vorzeitigen Ruhestand schicken. Den Ersatz übernehmen die Aushilfs-Zeitarbeits-Geringfügigkeits-Arbeitskräfte und schleppen sich mit Tonnen von Werbemüll ab und stopfen ihn mehrmals täglich in den Postbriefkasten. Dafür hat uns ja die Stadt mit einer blauen Mülltonne versorgt, die auch bezahlt werden muss, wenn man sie nicht benutzt. Damit die armen europamüden Webloger noch müder werden, verfügen die am Existenzminimum dahinexistierenden Verlage, dass Gratiszeitungen mit besonders viel Werbemüll auch in Briefkästen zuzustellen seien, die die Aufkleber "Werbung, nein danke!" oder "Reklame, nein danke!" tragen, weil diese Gratiszeitungen nicht unter den Oberbegriff "Werbung" sondern unter "Information" fallen. Der Leser hat noch nicht mal ein Recht, sich dagegen zu wehren. Es kann ihm sogar von rechts wegen zugemutet werden, täglich seine Information danach durchzusuchen, ob nicht doch eine wichtige Post dabei ist. Es war ein hohes Anliegen, als einst das Briefgeheimnis erfunden wurde. Heute ist es aber dadurch ausgehöhlt, dass nur noch Werbeinformation als Brief an alle Hausbewohner kommt und wichtige persönliche Daten über das Internet versandt werden, natürlich für jedermann, der sich auskennt, einsehbar. Es gilt das Steuergeheimnis: auch so eine Sache. Warum publiziert man es nicht an der Bushaltestelle, wo jeder morgens zur Arbeit fahren wollend vorbeikommt. Früher bekam der Arbeitnehmer seinen Lohnabrechnungsstreifen und sein Geld vom Arbeitgeber in die Hand und es ging. Heute werden im Zeitalter der modernen EDV sogar öffentliche soziale Lebensunterstützungsbeiträge nicht, nicht in vollem Umfang oder nur verspätet ausgezahlt, weil ein bestimmtes Computerprogramm nicht einwandfrei arbeitet. Warum kann das Computerprogramm nicht vorher getestet werden? Weil dies zu teuer ist. Na, nun kann ich bald meinen Briefkasten zumauern, damit die Werbezusteller keine Chance mehr haben. Sie werden schon eine Möglichkeit finden, ihren Ballast bei mir im Vorgarten zu entsorgen, denn sonst sind sie ihren Job los. Mein Nachbar wird dann wieder sich bei der Stadtverwaltung beschweren oder bei der Polizei anrufen und fragen, ob ich schon verstorben sei, weil es im Vorgarten wie auf einer Werbemülldeponie aussieht. Wenn ich mich weiter so aufrege, bekomme ich tatsächlich einen Infarkt. Mir ist doch völlig egal, wie die Iren gewählt haben. Sollen sie doch alle sich eine hohe Mauer um ihre Insel ziehen, damit ich "Ihr-Land" nicht sehen muss, wenn ich wieder aus dem "Alten Europa" zu meinem großen Bruder in die "Neue Welt" fliege! Wenn ich den Lissabon-Vertrag richtig verstanden habe, hätten sie mit "YES" stimmen können und hätten nach Inkrafttreten des Lissabonvertrages aus der EU austreten und vielleicht Frankreich, die Niederlande und Großbritannien gleich mitnehmen können. So aber müssen sie ein Mitglied der EU bleiben und weiter mit dem EURO bezahlen. So schnell fahre ich nicht nach Irland in Urlaub. Dazu habe ich sowieso keine Zeit. Sogar meine Walderdbeeren wollte ich vor einem Tag schon ernten. Nicht eine einzige habe ich bisher verköstigen können, weil die ja nichts kosten. Wenn ich aber Vitaminpillen für mich und meine Freunde im Internet bestellen kann, dann wird sich ein Weg finden, der mir dies ermöglicht. Meine SMS-Karte ist voll, meldet seit Tagen mein Handy. "Ja, dann lösche die SMS-Daten doch endlich!" raten mir meine Freunde. Nun, anhand der Daten lässt sich für mich noch rekonstruieren, wann ich wo in Urlaub oder an für mich wichtigen Orten gewesen bin oder wann ich wo etwas persönlich für mich wichtiges erlebt habe. Leider musste ich feststellen, dass zwecks automatischem Download dieser SMSen nur die Texte ohne die dazugehörigen Sende- oder Empfangsdaten heruntergeladen werden können. Denn diese technischen Daten gehören nicht mir, sondern unterliegen der Urheberschaft des Mobilfunkbetreibers, die ich nur einsehen aber nicht herunterladen kann. Das ist auch nicht gerade europafreundlich. Auch europaunfreundlich ist, dass es den Europa-Politikern in Verhandlungen nicht gelingt, bei US-Politikern durchzusetzen, dass US-Bürger vor Flügen nach Europa sich hier ebenfalls rechtzeitig über das Internet bei der EUROZOLL-Agentur anmelden müssen. Gleiches Recht für alle! Und wie oft war Frau M. bei den Iren zu besuch? Eine so nette Physikerin so abzustrafen ist sogar für mich enttäuschend. Wissen die Iren überhaupt, was sie dieser Frau damit antun? Hätte denn Miss Th., die Chemikerin und Lufteiserfinderin die Europapolitk den Iren besser verkaufen können? Hätte sie die irische Mentalität besser einschätzen können? Jetzt mit der Handtasche auf das Rednerpult zu schlagen und wie auf einer Auktion die "EU der 27 Staaten" meistbietend zu verhökern, bringt auch nichts mehr. Mir ist der Europaappetit vergangen. Heute werde ich meinem Freund Helmut beim Essen zuschaun müssen, damit mir nicht schlecht wird. Malzeit! (dp) (2h) archiviert (tbid2265.439): (dp) 28.06.2009 (+0,1h (+flagcounter +emoticon +home.icon +w3c_LiCh)) | ||