[DrPagel-FavIcon] « »

Verfasst am 02.04.2008 01:04:31 Uhr
Tanklager, Brückenlager, Wäschelager, Fürstenlager

Sachen gibt's, die gibt es gar nicht. Gestern (1.4.2008) war ich nicht im Teppichlager oder im Baustofflager, sondern im Fürstenlager. Darunter habe ich mir vorher nichts vorstellen können. Ausgeschildert war dieses Lager voller Fürsten in Bensheim an der Bergstraße. Der Parkplatz ist konzeptionell nicht für Reisebusse geeignet. Aber Fürsten habe ich dort auch keine liegen sehen. Ebenso war es keine Obdachlosenstelle für den wohnsitzlosen verarmten Provinzadel: es war ein Englischer Garten.

Es macht Spaß, dort stundenlang bergauf und bergab zu spazieren oder zu joggen. Man kann den Enten oder Schwänen beim Relaxen zuschauen oder sich als Gänseflüsterer betätigen. Ich habe noch nie so friedliche Gänse erlebt (die haben Weihnachten überstanden!). Berühmt ist dieser Garten durch seine exotischen Bäume, die ich nicht alle kenne und die auch leider nicht ausgeschildert sind. Da weiß wohl nur der Gärtner oder Forstpfleger, welche Großodien es im Fürstenlager zu bestaunen gibt. Im über 30Jahre alten Buch von Freund Reinhard wird auf die höchsten Mammutbäume Europas verwiesen. Einer soll bereits damals über 53m hoch gewesen sein und dürfte inzwischen noch gewachsen sein. Mammutbäume werden mich in Zukunft an riesige Nadelbäume, den Kiefern vergleichbar, erinnern.

Als ich kam, schien die Sommersonne, als ich ging die Abendsonne und zwischendurch versuchten mich drei Aprilregentropfen einzuschüchtern. Dieses staatliche hessische Kulturdenkmal finde ich sehenswert. Ebenfalls einzigartig finde ich den straßenniveaugleichen knöcheltiefen gepflasterten Bachlauf zwischen den Häusern und der ...-Straße. Hierfür wird Stefanie Hertels Volksschlagerlied "Über jedes Bacherl geht a Brückerl" umgeschrieben werden müssen: "Zu jedem Häuserl geht a Brückerl".

Jedoch das Stadtbild nicht gerade verschönern die an diversen Straßenabschnitten angebrachten Kästen mit der Möglichkeit, Flensburger Treuepunkte sammeln zu können. Hier scheint Südhessen eine wahre Goldgrube zu sein. Ob ich mir da auch ein Claim abstecken könnte?

Und zum Feierabend dachte ich: "Wenn die rot-weisse Fahne über der Schlossruine Auerbach weht, dann ist auch Besichtigungszeit?" Nein, um 17Uhr schließt das von Scheinwerfern angestrahlte weit sichtbare Kleinod. Wie Ritter "Fips der traurige" stand das Etablissement ganz öde und verschlossen einsam im Wald, weil es erst Dienstag war. Denn seit dem 1.April kann ab Mittwoch bis 22Uhr das Schlossrestaurant besucht werden. Aber auch andere Restaurants haben nette Köchinnen. (dp) (1,25h)
archiviert (tbid2047.391): (dp) 21.06.2009 (+0,15h (+flagcounter +home.icon +w3c_LiCh))
Haftungsausschluss
free counters
© drpagel.de Alle Rechte vorbehalten.