DrPagel-FavIcon
« »

Verfasst am 11.03.2008 21:53:16 Uhr
Augentraining am Farbumschlagsbereich des Indikators Methylorange

Wieder hat sich der Spruch meines Vaters bewahrheitet: "geht nicht gibt es nicht".

Mit Hilfe meiner Version des CurTiPot-Programmes (für StarBasic umgeschrieben) wurden die prozentualen Anteile des Beispiel-Indikators Methylorange in seiner protonierten roten Form und seiner deprotonierten gelben Form ermittelt (siehe Beitrag v. 09.3.2008).

Es wurden vier Kalibrierfarben (i.e. bei pH=2, 3, 4 und 5) aus den hellen Bereichen eines Wikipediabildes ausgewählt und die Farbübergänge zwischen den Kalibrierfarben mit Hilfe von Photoshop6.0, Bedienbutton "Verlaufswerkzeug" erzeugt und der Kurvengrafik als Hintergrund zugeordnet. Anstelle das Ganze mit den Farben aus den dunklen Bereichen des Wikipediabildes zu wiederholen, wurde der Hintergrund einmal mit schwarzem und einmal mit weissem Gitter gerastert. Wenn ich Langeweile gehabt hätte, hätte ich es auch einmal mit einem farbigen Gitter gerastert. Für heute soll's so genügen.

[Testbild1]
Bild 1: Simulierter Farbverlauf zur Acidimetrischen Titration von Methylorange mit schwarzem Raster

[Testbild2]
Bild 2: Simulierter Farbverlauf zur Acidimetrischen Titration von Methylorange mit weißem Raster
Anm. zu Bild 1+2: Der Schnittpunkt der blauen mit der grünen Kurve kennzeichnet den pKs-Wert, angenommen bei pH = 3,39 (siehe Beitrag v.9.3.2008). Hier liegen beide Formen des Indikators im gleichen Mengenverhältnis in der Titrationslösung vor


Es ist auffallend, dass nicht nur der Farbeindruck ein individueller ist (was erkennt der Rot-Grün-Blinde?), auch ein Hintergrund oder vorhandene Schwebteile oder farbige Fremdsubstanzen können den Farbeindruck der Titrationslösung bei jedem pH beeinflussen, denn: es sind sowohl die Rot-, Gelb- als auch Übergangsfarbtöne in beiden Grafiken identisch und trotzdem könnte man beim unteren Bild sagen: "Ja, das ist Gelb im alkalischen Bereich und Rosa (pink) im sauren Bereich" und beim oberen Bild würde man behaupten können: "Die Farbe sei bereits orange im alkalischen Bereich und rotbraun im sauren Bereich". Auch die Konzentration des Indikators hat sicherlich auf den Farbton einen Einfluss: hoch konzentrierter Indikator ergibt eine kräftigere Farbe und niedrig konzentrierter Indikator ergibt eine blassere Farbe.

In der Literatur liest man: "die Acidimetrische Titration mit Hilfe des Indikators Methylorange (z.B. bei der Karbonathärtebestimmung) vollführe man bis zum Farbumschlag, der bei pH 4,3 liegen soll (siehe Beitrag v. 24.1.2008). Dann lese man die verbrauchte Menge HCl ab, usw. ..." Doch wann erkennt man, dass dieses Ziel erreicht ist?

Man sieht, wenn man das Gitter und die pH-Skala entfernt, wie schwer es für das Auge zu entscheiden ist, ob sich die Farbe schon geändert hat oder ob sie noch gleich ist. Dies ist besonders problematisch, wenn dem Betrachter nicht noch zusätzlich die Vergleichsfarbe des vorangegangenen pH-Wertes vorliegt, sondern wenn er sich auf sein Gedächtnis verlassen soll um zu beurteilen, dass "die Farbe jetzt anders als vorher" ist.

Nicht nur ein wohlmeindender Freund hätte wieder bedacht, dass sich diese Handarbeit der Bildbearbeitung nicht lohnen würde. (dp) (1h (+9h Handarbeit))
archiviert (tbid1998.381): (dp) 18.05.2009 (+0,1h (+flagcounter +home.icon +w3c_LiCh +4navi)), 17.6.2009 (+0,2h (+Link-korr.))
Haftungsausschluss
free counters
© drpagel.de Alle Rechte vorbehalten.