Verfasst am 09.03.2008 23:54:00 Uhr Simulation einer Titration des Indikators Methylorange Einen ersten Gebrauchstest vom freeware-Programm CurTiPot (Prof.Gutz, Brasilien) habe ich bei der Simulation einer Titration des Indikators Methylorange (Synonyme: Natrium-4-(4'-Dimethyl amino phenyl azo) benzol-1-sulfonsäure, ("methyl orange, Acid Orange 52" (engl.), "méthylorange, hélianthine, Orangé de Méthyle" (frz.), "Helianthin, Tropaeolin, Orange III, Goldorange, MO" (dts.), "metilarancio" (ital.))) vorgenommen. Warum ausgerechnet Methylorange? Der Indikator wird insbesondere verwendet
Doch nicht in allen Literaturen wird über die gleichen Dissoziationskonstanten von Methylorange berichtet. Nach dem "Handbook of Chemistry and Physics, 66.Edit., Seite D-147" hat dieser "red2yel"-Indikator einen Farbumschlag im Bereich von 3,2 bis 4,4 und wird (weltweit präpariert) in einer Konzentration von 0,01% in Wasser verwendet. Der pKs-Punkt liegt an jener Stelle der Titration, an welcher die Kurvensteigung am geringsten ist. ![]() Angenommener pKs-Wert ist 3,39. Die Konzentration von Methylorange (= 0,01M) entspricht der oben zitierten aus meinem CRC-Handbuch. Nachfolgend erkennt man fast garnichts vom Übergangsbereich, falls man für die Konzentration des Titranten (HCL) ebenfalls 0,01M wählt. ![]() Angenommener pKs-Wert ist 3,39. Die Konzentration von Methylorange (= 0,01M) entspricht der oben zitierten aus meinem CRC-Handbuch. Qualitativ vergleichbar wenig würde man sehen (hier nicht dokumentiert), falls man sowohl die Menge des Titranden als auch des Titranten bei gleichen Konzentrationen auf das Zehnfache erhöhte.Auch eine Auschnittsvergrößerung brächte hier keinen visuellen Mehrgewinn an Information. Leider habe ich Differentiations- oder Integrationsfunktionen noch nicht implementiert und daher mit dem CurTiPot-Programm eine höhere Konzentrationen des Titranden (Methylorange) eingestellt, auch wenn sie evtl. chemisch nicht darstellbar sein sollte (siehe unten: max.Löslichkeit), um die Lage dieses "Sattelpunktes" erahnen zu können. ![]() Angenommener pKs-Wert ist 3,39 (frz.wikipedia aus "David R. Line, Handbook of Chemistry and Physics 84th edition (2003/2004), CRC Press, 2004", prt.wikipedia). Natürlich ergäbe sich ein anderer Kurvenverlauf, falls ich einen anderen pKs-Wert vorausgesetzt hätte. Da existieren auch in Wikipedia unterschiedliche Einträge, z.B. zur Zeit noch auf seiner polnischen Seite für "metylooranż, heliantyna" ein "Kwasowość pKa=6,5". Eventuell ist hier der pH-Wert der wäßrigen Lösung (0,5% m/V, 20 °C) gemeint (Lit.»)? Aber vielleicht entdeckt mal jemand den wahren Wert. Es wird außerdem berichtet: von
Man kann glauben, dass eine zu (meist höherkonzentrierten) Probenlösungen beigefügte geringe Menge Methylorange mit geringer Konzentration den Kurvenverlauf der (simulierten oder tatsächlichen) acidimetrischen Titration nicht wesentlich stört. Neben dem aus meinem CRC-Handbuch zitierten Literaturwert für die Konzentration c=0,01M werden folgende Konzentrationen oder Löslichkeiten zum Indikator Methylorange berichtet (für die Umrechnung: 1Mol = 327,34 g):
Über die Farbigkeit habe ich bereits oben erwähnt, dass bei pH = 3,7 eine Mischfarbe "orange" entsteht, die sich aus Rot- und Gelb-Anteilen zusammensetzt. Die Schwierigkeit bei der Titration allgemein ist, einen Farbunterschied visuell zu erkennen. Hierzu fand ich in einer (Lit.», Seite24 ) erwähnt, dass das menschliche Auge bzw. das nachgeschaltete Hirn erst einen Farbunterschied feststellt, falls die Farbintensität, die wiederum von der Konzentration der Farbsubstanzkomponente abhängt, sich um den Faktor 10 von der vorausgemessenen Farbe unterscheidet. Vielleicht ist dies auch ein historischer Grund dafür, warum man sich für eine logarithmische Skala zur Basis 10 bei den pH-Werten entschieden hat? Empfindlicher sind da heutzutage die Spektralphotometrischen Analysen. Es wird berichtet:
(dp) (5h+(5,5h f.Recherche)) Nachtrag am 10.3.2008 um 17.45Uhr: Zur Entstehung der Farben fand ich noch eine Literatur. Danach wird beim Ansäuern nicht die Sulfonsäure-Gruppe am negativgeladenen Sauerstoff neutralisiert, nein, das Proton lagert sich im Bereich von Stickstoffatomen an die N=N-Doppelbindung des Moleküls. Dies führt zur Elektronen(wolken)-Delokalisation über weite Bereiche des Moleküls analog zu Lackmus ("lithmus" (engl.)), jedoch mit anderen Farben und bei anderem Farb-Umschlagbereich. (dp)(0,35h) Linksammler:
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