Verfasst
am 11.11.2007 20:41:31 UhrEntkalkung ohne KalkentnahmeEs gibt mindestens eine VergleichsKundin, die sehr zufrieden mit einer Wechsel-Magnetfeld-Technik ist (s. Nachtrag_1). Bei ihr seien eine mir unbekannte Anzahl von Permanentmagnete hintereinandergepackt und umschließen ein Hauptwasserrohr halbseitig ungefähr in U-Form. Wenn jemand irgendwo im Haushalt einen Hahn öffnet und also das Wasser in Bewegung gerät, fließt es und mit ihm kalziumhaltige, (meist elektrisch geladene) chemische Verbindungen (und Kristalle) durch dieses Wechselmagnetfeld. Jetzt kenne ich die patentlichen technischen Daten nicht und weiß also nicht, ob der Grad der Entkalkung z.B. von der Fließgeschwindigkeit abhängt oder nur von der Stärke der Magneten. Für Krankenhäuser und andere Großverbraucher werden z.B. dickere Blackboxen als für Privathäuser angeboten.
Wenn ich mich recht erinnere, wollte ein Messehändler vor einigen Monaten ca. 600 uro für ein kleines Gerät haben.
Nun habe ich etwas herumgegooglet und gefunden, dass ein eidgenössischer schweizer Händler (http://www.fs-montagen.ch/) für ein elektronisches Gerät, welches über zwei Stromspulen ein hochfrequentes Feld erzeugt, eine Preissenkung publiziert (heute anstatt 590,-- sfr nur 350,-- sfr). Die Webseite mit einem Währungskonverter (http://www.ferienhaus.com/converter.htm) rechnet aus: 350,-- sfr = 212.5397 uro (Kurs vom 11.11.2007 um 20Uhr). Das heisst aber, dass dieser Händler ebenfalls vom Verkauf noch etwas verdient. Wie günstig bekommt man so ein Gerät eigentlich?
Gut dass der Händler den GeräteNamen publiziert hat: es ist das Gerät "Kalk max" der Firma "maxx Tech". Evtl. ist beabsichtigt, den Firmennamen über die google-Suche zu erschweren und damit den Händlern ihre Existenz zu sichern. Ob sie auch an Privatkunden verkauft? Die Firma publiziert ihren Namen nur in einem Bild "MTlogo.gif", hat ihren Sitz in Österreich in A-4063 Hörsching, wie auf dieser Webseite
http://search.e-business.iao.fraunhofer.de/data/a-z_m.htm zu lesen steht, und wenn man also die maxx-Tech-Website erst gefunden hat, sieht man auf ihrer Unterseite http://www.maxx3000.com/KalkMax/KMInt.htm bzw. http://www.maxx3000.com/KalkMax/KMFrMont.htm, dass die Straßenanschrift für den Vertrieb nach Deutschland die Händleranschrift "VITA MAX International Research GmbH, A-4063 Hörsching, Mozartstraße 9" ist. König Kunde kann seine Anfragen an eine eMail-Adresse dieser Firma stellen.
Die Webseite von www.vitamax.cc enthält allerdings keine Entkalkungsgeräte im herkömmlichen Sinne, sondern preist esotherische oder mir noch unverständlich wirkende Wasserbelebungsgeräte auf, mit denen die Ur-Information des Wassers, dessen Energie und dessen Kraft wieder hergestellt werden können soll.
Mir sagte ein Messehändler: "Sie müssen uns schon glauben!" Wenn sowohl die Entkalkung als auch die Wasserbelebung funktioniert, müssen die Phänomene doch technisch nachweisbar sein. Dann würde doch automatisch über eine hohe Kundenzufriedenheit der Absatz steigen. Sind denn dieses alles nur Glaubensphänomene eines Placebos? Also den Begriff "versteinertes Wasser" finde ich eigentlich nur für tiefgefrorenes Eis angebracht.
(dp) (6,5h (incl.Linksammler))
Linksammler:- exemplarische Daten zu Wasseranalyse & Wasserhärte:
- Übersichtskarte Wasserhärte in Deutschland; Vergleich: deutsche, französische Härtegrade
- Wasserhärten in 35576, 35578, 35579, 35580, 35581, 35582, 35583, 35584, 35585, 35586 Wetzlar; Energie-&Wasserversorgungs GmbH (enwag) (°dH = Grad deutsche Härte)
- Definitionen und Untergliederungen von Wasserhärten (Härtebereich, Grad Deutsche Härte ( dH° ), Konzentratiom [mol/cbm], Charakter) in 35633 Lahnau
- Wasserhärte in 35435 Wettenberg (ebenso Wasseranalyse zu Calcium, Chlorid, Fluorid, Hydrogencarbonat, Kalium, Magnesium, Natrium, Nitrat, Sulfat)
- Wasseranalyse (Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke)
- Wasserhärte in Ortsteilen/Stadtteilen von Amöneburg, Biebertal, Cölbe, Ebsdorfergrund, Fronhausen/Lahn, Gladenbach, Hüttenberg, Kirchhain, Lahntal, Lohra, Neustadt, Schöffengrund, Weimar, Wetter; (Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke)
- Wasseranalyse in Gießen (Stadtwerke)
- Wasserhärte in 35390, 35392, 35394, 35396, 35398 Gießen
- Wasseranalyse, Wasserhärte 35614 Aßlar
- Wasseranalyse 35423 Lich
- Wasserhärte 35423 Lich
- Wasserhärte 35410 Hungen
- mittlere Wasserhärte und ihre saisonale Schwankung in 35516 Münzenberg (Wert Calcium mg/l x 0,14 + Wert Magnesium mg/l x 0,23 = °dH) (vergl. Nachtrag_3, Formelherleitung)
- Wasserhärte: °dH Gesamthärte, Härtegrad, Wasseranalyse: pH, Nitrat in 35510 Butzbach
- Wasserhärte: °dH Gesamthärte, Härtegrad in 35619 Braunfels
- Leitfähigkeit, pH, Gesamthärte, °dH, Härtebereich in Ortsteilen/Stadteilen von Bad Nauheim, Bad Vilbel, Echzell, Florstadt, Friedberg/Hessen, Hirzenhain, Hungen, Karben, Laubach, Lich, Niddatal, Nidda, Ortenberg, Ranstadt, Reichelsheim, Rockenberg, Schöneck, Wölfersheim, Wöllstadt; Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG (OVAG)
- Prinzip elektronischer Entkalker
- Studie zur Trinkwasseraufbereitung und Kalksteinverhinderung (muss ich noch lesen!)
- Analyse-Zubehör (von Fa. Merck) zum Bestimmen von pH-Wert usw.
- BIO-DATA GmbH - Labor für Boden, Umwelt und Ernährung (ein unabhängiges, 100%iges Tochter-Unternehmen der Kali+Salz-Gruppe)
- Lehr-Versuche zur Wasserhärte
- wirkungslose Wasserenthärtungsgeräte
- Nützlichkeit von pH-Wertabsenkung für empfindliche Pflanzen (Rhododendron &Co.) bei alkalischem, calziumhaltigen Leitungswasser (durch Zugabe von Säure zum Gießwasser kann durch Eigenversuch bestätigt werden)
- ideale Trinkwasserhärte gem. EG-Richtlinien = ca. 8°dH
- Rupert Hochleitner, GU Naturführer Mineralien und Kristalle, ISBN 3-7742-2438-2, Gräfe und Unzer, München 1986: hieraus einige ergänzende Daten zu nachfolgendem Wikipedia-Link:
- Wikipedia: Wasserhärte und (Nicht-)Wirkprinzip v.Geräten mit elektrischen, magnetischen (elektromagnetischen) Feldern (Erklärung: Bildung von Aragonit
- feine Nadeln;
- Dichte 2,95
- Härte 3,5-4
- Kristallsystem: orthorhombisch
- Strichfarbe: weiß
- chem.Formel: CaCO3;
- Optik: kann lumineszieren (unter UV-Licht rosarot bis hellgelb aufleuchten und anschließend fluoreszieren);
- Löslichkeit:
- in Wasser leichter als bei Calcit;
- leicht durch Säuren u. Laugen
anstatt Bildung von Calcit (Doppelspat, Kalkspat, Kesselstein)- Dichte: 2,6-2,8
- Härte: 3
- Kristallsystem: trigonal
- Strichfarbe: weiß
- chem.Formel: CaCO3
- Optik: Doppelbrechung
- Löslichkeit:
- leichter löslich im kalten als im heißen Wasser
- in Wasser schwerer als Aragonit
Ausserdem soll es noch Vaterit geben, welches sich in mineralstoffreichen Wässern und in Nieren und Galle als Nierenstein und Gallenstein bilden kann und schwerer löslich als Calcit sein soll.- Dichte: 2,54
- Härte: 3
- Kristallsystem: hexagonal
- chem.Formel: CaCO3
- Aragonit-Datenblatt
- Calcit-Datenblatt
- Vaterit-Datenblatt
Nachtrag_1 am 11.11.2007 um 22.45Uhr:Mir ist aufgefallen, dass wir früher in Wetzlar ziemlich hartes Wasser hatten und heutzutage soll es weniger hart sein. Dies könnte auch dazu geführt haben, dass diese Vergleichskundin den Effekt der Zufriedenheit auf die Wirkungsweise des Entkalkers zurückführt, obwohl das Leitungswasser selbst inzwischen auch ohne Entkalker weniger Kalk mit sich führt. Wenn ich aber das Straßenverzeichnis der enwag-Kunden mit den Wasserhärte-Bezeichnungen gemäß Waschmittelgesetz (weich, hart), den Härtegraden (dH), den Konzentrationen von Calziumcarbonat/liter anschaue, dann bekommt die VergleichsKundin zur heutigen Zeit (gemäß enwag-Analyse vom 16.7.2007) Wasser mit folgenden Qualifikationen: - hart = WasserHärtebezeichnung gemäß Waschmittelgesetz
- 3,5 mmol/lit. = über 2,5 mmol/lit. CaCO3
- 18,8 °dH
- pH 7,2
- 103 mg/lit. = Ca-Ionenkonzentration
- 18,8 mg/lit. = Mg-Ionenkonzentration
- 415 mg/lit. = berechnete HCO3-Ionenkonzentration
- 612 µS/cm = elektrische Leitfähigkeit
- 6,8 mmol/lit.= Säurekapazität Ks (bei pH 4.3)
- 0,88 mmol/lit.= Basenkapazität Kb (bei pH 8.2)
Gemäß der enwag-Analyse vom 16.7.2007 soll meine Wohnung zur Zeit mit Trinkwasser der folgenden Eigenschaften versorgt werden: - weich = Wasserhärte-Bezeichnungen gemäß Waschmittelgesetz
- 1,1 mmol/lit. = unter 1,5 mmol/lit. = Calciumcarbonat-Konzentration
- 6,2 °dH
- pH 8,06
- 33 mg/lit. = Ca-Ionenkonzentration
- 6,7 mg/lit. = Mg-Ionenkonzentration
- 110 mg/lit. = berechnete HCO3-Ionenkonzentration
- 232 µS/cm = elektrische Leitfähigkeit
- 1,8 mmol/lit. = Säurekapazität Ks (bei pH 4.3)
- 0,04 mmol/lit.= Basenkapazität Kb (bei pH 8.2)
Hier erstaunt mich, dass mein Wasser trotz einer geringeren Wasserhärte im Vergleich zur Vergleichskundin 7,2 mal alkalischer als ihr Wasser ist.
10-(pH-Wert v.meinem Trinkwasser) geteilt durch 10-(pH-Wert v.Trinkwasser d.Vergleichskundin)
Dies ist konform zu einer niedrigeren Leitfähigkeit von meinem Wasser relativ zum Wasser der Vergleichskundin. Da frage ich mich nun: woher kommt mein höherer pH-Wert?
Immerhin kenne ich jetzt endlich mal das Calzium:Magnesium-Verhältnis- von meinem Trinkwasser: 5:1
- vom Trinkwasser der Vergleichskundin: 5,5:1
... und sollte laut der Rosbacher Mineralwasserwerbung idealerweise 2:1 betragen.
Für den Laien sollte folgende Regel verständlich sein: - Unterscheidet sich der pH-Wert um 1, dann unterscheidet sich die Konzentration der gemessenen Ionen H3O+, die ein Maß für den Säuregrad oder Basengrad ist, um den Faktor 10.
- beträgt der Säuregrad ein Zehntel, dann beträgt der Basengrad das Zehnfache.
Für eine weitere Auswertung ist heute keine Zeit mehr. EINSCHUB (nachträglich am 22.1.2008 (in Memoriam)) Leider habe ich erfahren, dass diese Vergleichskundin im Jahre 2007 für immer von uns verreist ist. Ob dies an ihrem Wasserbereiter oder einem natürlichem Verfallsdatum lag, werden wir nie erfahren? Wir werden sie aber in guter Erinnerung behalten! (dp) (3h)
Nachtrag_2 am 12.11.2007 um 07.20Uhr:Nach einer Website über Enthärtung von Gießwasser wird kundgetan, dass Normales Leitungswasser - falls es nicht über 20 Grad dH (deutsche Härte) aufweist und nicht zu kalt ist - den meisten Pflanzen, bis auf folgende Ausnahmen, keineswegs schadet. Ausnahmen:- alle Rhododendren, Erika- und Myrtengewächse sowie Hortensien
- nach eigenen Erfahrungen sollen Zimmertannen (Araukarien) nicht mein Leitungswasser mögen
Weiter schreibt diese Website, man solle zum Gießen solcher Pflanzen enthärtetes (Leitungs)Wasser benutzen, welches man mit einem Enthärtungsmittel (Fachhandel) oder nach folgender Methode selbst enthärten kann: - über Nacht lasse man einen mit einem Liter Torf oder Rindenmulch gefüllten Beutel (Orangennetz) in einen Eimer mit zehn Litern Wasser hängt. Den Inhalt des Säckchens erneuere man nach zwei, drei Anwendungen.
Alternativ kann man Regenwasser benutzen. (dp) (0,25h)
Nachtrag_3 am 12.11.2007 um 16Uhr:- Nimmt man obige Formel für die Deutsche Härte und berechnet sie für das Mineralwasser "Rosbacher Klassisch 2:1" aus der Rosbacher Urquelle, so ergibt sich ein Wert von 56,43 °dH =(31,36+25,07)°dH.
Wieviel Rosbacher 2:1-Mineralwasser müsste ich zu einem Liter Leitungswasser trinken, damit mein Getränk den ideal-Härtegrad von dH=8° besitzt?
yR= (8-6,2) / (56,43-8) [liter] = 0,037 liter = 37 ml
Also zu einem Liter Leitungswasser müsste ich 1,5 Schnapsgläser voll Rosbacher 2:1-Mineralwasser trinken, damit mein Getränk einen von der EU empfohlenen Härtegrad aufweist. Hiernach müsste eine 1liter-Flasche voll Rosbacher 2:1-Ideal-Mineralwasser als Zusatz für 27 liter Leitungswasser reichen. Natürlich kann bei diesem Mischgetränk dann nicht mehr vom Idealverhältnis 2:1 gesprochen werden, weil ja der Rosbacher-Anteil auf ein 27.tel verdünnt würde. Dann wäre es ca. 4,9:1 = Calzium : Magnesium. - Früher habe ich ab und zu mal das vergleichsweise stärker Magnesium-haltige Tönissteiner Mineralwasser aus der Gegend bei Andernach / Eifel beziehen können. Bereits die Römer wussten dies zu schätzen. Es ist die älteste Römerquelle Deutschlands und größte deutsche Mineralbrunnen-Exportmarke. Bloß, welche Geschäfte oder Lokale ich auch besuche, hier in Mittelhessen gibt es diese Marke wohl nur wegen mir als Einzelkunden nicht mehr.
Die Wasserhärte für Tönissteiner Mineralwasser beträgt nach obiger Formel von 52,49 °dH =(22,82+29,67)°dH.
Wieviel Tönissteiner-Mineralwasser müsste ich zu einem Liter Leitungswasser trinken, damit mein Getränk den ideal-Härtegrad von dH=8° besitzt?
yT = (8-6,2) / (52,49-8) [liter] = 0,040 liter = 40 ml
Also zu einem Liter Leitungswasser müsste ich 1,6 Schnapsgläser voll Tönissteiner Mineralwasser trinken, damit mein Getränk einen von der EU empfohlenen Härtegrad aufweist. Das Mischungsverhältnis wäre ca. 4,85:1 = Calzium : Magnesium. Es würde sich also nur unwesentlich von den Werten von einer Rosbacher-Zumischung unterscheiden.
Und nun weiß ich immer noch nicht, ob inzwischen Radium aus irgendeinem der Mineralwasser entfernt wird? ( Lit.1») Es braucht auf den Etiketten nicht deklariert zu werden. Fünf Mineralwässer hätten extrem viel Radium-226 enthalten, welches in Knochen eingebaut werden und Leukämie erzeugen könnte.
Resumee: Also eigentlich bin ich schon ganz schön vom Thema Entkalkung weggedriftet. Mir scheint, entweder man konsumiert etwas Lebensnotwendiges, wird als Nebenwirkung davon krank und hält die Ärzte bei guter Laune, oder aber man konsumiert Placebos und hält ihre Hersteller bei guter Laune. Wie es einem gefällt!
Siehe auch: Beitrag am 22.1.2008 (dp) (1,75h)
archiviert (tbid1797.335): (dp) 14.06.2009 (+0,35h (4navi +flagcounter +home.icon +w3c_LiCh +html-korr. +Link-korr.))
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