Verfasst
am 09.11.2007 12:53:20 UhrDienstleistungsangebot per Call-Center-BeauftragungSoeben klingelt das Telefon. Ganz dringend. "Spreche ich mit Herrn oder Frau XY?" "Ja." "Wir sind die Firma Sowieso und sind zur Zeit bundesweit die günstigsten mit folgendem Angebot. Es kostet Sie monatlich nur soviel EURO. Und das tolle: in den nächsten drei Monaten merken Sie nicht mal, ob sie woanders besser bedient würden, weil unsere Dienstleistung dafür umsonst ist. Und Ihre Vertragslaufzeit beträgt nur 24Monate. Die Kündigung erfolgt durch uns, darum brauchen Sie sich nicht kümmern. Wenn Sie unser Service-Mitarbeiter anruft und die Diensteänderung freischaltet, dann können Sie diesen mit ihren Fragen löchern, soviel sie wollen. ... Klar gibt es dieses Angebot auch über eine Internet-Website. Aber so günstig bekommen Sie es nur über diesen Direktanruf von uns jetzt."
Habe ich ja gesagt, dass ich die Person XY-Musterkunde bin? Diese Bestätigung ist keine Bestätigung des Call-by-Callcenter-Vertragsabschlusses. Muss ich wieder aufpassen, ob mir der bisherige Diensteanbieter nicht irgendwann das Vertragsende mitteilt, damit ich widersprechen kann. Ich mag keine Vertragslaufzeiten von 24Monaten! Warum? Weil morgen eine Innovation so günstig sein kann, dass ich ein lukrativeres Angebot von einem anderen Anbieter annehmen wollte, nun aber wegen der 24monatigen Vertragslaufzeit nicht mehr kann.
Verständlich ist, dass der Dienstleistungsanbieter möchte, dass sich seine
Investitionen amortisieren. Auch das Callcenter möchte ja leben und kann dies nur, wenn der Vertrag auch zustande kommt, weil ja sonst keine Provision fließt. Mir kommen die Tränen! Die call-Center wachsen wie Pilze aus dem Boden, weil sie ja nichts dabei verdienen. Bei Ärzten nennt man die Kranken Patientengut und diese bekommen knallhart gesagt, dass sich eine Behandlung nicht mehr lohnt! Bei Volkshochschulen sind Dozenten die Sachmittel, also nur minimalst zu honorieren und werden nicht als Berufsausüber anerkannt, da diese Tätigkeit gerne nur als eine Nebenbeschäftigung angesehen wird.
Selbstverständlich gibt es Richter und Abgeordnete, denen das sogenannte öffentliche Interesse einen unabhängigen Lebenswandel ermöglichen will, weil sie Entscheidungsträger sind. Aber bitte, die anderen Mitbürger der Solidargemeinschaft, denen eigentlich nur die Funktion der "Ja-Sager" zugestanden wird, mögen bitte abhängig sein, einmal vom Diensteanbieter "Sowieso" oder "Dienst4Dich" oder wie sie alle heißen. Bin ich als König Kunde Servicenutzer jetzt das Amortisierungsgut oder
Liebesgut?
Und ausserdem beweise mir das Call-Center einmal, dass ich vorhin am Apparat wirklich der begehrte Kunde XY gewesen bin und sich nicht irgendein anderer meiner Familie, Verwandten oder Freunde des Telefonhörers bemächtigt und sich für mich am Telefon ausgegeben hat. Wegen dieser Beweisnot versuchen die Centernervensägen nämlich meist nur Privatkunden zu betören! Rückruf ausgeschlossen!
Malzeit und guten Appetit! (dp) (0,5h)
Nachtrag_1 am 12.3.2010 um 14.30Uhr:Hierzu hat mir jemand namens 'luja' einen passenden Kommentar dazu gestellt, den ich vor dem Löschen retten möchte:
Verfasst am 09.11.2007 13:09:56 Uhr von luja
schau vielleicht probierst du es das nächste mal so (habe ich in einem anderem Blog gefunden):(Eine fast willkommene Unterbrechung der abendlichen Privatsphäre) Telephon: kling – klingeling – klingelingling – kl Marketingopfer: „Ja, guten Abend“ Hübschemarketingstimme: „Guten Abend. Mein Name ist Christine Unverständlichername. Ich führe für die Firma Genuscheltername eine zufällige Telefonumfrage über das Fernsehverhalten durch und möchte sie gerne fünf Minuten interviewen. Spreche ich mit Marketingopfername. “ – viel zu schnell gesprochen. Marketingopfer: „Ja“ – noch nicht online Hübschemarketingstimme: „Stimmen sie einem Interview zu?“ – immer noch schnell gesprochen Marketingopfer: „Ähhh“ – es dämmert. Hübschemarketingstimme: „Es dauert nur wenige Minuten und die Daten werden vertraulich behandelt.“ Marketingopfer: „Tja, äh, naja, …“ Eine Idee entwickelt sich. Hübschemarketingstimme: „Die erste Frage richtet sich …“ Marketingopfer: „Garantieren Sie die Vertraulichkeit wirklich? Hübschemarketingstimme: „Äh ja. Natürlich. Marketingopfer: „Na dann mal los!“ *vorsichhingrinsend* Hübschemarketingstimme: „Die erste Frage richtet sich an …“ Marketingopfer: „Wie sieht es mit den Untersuchungsergebnissen aus?“ - Erst einmal genug Zeit verbrauchen, damit sie nicht auflegt, schließlich muss sie ein Soll erfüllen. Hübschemarketingstimme: „Diese werden im Internet unter hatetepe doppelpunkt doppelsläsch wewewe punkt genuschelterfirmenname punkt komm bereitgestellt.“ Marketingopfer: „Das heißt, ich brauche Internet?“ Hübschemarketingstimme: „Äh jaaaahhh“ - Verunsicherung in der Stimme: Hat der Trottel etwa kein Internetanschluss Marketingopfer: „Nun gut, machen wir es so: Ich beantworte eine Frage, Sie beantworten eine Frage!“ Hübschemarketingstimme: „Was? So läuft das aber nicht.“ Marketingopfer: „Sie wollen doch eine Umfrage machen?!“ Hübschemarketingstimme: „Ja – Wollen sie nun teilnehmen?“ – Sie hat Geduld Marketingopfer: „Sie kennen die Bedingungen.“ *schmunzel* Hübschemarketingstimme: „Nur wenn es kurze Fragen sind.“ Marketingopfer: „Fangen sie an!“ Hübschemarketingstimme: „Die erste Frage richtet sich an ihr Fernsehgewohnheiten. Wie lange schauen Sie wöchentlich fern? Sind es a) bis zu 7 Stunden b) mehr als 7 und bis zu 14 Stunden, c) mehr als 14 bis zu 21, d) mehr als 21 bis zu 28 oder e) mehr als 28 Stunden wöchentlich?“ Marketingopfer: „Sagen wir c. Jetzt meine Frage…“ Hübschemarketingstimme: grummeln Marketingopfer: „Wie stehen sie zu Zungenspielen? Hübschemarketingstimme: „Waaas?“ – echt echauviert Marketingopfer: „Zungenspiele. Wir werden uns nie begegnen. Sie können mir doch die Frage beantworten. Kennen sie »Das Schwiegen der Lämmer«? Da war es genauso. Jeder eine Frage. Also: Wie stehen sie zu Zungenspielen? Mögen sie es wenn eine Zunge um die Spitze ihren Brustwarzen kreist? Hübschemarketingstimme: „ Äh ja, ähhhh, ich, Marketingopfer: „Jaaaaah?“ Hübschemarketingstimme: „…eigentlich schon“ Marketingopfer: „Eigentlich?“ Hübschemarketingstimme: „Nur eine Frage. Meine zweite Frage!: Sehen sie öffentlich rechtliche Programme an: a) vorwiegend, b) überwiegend, c) teils-teils d) eher weniger oder e) selten?“ Marketingopfer: „Bee. - Meine Frage: Wenn eine Zunge um Ihre Klitoris kreist, erregt sie das sehr schnell? Hübschemarketingstimme: „Das ist Belästigung!“ Marketingopfer: „Ja genau! Sie haben angefangen. Sie rufen mich an. Sie stören meine Privatsphäre. Sie halten mich von Dingen ab, die ich gerne tun möchte. Ist es da nicht gut einen Ausgleich zu geben? Hübschemarketingstimme: „Aber ich will die Frage nicht beantworten.“ Marketingopfer: „Tja.“ - Pause Hübschemarketingstimme: ???? – Wägt die verbrauchte Zeit ab Marketingopfer: „Sie können mich gerne anlügen, das tue ich schließlich auch bei Ihren Fragen! “ Hübschemarketingstimme: „Waaas?“ - Marketingopfer: „Was haben Sie gedacht.“ Hübschemarketingstimme: „So geht das aber nicht. Das Gespräch wird doch ausgewertet.“ Marketingopfer: „Sie wollten das vertraulich behandeln!“ Irgendwann hat sie soviel Zeit investiert, dass sie nicht aufhören wird. Hübschemarketingstimme: „Vertraulich im Rahmen der Studie…“ Marketingopfer: „Das heißt also, dass sie Clusteranalysen über meine Antworten laufen lassen, mich mit Geodaten über die Wohngebietsstruktur verknüpfen, Werbung auf Produkte für mich zuschneiden, die ich gar nicht haben will und sie wollen mir keine Antworten auf einfache Fragen geben, die keinen Zusammenhang mit anderen Telephonmarketinggesellschaften haben.“ Hübschemarketingstimme: „Machen Sie das öfters?“ Marketingopfer: „Gehört das zur Umfrage?“ Hübschemarketingstimme: „Machen wir weiter?“ Marketingopfer: „Jaaaah.“ Hübschemarketingstimme: „Fühlen Sie Sich durch Werbung im Fernsehen _zwischen_ Sendungen gestört? a) sehr, b) häufig, c) hin-und-wieder, d) manchmal, e) nie?“ – viel zu schnell gesprochen Marketingopfer: „Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet !“ Hübschemarketingstimme: „Nun kommen sie schon …“ Marketingopfer: „Falsche Bemerkung !“ Pause „OK, ich nehme Aaah. Wie stehen Sie zu Intimrasur. Haben sie das schon mal probiert, sind sie gerade rasiert?“ – schön langsam gesprochen. Hübschemarketingstimme: resigniertes Luftholen. Telephon: Klack. Aufgelegt. Marketingopfer: „Und übrigens wollten Sie das vertraulich behandeln!“ Telephon: tuuuuuut – tuuuuuuut.
Luja sei herzlich gedankt! (dp)(0,25h)
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