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Verfasst am 06.05.2007 00:32:06 Uhr
Gartenfest bei Dickundoof

Heute geht's zu Dick und Doof. Die beiden feiern ein Gartenfest und wohnen ... ja, genau: "im Herzen der Natur!" - "Wo das ist?" - "Verrate ich, wenn ich wieder zurück bin!" - Eintritt kostet es leider auch noch 5€uro. Die frisch renovierten Schlossräume sind dafür kostenlos zu besichtigen. Ich bekomme ja langsam Platzangst mit meinen vielen Weblogeinträgen, da muss ich mal schaun, in welche Schlösser man diese einlagern kann. Ein Tipp: der Name des Ortes hört sich so ähnlich wie Dickundoof an.

Nun rätselt man schön! Euer Schlossgespinst. (dp)

Nachtrag_1 am 07.05.2007 um 00.02Uhr:
Das Fest ist aus,
wir fahr'n nach Haus
von Dickundoof
in Sickendorf.

Es war wirklich wie bei Doofkies: ich hatte nicht genug Kies mit (nur 1€uro Bargeld) und hatte mich verabredet. Wir wollten uns vor dem Einlass treffen. Doch ich sah niemanden und musste wieder von dannen in die Stadt der Strolche ziehen. Also war das Treffdate geplatzt. Wie ich später erfuhr, war der Akku des Handys meiner Kontaktperson leer, so dass ich auf meinem Handy immer erfuhr, das dieser jemand zur Zeit nicht erreichbar sei. Toll! Also haben wir uns verpasst, wie im richtigen Leben. Nachdem ich einen meiner Strümpfe gegen Bares eingetauscht hatte (in Lauterbach hab ich mein Strumpf verlor'n), konnte ich dieses Bare im zweiten Strumpf wieder zum Eintrittskartenhäuschen tragen. Das hat mich 45min aufgehalten. Tiefste Provinz! Was bin ich froh, dass ich dort nicht wohnen muss!

Obwohl ich nur ins Schloss wollte, - denn da hatten ja Webseiten ausgelobt, sei die Besichtigung gratis - , kam man ins Schloss, Hofstraße 14, 36341 Lauterbach nur über das Gartenfest, und dieses sollte eben 5€uro Eintritt kosten. Diese irreführende Werbung der gartenfest-sickendorf.de-Webseite ist zwar allgemein üblich aber trotzdem nicht rechtens!

[Hardcopy]
Bild gegen das Vergessen: Hardcopy von der gartenfest-sickendorf.de-Webseite.

Angemerkt sei, dass die Informationen zu Eintritt und Besichtigung eines ähnlichen Events des gleichen Veranstalters "Markt- und Messebüro RODE Christian Rode, Lauterbach, Hofstraße 14" in Schloss + Park Wilhelmsthal bei Kassel-Calden (¿ Hunrodstraße 5, 34131 Kassel ?) vom 17. bis 20.5.2007 besser ausformuliert sind: "Besichtigung incl. des Eintritts"

Und besichtigen konnte man im Schloss auch nicht alles, denn spätestens ab dem Treppenaufgang ins 1.Stockwerk hieß es: "Stopp, Privat!" Das respektiere ich auch, nur hätte man auch da formulieren können, dass man nicht das ganze Schloss, sondern nur Teile des Schlosses besichtigen darf. Dagegen war doch die Exkursion in "des Raus Schloss in Holzhausen" (Rauischholzhausen) lobenswert.

Und was war zu sehen: verschiedenartig tapezierte und hergerichtete Wände, Gardinen, Fenster, Spiegel und Decken (wie in jedem Privathaus, eigentlich nichts besonderes). Auf den Fussboden hatte ich gar keinen Blick geworfen (Hansguckindieluft!). Ausserdem konnten Schaukunden diverse Verkaufstände im Schloss bewundern. Der Ausssage meines Fuldaer Freundes Dietrich "das nächste mal muss ich da nicht nochmals hin" ist nichts hinzuzufügen.

Das Gartenfest war zum überwiegenden Teil eine Verkaufsveranstaltung von Utensilien der Gartenabteilung eines Baumarktes. Gut, es gab auch Globen aus Edelstein für über 200EURO, die aber aussen aus Kunststoff waren und nur innerlich mit Edelstein-Kies gefüllt waren. So kann man auch Abfall aus der Edelsteinschleiferei zu Geld machen.

Es gab ein paar "Musikinstrumente aus aller Welt", wie z.B. Trommeln. Die Karibik-Trommel war nur in Mol gestimmt, was sicherlich nicht den Umsatz fördert. Sehr angetan war ich dagegen von den "Akustischen (10Metalle-Legierung-)Bronze-Suppenschalen" aus dem Himalaja. In einer dieser mit Wasser gefüllten sog. "Klangschale" fingen sofort die Wassertropfen aus dem flüssigen See heraus hoch zu spritzen an, als der Tonmeister mit seinem Zauberstab am Rand der "Ton"-Schale herumstrich, ähnlich wie man es vom Experiment "Mehl oder Sägespäne im Kundt'schen Rohr" her kennt. Buddhas Figuren konnten sich nicht dagegen wehren, fotografiert zu werden, obwohl es in den Buddhistischen Ländern nicht erlaubt ist.

Eine Zierpflanze war auch neu für mich: die mit den Primeln verwandten wunderschön blühenden Aurikeln, die in England einen Kultstatus haben sollen. Alle blühenden waren unverkäuflich, weil sie auch andere Menschen erfreuen sollen. Sehr edle, diese soziale Einstellung!

Also, ich wollte nicht nur kritisieren. Sogar einen Doktor der Literaturwissenschaften (Fa. Dr. Heinrich Niewöhner (Blumenzwiebeln – Spezialitäten, Alpengartenraritäten, Zwerggehölze, Stauden und Kübelpflanzen. Beratung, Planung und Vertrieb), Karlstraße 13, 40210 Düsseldorf) habe ich etwas verdienen lassen und ihm 3 Blumen abgekauft. Während andere schon für die Rentenversicherung gejobbt haben und Familie gründen konnten, haben diese Leute Jahre lang nur übers Elternkonto studiert und können sich nach Studienabschluss nur unter Wert verkaufen. Mein Mitleid! Das reicht! (dp)
Zeitbedarf (Nachtrag): 1 Stunde

Nachtrag_2 am 11.05.2007 um 12.50Uhr:
Am gestrigen Tag erhielt ich von meinem Freund Dietrich eine Info, dass in der Fuldaer Zeitung berichtet worden sei, dass Schloss Sickendorf, welches zur Zeit von der Fuldaer Rechtsanwaltskanzlei Leinweber &Partner verwaltet wird, habe einen neuen Besitzer durch Versteigerung weit unter Schätzpreis (Tax) vor dem Lauterbacher Amtsgericht erhalten.

Wenn der bisherige Eigentümer und die Banken keinen Einspruch einlegen, könne in 2Wochen ein Lauterbacher Unternehmer (Bieter1) mit Sitz im Altkreis Lauterbach das Schloss und benachbartes Hotel beziehen. Deswegen waren die Veranstalter auch so scharf auf die 5EURO Eintritt für eine Verkaufsmesse im und mit Besichtigung von Schloss und Park.
Tax vor der Versteigerung
[EURO]
Höchstgebot
[EURO]
Objekt
1500000400000Schloss Sickendorf
1100000280000Hotel und Schlosspark
3000040000große Wiese in Schlossnähe
263000720000Summe (Bieter 1)
1000013000kleine Wiese in Schlossnähe (Bieter 2)

Früher hätte man Milchmädchenrechnung dazu gesagt, aber heutzutage ist es Fakt (=Tatsache): für eine leere Wiese wird 30% mehr als der Schätzpreis und für eine Immobilie (incl. Wiese&Park) nur 25 bis 27% des Schätzpreises geboten. Die Gerichts- und Anwaltskosten der Versteigerung, welche die Veräusserer aufbringen müssen, werden relativ zum Schätzpreis abgerechnet, weswegen möglichst hoch geschätzt wird. Die Differenz von geschätztem und gebotenem Preis ist dann der Verlust, den die Banken wieder bei der Steuer geltend machen können. (dp)
Zeitbedarf (Nachtrag): 2Stunden

Nachtrag_3 am 11.5.2007 um 15Uhr:
Eine mögliche Erklärung in höheren Versteigerungserlösen von Wiesen könnte spekulativ in einer kostengünstigeren Vermarktung liegen. Aus dem Anmeldeformular (Lit.») geht hervor, dass so ein Messeaussteller mindestens 150Euro löhnen darf, um teilnehmen zu dürfen. Damit er nicht als teuerer Messebesucher über den Platz wandelt, sondern mindestens 30Blumen für 5Euro verkaufen kann, muss er noch mindestens eine Freifläche von 10m² buchen, die mit weiteren mindestens 120Euro zu buche schlagen. Also 270Euro sind da schnell für den Misserfolg investiert, wenn kein Besucher kommt. In Kassel sind es wieder viele der gleichen Aussteller von Sickendorf. Nun muss der Pflanzenanbieter aber mindestens 54Pflanzen zu 5EURO verkaufen, um wenigstens ohne Gewinn und ohne Verlust nach Abschluss der Messe vom Platz zu gehen. Schafft er nicht am ersten Tag seinen MindestVerkauf, dann muss er evtl. übernachten (+QuartierKosten) oder An- und Abreisen (+Fahrtkosten), was bedingt, dass der Anbieter noch mehr verkaufen muss, um endlich mal einen Gewinn nach Hause fahren zu können. Wenn ein Anbieter dann noch Angestellte für sich ausstellen lässt, dann sind diese noch zu entlohnen, so dass das Geschäft da richtig brummen muss.

Nun weiß ich nicht, wie groß die versteigerten Wiesengrundstücke waren. Es stand auf der Webseite zu lesen "Mehr als 100 Aussteller präsentieren vor einer malerischen Kulisse alles zum Thema Garten." Gezählt habe ich aber auf einer anderen Webseite nur 93 Aussteller-Adressen, falls ich mich nicht verzählt habe. Dies hätte für dieses 3tägige SchlossPark-Ereignis mindestens 25110 EURO Einnahmen gebracht (ohne Pavillionvermietung und ohne Besuchereintritt) wovon natürlich auch die Einweiser und Kassenwarte für ein bisschen geringfügige Entlohnung zu bezahlen waren. Die Fläche des Schlossparks und der Ausstellungsräume im Schloss kenne ich noch nicht.

Da bin ich mal gespannt, was meine Pavillionanzahl-Abschätzung ergibt und wiewiele Besucher das Event visitiert haben? Vermutlich waren die Bieter an allen drei Tagen auf dem "Fest" und haben ähnliche Berechnungen wie ich angestellt, bevor sie ihr Angebot abgegeben haben? (dp)
Zeitbedarf (Nachtrag): 1,5 Stunde

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