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Verfasst am 23.03.2007 23:30:57 Uhr
Zu zweit wandert es sich unterhaltsamer

Habe heute weder Hinz noch Kunz vorher bescheid gesagt, dass ich wieder an dem Römischen Limes entlangwandern wollte, auch keinen Zeitpunkt geäußert, weder mein Handy angeschaltet noch vorher festnetz-telefoniert. Aber die Kommissarin Zufällige wollte es so und hat mich abgeholt. Ich nenne sie mal Ariane, weil ihr langes Haar im dunklen Wald so weit leuchtete, dass ich erst annahm, es sei eine junge Göre. Aber nein, über 40Lenze habe sie schon erlebt und jeder war anders. Natürlich!

Habe festgestellt, dass man seine Kalorienumsätze so steuern kann, dass man nicht gleich schlapp beim Wandern macht. Es ist wirklich etwas Wahres dran: dieses kleiehaltige Vollkornbrot (Name wird nachgetragen) gibt einem Wanderenergie! Heute waren es wieder Zehnkomma-ebbes Kilometer. Fotos in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung habe ich gleich am hellen Nachmittag gemacht und am Zielpunkt festgestellt, dass mein durchschnittliches Wandertempo 2,5km pro Stunde ist. Es ist nicht viel! Nach diesem Stopp-and-Go-Wandern meint man, eine Ausdauer für ewig zu haben. Den Rückweg hatte ich dann ein höheres SchrittTempo aufgelegt, so dass ich die Gesamtdistanz in ca. 3Zeitstunden geschafft habe.

Auch die Wegemarkierungsreste "Sägemehl-Pfeile" des einmal im Jahr stattfindenden Winterstein-Volkslaufes vom letzten Wochenende habe ich noch entdeckt. Rund 30km durch den Wald hecheln und keine Landschaft sehen und nur transpirierende Mitläufer(innen) wäre mir echt zu doof. Ich suche nicht die körperliche Spitzenleistung, sondern will bei meinen Wanderungen auch mal Gelegenheit haben, um neue Eindrücke von Land und Leuten sammeln zu können. Mehr zu dem Limes werde ich an anderer Stelle sachbezogener berichten. Heute ging es von A über B direkt am Limes entlang, dann über C fast zwei Kilometer an einem langweiligen Zaun entlang bis zum Punkt D, den ich von früheren Wanderungen schon kannte. Dort macht ich kehrt und wollte über C und D zum Ausgangspunkt A zurück.

Ja, wie ich so auf dem Weg von D zurückkommend den Berg hochhechele und es so langsam dunkel wird, drei Kilometer von der nächsten Siedlung entfernt, ja da kreuzt am Punkt C plötzlich von links kommend diese, wie sich hinterher herausstellte "schrittfeste" Ariane auf. Dass sie keine Angst hat, so allein in diesem Geisterwald? Sie wollte eigentlich ihren früheren Wohnort wandernd besuchen und stellte an dieser Wegkreuzung fest: hoppla, es seien ja immer noch 3.3km bis dorthin. Sie sei noch im Hellen dem Limes entlang losgewandert. Na ja, also waren wir beide nicht allein! Es würde hier zu weit führen, alles niederzuschreiben, was sie in dieser halben Stunde zu erzählen in der Lage war. Sogar eine CD vom Limes habe sie sich schon besorgt. Bis zu ihrem Wohnort ist es noch ein paar Kilometer limesaufwärts. Wie es die Zufällige wollte, hatte sie ihr Auto auch nur zwei Standplätze von meinem entfernt geparkt.

Also ich habe keine Bedenken, wenn mir mal Weblogger/innen irgendwo bei meiner Wanderung begegnen. Sie war zwischen Großkrotzenburg und Wehrheim die erste, die in meine Richtung lief. Sie nannte so eine Leistung "taff"! Danke Ariane! Wie sagte einmal eine Mutter beim Aldi zu ihrem Kleinkind: das Bett hupt. Gute Nacht! (dp)
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