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Verfasst am 31.01.2007 22:57:39 Uhr
Römischer Limes von Arnsburg nach Hungen - Teil 1

Waidmannsheil! Waidmannsdank! Ja, Revier-Förster müsste man sein und mit einem grünen Geländewagen durch den Wald fahren und das Große Latinum noch beherrschen. So eine Gattung traf ich auf meiner visuellen Suche nach dem Limesverlauf zwischen den Fischteichen "Peterseen" / Waldparkplatz bei Lich-Arnsburg und Lich-Birklar. Er machte gerade Feierabend und frug, wie er mir helfen könnte. Ganz erstaunt war er über meinen guten TOP50-Kartenausdruck mit eingezeichneter Limesführung: "Wo haben Sie denn die her?" Dann gab er seine Weisheit zum Besten, dass nichts mehr "im Altholz" zu sehen sei und zeigte auf eine steile Stelle, wo der Limes unten aus dem Wettertal hochgekommen sein soll (meine Vermutung: vielleicht war dies nur ein befestigter Versorgungs-"Hohlweg" ?).

Obwohl ich es ihm nicht widerlegen kann, glaube ich ihm diese Limespfadführung nicht ganz (meine Vermutung: vielleicht war hier ein befestigter Versorgungsweg?). Denn der römische Limes war ja kein Aufstellungsraum für nichtrömische Heerscharen, um dann mal schnell den Limes zu überqueren und die Römer in die Schlucht zu stürzen, sondern es war ein wenn auch bescheidener Schutzraum für römische Grenzsoldaten, die in ihren Römertürmen auch mal eine gewisse Zeit mit Verpflegung ausharren konnten / mussten und im Falle von Feindessichtung Signale geben sollten. Und so wäre es doch fatal, wenn im Römerreich hinter dem Limeszaun kein Platz für Versorgungswege gewesen wäre, sondern gleich der Abgrund? Oder sollte dies eine Falle für die nichtrömischen Lemminge sein, die dann selber mit Latten und Pfählen in den Abgrund stürzen sollten?

Von dem in der TOP50-Karte eingezeichneten Römerturm habe ich nichts bemerkt, dagegen an der Waldeslichtung an zwei Stellen je zwei Steinehaufen entdeckt, die entweder vom Landwirt dort entsorgt oder aber aus Römerzeit von Befestigungsanlagen übriggeblieben sind. Und meistens war ein Römerturm immer knapp hinter dem Limes, so wie es an der DDR-Grenze mit den Beobachtungstürmen auch war. Die waren auch nicht vor dem Zaun. Daher bin ich also noch nicht überzeugt davon, dass der wahre ehemalige Limes-Verlauf von dieser Waldlichtung bis über Birklar hinaus in Richtung Hungen bekannt und richtig vermessen worden ist.

Eines fiel mir aber sofort wieder bei der guten Fernsicht auf: der beste Blickkontakt (für Rauchzeichen, Feuerzeichen) bis zum Großen Feldberg im Taunus und einige andere herausragende Taunusberge. Vielleicht kommt mal jemand aus der Forschung auf die Idee (oder weiß nur ich es noch nicht?), Lagerfeuerzeichen am Limesverlauf abzugeben und von bekannten Römerturmstellen nachzuschauen, wo welche Signale zu erkennen sind.

Ob überall früher zur Römerzeit Wald war, wo er heute ist, ist auch nicht klar. Es ist sogar plausibel, dass stellenweise auch damals gar kein Limespfahlgraben zu bauen möglich war, wo er einen See, ein Moor oder Sumpfgebiet hätte durchschneiden sollen. "Immer an dem Lattenpfahlweg entlang" wäre sogar eine bescheidene Querungshilfe, wenn der Limes mal nicht von Wachposten besetzt gewesen wäre.

Kurz vor dem westlichen Ortsende von Birklar habe ich den mit dem Römer-Wachturm Markierung des Limes-Wanderweges gekennzeichneten Limeswanderweg wiederentdeckt und bin auf ihm bis kurz vor Muschenheim heimgegangen. Wegstrecke: 6,43km, Laufzeit: 2Stunden, Limeslänge: 1,87km.

(c)31.1.2007 Dr.Detlef Pagel,Wetzlar
chronologische Bilderserie: herrliche Abendrotstimmung auf der Anhöhe zwischen Birklar und dem Arnsburger Klosterwald (westliche Richtung). Zeile2, Bild2: Blick über Burg Münzenberg (Wetterau) zum Taunus (südl.Richtung).
Fortsetzung

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