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Verfasst am 03.08.2006 12:04:45 Uhr
Die unsichere Sache mit der Statistik

Es ist die Teuro-Einführung noch nicht lange her. Aber da nun die entsprechenden Verantwortlichen wohl wieder auf ihrem neuen sicheren Pöstchen sitzen, erfahren wir, dass damals, als sich die Volksgemüter über die Preisanhebung durch Euro aufregten und die Statistiker vehement dagegen hielten, dass sei nicht wahr, nun zugegeben wird, sie haben andere Waren in ihrem Test-Warenkorb gehabt, als das Volk sie gerade käuflich erworben hatte.

"Was wollen Sie kaufen?" wurden ich (vom 20. bis 23.7.1972) vom netten Reiseleiter in Prag gefragt, also schon damals assoziiert, man komme nur an die Goldene Stadt an der Moldau wegen des lohnenden Preisunterschiedes zur BRD. Da war egal, dass ich noch einen Kinderausweis und eh kein Taschengeld hatte und mir einfach mal nach dem Einmarsch der "helfenden Bruderländer" (Aug.1968) die Schlösser, Stadtbilder und Lebensart der sich damals noch als Tschechoslowaken bezeichnenden Böhmer anschauen wollte (Schaukunde!).

Ja, wenn ich das immer schon vorher treffend weiss, was ich morgen kaufen werde? Zur Zeit gähnt mein Kohlesack bereits am Monatsersten und er versucht dann bis zur Monatsmitte zu schlafen. So wurde er heute unsanft aus seinem Kohleschlaf geweckt durch einen Anruf eines Institutes für Meinungsforschung. Die Frau Roth benötige nur ca. 2min, na toll! Was ich denn so alles meine?
  • Unter 20% der Bürger würden über Schlafprobleme klagen
  • Gute Matrazen halte ich für sehr wichtig
  • Matrazen solle man alle 5 bis 10 Jahre wechseln
  • Bei meiner Berufssparte solle sie widerwillig Lehrer eintragen
  • Wieviel Personen in meinem Haushalt leben, ginge sie garnichts an (Datenschutz)
  • Mein Geburtsjahr wird auch nicht durch noch so süßes Betteln verraten (Datenschutz)
  • Und übrigens seien die 2 Minuten bereits um (das arme Callgirl tat mir ja so leid!)
Eine unwichtige Meinung (über die Wichtigkeit) hatte mein Kurzzeitgedächtnis schon gelöscht, weil ich keine Steno beherrsche. Nachdem ich eben gerade das Ammenmärchen über Wasserbetten gelesen habe, fiel mir diese Meinung wieder ein. Logisch Eindeutiges wird anscheinend schneller aus dem Kurzzeitgedächtnis gelöscht, da es leichter rekonstruierbar ist.

Immerhin bedankte sich die sächselnde Frau am anderen Ende der Strippe und mir ist ganz egal, ob man damit eine aussagekräftige Statistik für dänische oder andere Matrazenlager hinbekommt. Malzeit! (dp)
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