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Verfasst am 12.04.2006 22:35:52 Uhr
Meine erste Wallfahrt

Ja, so denke ich, werde ich es benennen: meine erste Wallfahrt von Butzbach nach Kloster Arnsburg. Dachte jemand, die zwei kleinen Schauer halten mich auf? Habe vorher auf meinen Wetterseiten nachgesehen, dass die Schauer nur von kurzer Dauer sein werden und mich heute auf die letzte Etappe meiner Pilgerreise von Butzbach nach Arnsburg begeben. Geparkt habe ich in der Nähe des Autobahn-Rastplatzes Limes-Ost an der Verbindungsstrasse von Pohlheim-Stadtteil "Dorf-Güll" nach Stadtteil Garbenteich. Wieso nun Wallfahrt? Weil ich meine Fährte (Spur) seit ein paar Tagen an dem "Römer-Limes-Wall" entlang gelegt habe.

Die Fortsetzung der Wanderung durch den Pohlheimer Traumwald jenseits der Autobahn zur Landkreisstrasse verläuft eigentlich im Wildtier-Rückzugsgebiet, weswegen man es meiden sollte, wenn man es weiß. Der Limes-Wall ist noch gut erkennbar. Hinter der Landesstraße L3131 (v.Dorf-Güll n.Garbenteich) verläuft der Limes wieder parallel zum Waldrand. Auffallend ist, dass insbesondere die Flachbewurzelung der Tannen die Wallform konserviert haben. Allerdings dient der Limesgraben oftmals als Strauchabschnittsammelwanne. An manchen Stellen scheint der Limes durch ehemalige Forstwege zerstört.

Hinter der Grenze zum Licher Forstamt macht der Limes seit dem Pohlheimer Römerturm wieder einen Richtungswechsel gen Südost und läuft stellenweise weitab des Weges durch eine undurchdringliche Schonung (hoffentlich schont das den Limes an seiner Erosion).

An einer leichten Anhöhe kreuzt der Weg den Limes und er ist auf seinem Kamm wieder begehbar. Der Limesgraben ist stellenweise ein Wassergraben. Diese Richtungskorrekturen dezenter Art kommen noch einige, so dass man vermuten muss, zu Römerzeiten seien Naturgewalten wie z.B. Sumpf, Morast, usw. von den Bauherren zu akzeptieren gewesen und man hat drumherum-limitiert.

Kurz vor Erreichen eines Fischweihers "Peterseen" des Wölfersheimer Angelvereins an der vielbefahren Bundestraße B488 weicht der mit LIMES-Wanderzeichen Römerturm markierte Wanderwaldweg erheblich vom Limeswall ab, der plötzlich kurz vor einer Weihnachtsbaumschonung und Birkenhain im Nichts endet. Vermutlich war auch zu Römerzeiten hier kein Wall wegen Sumpf und Morast, denn welch ein vernünftiger Mensch versuchte früher durchs Moor zu gehen?

Jenseits der B488 in Richtung Kloster Arnsburg verläuft nicht nur ein Limeswall sondern etliche Wälle und Gräben, so dass man annehmen kann, hier sollte etwas besonders gut gesichert werden. Aus der Literatur ist bekannt, dass hier ein ähnlich großes Truppenlager wie in Butzbach war. Diese Limesanlage schmiegt sich in seinem weiteren Verlauf auf halber Höhe an einen Steilhang, während der LIMES-Wanderzeichen-markierte Limes-Wanderweg herunter und weiter nahe dem Fluss Wetter bis (¿) zum Kloster (?) verläuft. Der Hanglimesgraben endet abruppt an der Klostermauer.

Gemäß Kartenmarterial sollen auf der anderen Seite der Wetter ebenfalls römische Grenzanlagen wie Römerturm usw. gewesen sein. Möglicherweise konnte der Fluss Wetter, nachdem die Wetterau ihren Namen erhalten hat, oberhalb von Kloster Arnsburg in einer Furt durchquert werden. Leider hatte ich keine Lust mehr, diese Exkursion mit einer gründlicheren Vorortstudie auszudehnen, denn ich musste ja wieder zum Auto zurück.

Erstaunt fand ich am straßenseitigen Eingang zu Kloster Arnsburg wieder einen Hinweis auf das Projekt "Deutscher Limes-Radweg". Wenn man schon als Fußgänger sich stellenweise durchs Dickicht schlagen muss, um ihn zu erkennen, dann gibt es für Radfahrer doch die Alternative, sich auf den Heimtrainer zu setzen und meine Limes-Weblogbeiträge beim Kalorienabstrampeln zu lesen. (Bilder und Verlinkungen später!) (dp)
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