DrPagel-FavIcon « »

Verfasst am 11.04.2006 23:20:54 Uhr
Wo ist der Römische Limes zwischen Pohlheim-Steinberg und Lich-Kloster Arnsburg?

Der Wetterbericht versprach heute nochmals trockenes, sonniges Wanderwetter. Es war nicht so kalt wie gestern, aber immer noch sehr windig. So parkte ich in der Nähe des rekonstruierten Römerturmes von Pohlheim-Steinberg und machte dort noch einige Aufnahmen mit meiner neuen Fuji-Digicam E500.

Anschließend führte die Wanderung entlang des Limesgrabens mit dornigem Heckengestrüpp bergab zur Landesstrasse L3132 Steinberg-Grüningen, darüber hinweg in die Straße "Limeshof" am gleichnamigen Bauernhof vorbei, wo ich vergeblich Überbleibsel eines steinernen Kleinkastells "Hainhaus" zu finden hoffte. Leider soll das Areal fast komplett vom Landwirtschaftlichen Betrieb überbaut worden sein: Ich hielt mich an die VHC Wandermarkierung "Römerturm" = "schwarzer Wachturm auf weißem Feld" LIMES-Wanderzeichen, welche auch an Hochspannungsmasten der Deutschen Bahn-Fernleitung angebracht waren. Es war für mich neu, dass die Bahn ihr eigenes Netz durch die Republik gespannt hat. Ob der Limes einst an diesem etwas erdig-wiesigen Weg entlang der Masten lief, da habe ich meine Zweifel. Bei dem Anblick einer grasbewachsenen Doppelwelle am nördlichen Rand der Wasserscheide Lahn-Wetter bei Grüningen kam mir der Gedanke: "dort könnte der Limes einst gelaufen sein". Nun setzte ich den spärlich ausgeschilderten Weg immer nach dem Motto: "kommt kein Hinweis, dann immer geradeaus!" fort bis zu einer Waldesrand-Kleinsiedlung (Förster?) mit wenigen Häusern.

Hinter dem rechten Haus überquerte ich eine rechts aus Grüningen kommende geteerte Straße für Anlieger. Durch kniehohes Gestrüpp stieß ich auf einen kaum als Waldweg zu erkennenden Pfad in einem hellen Buchenwald. Das Schild "Privatweg" war wohl nicht gedacht, Limeswanderer abzuschrecken, denn dieser Pohlheimer Traumwald ist wohl ein Reiterparadies. Schön, dass nun die Limes-DoppelWälle wieder in "voller Pracht" zu erkennen waren. Diesen folgend kommt man vorbei an einer Tannenschonung, einem einzigen Hinweisschild "schwarzer Turm auf weißem Grund" LIMES-Wanderzeichen (also war ich richtig) und einem wohl vom Sturm herabgefallen Hochsitz. Aus seinen WanderTräumen erwacht man durch Lärm vom Verkehr der Autobahn Frankfurt-Kassel-Hannover und bei Autobahn-km 433 ist das Ende der Limeswanderung an einem Schutzzaun erreicht. Man hat von erhöhter Stelle nach links einen Blick auf die Autobahn-Parkplätze "Limes-West" und "Limes-Ost", von wo aber scheinbar kein Durchgang zum Weltkulturerbe besteht. Ob dort Schautafeln für die Weiterbildung der Fernfahrer stehen, weiß ich zur Zeit nicht.

Man kann die eingzäunte Böschung nach rechts zu einem Land-&Forstwirtschaftweg mit Autobahn-Passage heruntergehen und hätte jenseitig der Autobahn die Limessuchwanderung fortsetzen können. Wegen der fortgeschrittenen Zeit und dem notwendigen Rückweg entschloss ich mich, diesen Wirtschaftsweg wieder in Richtung Grüningen zurück hochzugehen und stieß erstaunlicherweise ebenfalls auf die Wandermarkierungen "schwarzer Turm auf weißem Grund" LIMES-Wanderzeichen an Bäumen, so dass ein ungeübter Wanderer annehmen muss, entlang dieses Forstweges sei einst der römische Limes langgelaufen. Dieser Forstweg endet an einer zur Zeit offenen Schranke am weiter oben beschriebenen geteerten Weg von der Waldsiedlung nach Grüningen. Diesem geteerten Weg folgte ich nun bis Grüningen. Dann ging's nach rechts zur Landesstrasse L3132, darüber hinweg einen Feldweg zur Grüninger Warte hoch und zurück zum bekannten Römerturm.

Resümée: Wenn hinter der Autobahn in Richtung Lich keine Schautafeln mehr kommen, waren diejenigen auf dem Obersteinberg die einzigsten zwischen Butzbach und Arnsburg. (Nachträglich am 3.2.2007: weitere Schautafeln gibt es bei Muschenheim)

Die Fuji"E500" ist für Texttafeln und Landkarten ein echter Genuss gegenüber der Mustek-DV4000 oder meiner früheren Jenoptik-Digicam. Mit ihr kann man mit der höchsten Auflösung 4.1MegaPixel die Tafel als Ganzes fotografieren und dennoch alles gut lesen. Und endlich erkennt man bei Tageslicht auch im selbstgewählten Sicherheitsabstand äsende Rehe als solche auf dem Foto. Dem Reinhard sei Dank für seine weise Idee! (Fortsetzung nach Kloster Arnsburg nur bei gutem Wetter) (dp)

archiviert(tbid659.119): (dp) 07.04.2009 (+0,1h (+flagcounter +home.icon +w3c_LiCh)),02.8.2010(+0,03h(-validome.org+w3c_HTMLch))
Haftungsausschluss
free counters
© drpagel.de Alle Rechte vorbehalten.