Verfasst am 08.04.2006 23:19:03 Uhr Deutscher Limes-Radweg Heute bei herrlichem Frühsommerwetter von ca. 11°C wollte ich einen weiteren Teil des Limes erwandern. Bei dem Pohlheim-Holzheimer Kleinkastell und dem Pohlheim-Steinberger Römerturm hatte ich einen Hinweis auf den Deutschen Limes-Radweg gesehen und so dachte ich mir, wäre eine Distanz von Butzbach nach Pohlheim von ca.10km auch leichter per Fahrrad als zu Fuß zu bewältigen. Zwecks Wegeserkundung parkte ich in der Nähe vom Holzheimer Kleinkastell (Zufahrt über die K162). Die Wanderung (der Grenzgang) entlang des Dts.Limes-Radweges begann bei LimesSchautafel "WP46" (Wachtposten). Der Waldweg verwandelte sich zunächst in nordöstliche Richtung bergaufführend allmählich in eine Pferdegalopp-Piste, die wohl für Mountainbike noch geeignet ist, die einen Normaltourenradfahrer aber wohl zum Absteigen und schieben nötigt. Sehr lobenswert laden zum Geschichts- und Technikstudium weitere Schautafeln entlag des Weges ein, die von der Stadt Pohlheim initiiert worden sind. Für mich neu waren die Tafeln an "WP47" und "WP48" (Karte, Pos.B). Da mir seit meiner Rundwanderung zur Grüninger Warte (Bericht am 03.04.2006) der weitere Wegesverlauf nicht mehr fremd war, machte ich kehrt und wollte mal eruieren, wie es denn den Limes entlang in Richtung Butzbach ausschaut. Dazu querte ich die Landesstraße Langgöns-Holzheim L3133 in Höhe der Einmündung der Kreisstraße K162 (Karte,Pos.A). Lobenswert fand ich als Schutz des Jungwildes bzw. der Autofahrer vor diesem unerfahrenen Jungwild die Installation eines Wildzaunes um den Märchenwald der Langgönser Haidewichtel (Haide hier tatsächlich mit "ai" geschrieben) und den Zutritt über eine Pforte. Etwas enttäuscht war ich, dass die Waldarbeiter nicht mit meinem plötzlichen Kurzbesuch gerechnet hatten und jenseits des Zaunes der "Deutsche Limes-Radweg" auf einer Länge von einigen ...zig-Metern einer tiefdurchfurchten Morastpiste glich, wo man als Fußgänger schon seine Mühe hatte. Vielleicht würden sich hier Wildscheine wohlfühlen? Der Radfahrer-Slogan müsste lauten: "wer seinen Esel liebt, der trägt ihn lieber". Anschließend wurde der Weg besser, es ging bergauf und wieder bergab zur Autobahn "Sauerlandlinie" A45 (Karte,Pos.C), darüber hinweg bis zu einer Waldlichtung (Karte,Pos.L) mit Ausblick in die Butzbacher Ausläufer der Wetterau bei Butzbach-ST Kirchgöns (Wetteraukreis (FB). Dann wurde wegen der fortgeschrittenen Zeit um 20.23Uhr wieder kehrtgemacht. Die A45 erreichte ich wieder nach 7min. Nun ging es im nordikwalking-Tempo 8min allmählich bergan und im Dauerlauftempo erreichte ich in weiteren 5min das Wildgatter an der K162-Einmündung. Geschätzte Wanderlänge: ca. 5km. Resumée: An dieser Stelle würde ich die Bezeichnung "Deutscher Limes-Radweg" nur als Planungsziel verstehen wollen. Es hat doch nicht jeder ein morasttaugliches Mountain-Bike? Mein Freund Reinhard wäre gerne mitgejoggt, aber es hat gereicht, dass sich einer die Schuhe voll Lehm schöpfen ging. Ich werde wohl den Weg nicht so bald mit dem Fahrrad bereisen. (dp) Nachtrag am 09.04.2006 um 22.20Uhr: Der Täter kommt an den Tatort zurück Also gestern ohne Fotoapparat und heute am Sonntag nochmals schönes Wanderwetter von ca. 11°C: Die Eindrücke mussten dokumentiert werden. In der mit meiner neuen Fuji-E500-Digicam aufgenommenen Übersichtskarte habe ich die längs des Limes sichtbaren Waldflächen grün schraffiert und zur Orientierung die Grüninger Warte (X), das Kleinkastell Holzheimer Unterwald (O), die Ortsteile Linden-Neuhof und Butzbach-Kirchgöns gelb eingeschrieben. Mein heutiger Wanderweg ist rot eingezeichnet. Ich besuchte nicht nur die gleichen Positionen wie am Vortag mit der Digicam, sondern schweifte links und rechts vom Wege ab, unterhielt mich mit Leuten und schaffte tatsächlich den Weg entlang des Limes vom WP48 (Karte,Pos.B) bis zum Bahnkilometer 147 (Karte,Pos.F) der Bahnstrecke Gießen-Butzbach bei Kirchgöns. Hier endet der "Deutsche" Limes- Im Gegensatz zur Brücke über die Autobahn 2km vor dem Gambacher Kreuz kann man die Bahnstrecke nicht entlang des Limes in Richtung Butzbach überqueren, sondern muss entlang der Bahntrasse in Richtung des Butzbacher Stadtteiles Kirchgöns und dort über eine Brücke (Karte,Pos.G) wandern. Von dieser Brücke als auch etwas erhöht in den Kirchgönser Straßen (Karte,Pos.H-J) "Gambacher Straße", "Limesstraße", "Weingartenstraße" und dann auf diesem Bergrücken in Richtung Limes zurückgehend kann man die Hochhäuser von Butzbach zum Greifen nahe sehen. Da mich niemand abzuholen in der Lage war, musste ich den gleichen Weg wieder zurückgehen (geschätzte Wanderlänge: ca. 8km). Sonst hätte ich den Weg bis Butzbach auch noch fertig zu wandern versucht. Mein ErkundungsWeg von Pos.D nach Pos.E ist für Radfahrer absolut ungeeignet, da sogar die Wanderer offiziell um eine Aufforstung (Karte) Pos.D,K,E herumgeleitet werden. Entweder die Radfahrer fahren über die Pos.K, J, I, H, G oder aber über die Pos.K, E, H, G in Richtung Butzbach oder kommen den umgekehrten Weg aus Richtung Butzbach. Ob ein behelmter Radfahrer meinen Bericht von gestern testen wollte? Er stand ziemlich lange bedächtig am Eingang des Märchenwaldes der Haidewichtel, überlegte und schob dann doch seinen Drahtesel weiter in der Hoffnung auf Wegesbesserung. Eine geschichtsneugierige Reiterin "Limesfee" eines lieben jungen Schimmels hatte sich wegen des erwarteten Gesehenwerdens nicht nur in schwarzes Leder gekleidet, sondern trug auch die Haare so schwarz, dass man meinte, sie sei direkt aus der Kohlegrube gekommen. Als ich näher kam, verließ sie gerade das Kleinkastell-Areal und meinte fast entschuldigend: "der Limeswall würde ja nun schon 2000 Jahre da stehen", und dachte wohl weiter: "...dem würde so eine Pferdebesuch auch nichts anhaben". Eventuell wegen bevorstehendem Turnierreiten hat sie dem Schimmel die Angst vor einem Wall nehmen wollen und ihn an das natürliche Vorhandensein des Limeswalles gewöhnen wollen. Ein Jogger kam mir noch hechelnd entgegen und jenseits der Autobahn waren es noch zwei Radfahrer. Die schwarze Haidefee wurde von mir nochmals beobachtet, als ich schon jenseits der Autobahnbrücke in Richtung Kirchgöns wanderte. Auf der dem Limeswald vorgelagerten Wiese (Pos.E bis F) bei Kirchgöns waren in den Abendstunden wieder zwei Rudel Rehe am Äsen aber bei meiner neuen Fujifilm-E500-Digicam war der Akku leer. (Falls fertig, werde ich ein neues Album installieren; wann?) (dp) archiviert (tbid655.118): (dp) 11.04.2009 (+0,15h (+flagcounter +home.icon +w3c_LiCh +4navi)),02.8.2010(+0,03h(-validome.org+w3c_HTMLch)) | ||||||