Verfasst am 03.04.2006 21:28:35 Uhr Expedition an die Grenze des Imperium Romanum (Unesco Weltkulturerbe) Heute war herrliches Wanderwetter. Ich ließ meinen PC mal links liegen und fuhr mit meinem 4rädrigen Mülleimer nach Linden-ST Leihgestern. Dort nahm ich mir ein Stück Pekan-Nuss-Schokolade und einen Apfel in die Hand, gab mir einen Ruck und wanderte in ca. 40min. zunächst in südliche Richtung nach Linden-Siedlung Neuhof, wo 11 Stück Rehwild auf einem Acker nahe der Landstraße nach Langgöns friedlich bei Nordwind und Sonnensschein ästen. Weiter ging es über die Siedlung Berghof und von dort entlang endloser Ackerflächen auf asphaltierten Landwirtschafts- und Radwegen bis zur Grüninger Warte. Die Grüninger Warte wurde 1713 als Windmühle nach holländischem Vorbild zum Mehlmalen erbaut und genutzt, ist aber seit 1794 eine Ruine. Sie markierte eine Aussengrenze der Grafschaft Solms-Braunfels. Von diesem Turm hatte man eine herrliche Fernsicht nach Münzenberg (Wetterauer Tintenfass) im Süden, zum Feldberg im Taunus (inexist.Link Lit.1» im April2009 ersetzt durch Lit.2») mit seinen drei Türmen im Südwesten, zum Stoppelberg (meinem 401m hohen Hausberg) und der Hessenklinik in Wetzlar im Westen, zum 493m hohen Dünsberg im Nordwesten und Schiffenberg (281m üNN; entspricht Wartberg-Höhe) bei Gießen im Norden und nach Lich im Nordosten und zum Taufstein (773m üNN) / Hoherodskopf (764m üNN) mit Fernsehturm und Schotten im Osten. Von diesem unter Denkmalschutz stehenden Aussichtsturm der Stadt Pohlheim ging es zu Fuß weiter über den 281m hohen Wartberg zum Limes, dem Unesco-Weltkulturerbe, den ich vorher nichtsahnend schon an anderer Stelle (Acker) überquert hatte. Dort haben für die allgemeine Geschichtsbildung Veranwortliche mindestens zwei Schautafeln aufgestellt, die den Limesverlauf (Übersicht vom Rhein zum Main, im Detail) und seine Wachtürme in drei Sprachen (deutsch, englisch, französisch) erklären. Der Name der durch die Gebietsreform neugegründeten Stadt Pohlheim basiert auf der althochdeutschen Bezeichnung für Pfahl der römischen Limes-Pfahlgräben und daher ziert auch konsequenterweise einer dieser Limestürme ihr Stadtwappen. Bei meiner nächsten Wanderung werde ich diese Tafeln mal abfotografieren. Vom Limesturm 49 geht der Limes fast 10.5km schnurgeradeaus bis nach Butzbach, also würde Leihgestern noch jenseits des Imperium Romanum im freien Germanien, Grüningen jedoch in der römischen Provinz Obergermanien liegen. Nach weiteren 40min Fußmarsch entlang des Gutshofes Obersteinberg (zu Pohlheim gehörend) war ich wieder an meinem PKW in Linden/Hessen und fuhr mich bei meinem Freund Reinhard aufwärmen. Resumée: dies ist ein bei schönem Wetter sehr empfehlenswerter, geschätzt ca. 7 bis 9km langer Rundwanderweg:
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