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Verfasst am 20.03.2006 18:34:32 Uhr
Acrylamid Entstehung, Vorkommen und Signalwerte
Fortsetzung zum Beitrag vom 18.3.2006

Acrylamid


• Es kann sich Acrylamid bilden, falls in einem Lebensmittel (z.B.: Mittagessen) gleichzeitig Asparagin und reduzierende Zucker (Fruchtzucker, Traubenzucker) vorliegen (Wikipedia) und über 120°C erhitzt wird (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit). Bedeutsam dabei ist, dass Asparagin in Leguminosen-Keimlingen (Hülsenfrüchte), Kartoffel, Spargel und Getreide vorkommt. Die essentielle (lebensnotwendige) Asparaginsäure kann aus Asparagin durch Hydrolyse (Wasserentzug) gebildet werden. Unter welchen Bedingungen kann der Prozess umgekehrt verlaufen? Hirschhornsalz anstelle von Backpulver begünstigt in Backwaren die Acrylamidentstehung. Warum?

Weil man in der Nahrungsmittelherstellung sowohl von den natürlichen jahreszeitlich schwankenden Gehalten der Inhaltsstoffe abhängt, doktert man zur Zeit im "Try and Error"-Verfahren an Konzepten zur Minimierung der Acrylamidgehalte herum. Es lassen sich aber schon klare Schwerpunkte feststellen, die aber wegen der Minimierungsversuche keine endgültigen Werte sind. Dazu hat man sich ein Maß namens Signalwert ausgedacht. Werden aus Stichprobenmessungen im Laufe der Jahre geringere Gehalte an Acrylamid festgestellt, wird der Signalwert nach unten neu festgesetzt, damit die Substanzen nicht aus der Beobachtungsliste verschwinden. Der Signalwert gibt das einst technisch Mögliche wieder.

Zur Zeit gilt (der Maximal-Signalwert 1000 bedeutet, die Beobachtungswerte können höher liegen):
SignalwertBeobachtungswerte-Tendenzfeine Backwaren aus Mürbeteig
1000 µg/kg gleichbl. Löslicher Kaffe
1000 µg/kg gleichbl. KaffeeErsatz
1000 µg/kg steigend Kartoffelchips
1000 µg/kg steigend Kartoffelpulver
1000 µg/kg steigend Lebkuchen und Lebkuchen-haltige Gebäcke
590 µg/kg fallend Knäckebrot
560 µg/kg steigend Spekulatius
545 µg/kg fallend Diabetikerdauerbackwaren
530 µg/kg fallend Pommes frites
370 µg/kg steigend Kaffee geröstet
300 µg/kg fallend feine Backwaren aus Mürbeteig
245 µg/kg fallend Zwieback und Kekse für Säuglinge,Kleinkinder
180 µg/kg fallend Frühstückscerealien (Müsli, Cornflakes usw.)

(dp)
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