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Verfasst am 09.10.2005 23:07:31 Uhr
Farbbildbearbeitung & Grauwertkorrektur & Hochton & Mittelton & Tiefton

Vorausgesetzt wird beim benutzten True-Color-Screen / "Farbe treu-wiedergebenden Bildschirm", dass er bereits farbjustiert ist.

Verwendete Bildbearbeitungsprogramme sind Aldus Photostyler 2.0 Spec.Edit., xnview for windows v1.74de und Adobe Photoshop 6.0.

Es fiel mir auf, dass die weinrote Farbe des im gestrigen Weblog-Beitrag abgebildeten T-Shirt-Ausschnittes des Glagolytischen Alphabetes ziemlich originalgetreu wiedergegeben wird. Nun hat mich mit diesem T-Shirt mein Kollege Reinhard fotografiert und ich bin enttäuscht, weil das DV4000-Foto ein ganz anderes Rot zeigt (mitten im Bild 0). Das Rot sieht zwar schön aus, ist aber nicht die Originalfarbe. Auch verschlechtert die automatische Farbtonkorrektur das GesamtBild ins Gräsliche (rechts im Bild 0).
[mein glagolytischen T-Shirt: links der HP-Scan, mitten das Foto, rechts die Farbton-Autokorrektur, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 0 (links: Scan (hp3570c), mitte: Foto (mustek-DV4000), rechts: automat.Farbtonkorrektur (Photostyler2.0s))

Wäre das Foto gleich nach der Aufnahme stimmig, so bräuchte man ein Bildbearbeitungsprogramm nicht. Da man aber bei den Einfachst-Digitalkammeras auf die Bildgestaltung fast keinen Einfluss nehmen kann, muss man automatische Korrekturen der Kamera wieder rückgängig machen (können).

Als erstes werde ich mir das Grauwerthistogramm im Photostyler anschauen. Dieser Menüpunkt lässt sich dort über die Tastenkombination <Strg>4 (oder <CTRL>4 ) oder über folgende Menüpunkte aufrufen: "Bild / Feinabstimmung / Graukorrektur..." .

Dazu nehmen wir den T-Shirt-Ausschnitt vom gestrigen Weblogbeitrag (Bild 1), dann von der weinroten Hintergrundfarbe (Bild 2 & Bild 11) und dann vom creme-weißen Schriftzug (Bild 3).
[Photostyler-Grauhistogramm zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 1
[Photostyler-Grauhistogramm zum weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 2
[Photostyler-Grauhistogramm zur cremeweißen Schriftfarbe zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 3

Nun schneiden wir uns aus dem Grauwerthistogramm im Bild 2 die Hochlichtverteilung aus, indem wir den rechten HistogrammRegler ins Minimum zwischen beiden Verteilungen stellen und abspeichern (Bild 4). Darauf wird nur noch eine Verteilung im Grauwert-Korrekturmodus von Photostyler dargestellt (Bild 5).
[1.korr.Photostyler-Grauhistogramm zum weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 4
[1.korr.Photostyler-Grauhistogramm zum weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 5

Jetzt schneiden wir uns aus dem Grauwerthistogramm im Bild 2 die Tieflichtverteilung aus, indem wir den linken HistogrammRegler ins gleiche Minimum zwischen beiden Verteilungen stellen (der obige linke Hochlicht-Minimalwert (hier 95) entspricht nun dem linken Tieflicht-Maximalwert (hier 95)) und abspeichern (Bild 6). Anschließend wird noch eine Verteilung im Grauwert-Korrekturmodus von Photostyler dargestellt (Bild 7).
[2.korr.Photostyler-Grauhistogramm zum weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 6
[2.korr.Photostyler-Grauhistogramm zum weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 7

Hieraus haben wir gelernt, wie sich der weinrote Hintergrund im Wesentlichen aus zwei Verteilungen zusammensetzt.

Schauen wir uns jetzt die in Grauwert-Bilder umgewandelten RGB-Farbbilder an: mitteltonweinrot (Bild2) nach grau (Bild 8), hochtonweinrot (Bild 5) nach grau (Bild 9) und tieftonweinrot (Bild 7) nach grau (Bild 10):
[Grauwert zum mittelton-weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 8 (Vergrößerung, Anleitung)
[Grauwert zum hochton-weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 9
[Grauwert zum tiefton-weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 10

Jetzt sehe ich endlich mal den Zusammenhang zwischen Farb- und Grauwertbild, da das Aldus-Programmheft wohl aus Kostengründen im Schwarz-Grau-Weiß-Druck gehalten ist!

Nach diesem Exkurs würde ich als Laie
  • den Farbton von Bild 2 oder Bild 8 als mittleren Farbton,
  • den Hochton in Bild 5 oder Bild 9 als hellen Farbton oder Aufhellung des mittleren Farbtons und
  • den Tiefton in Bild 7 oder Bild 10 als dunklen Farbton oder Abdunklung des mittleren Farbtons
bezeichnen wollen. Photostyler jedoch verwendet den Begriff Helligkeit in einem etwas anderen Zusammenhang, wie der nächste Beitrag zeigen wird.
[Hintergrundvorlage (im Original als Tiff) zum mittelton-weinroten Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar][Hintergrundvorlage (im Original als Tiff) zum mittelton-grauwertigen Hintergrund zu HUM_glagolyticAlphabet.jpg, (c)2005 Dr.D.Pagel, Wetzlar]
Bild 11, Bild 12

Doch davor wird noch die Auskunft von XnView eingeholt. Es berichtet, 12584 verschiedene Farben in dem als Grundlage für Bild 2 , Bild 4, Bild 6 und Bild 8 dienenden Bildausschnitt Bild 11 gefunden zu haben. Das heisst, eine Auswertung bei 12584 verschiedenfarbigen Farbpixel von insgesamt 135 mal 102 = 13770 Pixel wäre eine reine Sisyphusarbeit. Die Umwandlung in eine Grauwertbild reduziert die Anzahl möglicher Farben bereits auf 92 (Bild 8 und Bild 12) und ist besser zur Analyse von Hand geeignet.

Anleitung zur Vergrößerung zu Bild 8:

Nachdem mit Hilfe des Hexdezimalmodus von XnView ersichtlich war, wo sich die Grauwertedaten in der Datei befinden, wurde das 8bit-Grauwerte-Tiff-Bild mit edit.com im Binärmodus geöffnet und bis auf die ersten 13770 Binär-Grauwerte wurden alle übrigen Daten manuell gelöscht. Mit einem leicht zu entwickelnden Programm unter Turbopascal7.0 wurden der ASCII-Dezimalcode dieser Binärgrauwerte ins Textformat umgewandelt und als *.TXT-Datei abgespeichert, dann mit Hilfe von Wordpad auf einem Windows98-PC geöffnet und als *.DOC-Datei abgespeichert; jetzt endlich konnten die Grauwerte-Zahlen in das Tabellendokument von Staroffice übernommen, zunächst nach der Größe sortiert und dann nach der Häufigkeit ausgezählt und als Balkendiagramm-Grafik aufbereitet werden. Für die x-Achsenbeschriftung wurde der Zahlenumbruch gewählt, damit die Balken besser der Beschriftung zugeordnet werden können. Als niedrigster Grauwert wurde 32 und als höchster 134 übernommen (linkseitige und rechtsseitige Grenze). Die höhere Auflösung zeigt: die Einhüllende der Verteilung ähnelt einer Gauss-Glockenkurve. Uffff!

(siehe auch Beitrag v.10.10.2005)
Fortsetzung folgt
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