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Verfasst am 19.06.2005 21:53:15 Uhr
Der lange Schatten des Herrn Cules

[Langer_Schatten_von_HerCules-Foto, 13.6.2005by Dr.Detlef Pagel,Wetzlar]Es war einmal ein Herr namens Cules. Alle nannten ihn Hercules, weil es bequemer war. Er war so groß und passte in kein normales Haus, da beschloss man, einen leerstehenden Hügel für ihn frei zu machen, damit er sich wenigstens setzen kann, wenn ihm vom Langen-schatten-werfen müde war. Oft gelang ihm auch nur, einen Schatten bei schönem Sonnenschein in die Gegend zu projezieren. Dabei hatte er noch nicht einmal eine Schule besucht, kein Abitur, kein Studium abgeschlossen, keine Doktor-Arbeit angefertigt. Er war ein echtes Naturtalent, aber eben sehr groß. Und wie bei vielen vergleichbaren Größen, hatte er trotzdem ein relativ kleines (Spatzen-)Hirn, wo man infolge seiner Größe doch mehr erwartet hatte, weswegen er oft von den kleinen Menschen mit Ihren (Wasser- oder Stroh-)Schwellköpfen gehänselt wurde. Als er irgendwann das zeitliche segnete, kamen die kleinen Menschen und wußten ihn wegen der Größe nicht unter die Erde zu schaffen. Da bauten sie um seinen toten Laib ein riesiges Mausoleum auf dem großen Hügel über der Stadt und ließen an der Stelle seines langen Bartes das Wasser über Kaskaden hinabstürzen. Noch heute ist es ein beliebtes Ausflugsziel von nach Größe und Erhabenheit strebenden Menschen, welche das HerCules-Denkmal des Herrn Cules von Cassel bei Bad Wilhelmshöhe gerne erwandern.
(siehe meine Kassel-Erlebnisse)

Und wem jetzt noch nicht von dieser Geschichte müde geworden ist, kann sich mit einem schönen Wiegenlied in die Geisterstunde wegbeamen.
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