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Verfasst am 12.03.2005 07:14:53 Uhr
One-Stop-Shop oder so ähnlich

Danach muss ich mal im Internet suchen. Wozu? Na, in der Nacht vom 11. auf 12.März 2005 kam es über's Radio (wieder von MDR-Info, die wissen gut bescheid!), dass man als Existenzgründer im Raum Trier von zuhause aus über's Internet innerhalb einer Zeitspanne von 30min die obligatorische Meldung bei allen Behörden und Institutionen mit einem Meta-Formular posten kann. Dort muss man nur einmal seinen Leidensweg (sprich: Karriere-Laufbahn), seine Ziele (ob man handwerkeln oder handeln möchte) und seine Adresse und Geburtsdaten angeben und kann dann recht bald mit seinen unternehmerischen Ideen loslegen. Bisher war es eher so, dass im Falle einer Insolvenz oder eines Konkurses die Abmeldung schneller ging als die Anmeldung, die oft bis zu sieben Wochen dauern konnte. Da das Jahr rund 52 Wochen hat, waren so statistisch bei einem Anmeldevorgang pro sieben Wochen nur 7,5 Existenzgründungen pro Jahr möglich. Da das Internet aber seine Dienste 24Stunden rund um die Uhr anbietet, können so theoretisch 17520 Anmeldungen im Jahr vorgenommen werden. Das wäre eine Anmelde-Produktivitäts-Steigerung von 1 auf das 2352-fache. Und das nur im Raum Trier. Da ich noch keine Existenz gegründet habe, kenne ich mich nicht aus, wie das mit der Bezirkszugehörigkeit ist. Könnten sich nicht alle gesamtdeutschen Existenzgründungswilligen jetzt im Bezirk Trier anmelden? Und wenn man argumentiert, sie würden dort aber nicht den Unternehmenssitz haben, könnten diese Willigen doch gegenargumentieren, während der Anmeldung hätten sie Ihren Dienstsitz dort gehabt: vielleicht fahren sie mal zum Tagesausflug nach Trier (soll auch ganz reizvoll sein) und nutzen dort die Möglichkeiten, sich mit Hilfe des Laptops über Mobilfunk oder im dortigen Internet-Shop einzuwählen. Hinterher können sie ja den Dienstsitz wieder in Ihren Heimat- oder Wunschort verlegen. Bei 17520 Anmeldungen pro online-PC-Platz im Jahr brauchen wir nur 320 solcher online-PC-Plätze in Deutschland und innerhalb eines Jahres würde jeder der zur Zeit 5.6 Mio. Arbeitslosen sich als Existenzgründer angemeldet haben. Dieses würde einem Tsunami in den Unternehmensplanspielen etablierter Firmen entsprechen. Die Firmen hätten auf einen Schlag den Überblick über das konkurrierende Gewerbe verloren. Also, nix wie ran an den 1€-job-stop (€ = Euro).
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