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Verfasst am 14.01.2005 00:52:49 Uhr

Frankreich und seine Familien-Namen, TEIL8

Fortsetzung v. 13.1.2005

Anmerkung zur Verlinkung auf Anker

2.c.4: Die anderen Namensarten:


Nach den zwei großen Gruppen der Namen, die (zum einen) auf Vornamen zurückzuführen sind, und jenen, die aus Beinamen entstammen, bleibt es (übrig), andere im beschränkteren Maße quantitativ zu untersuchen: die Namen, welche eine Verwandtschaft ausdrücken, die Namen, die eine unsichere Bedeutung haben und verschiedene andere Ursprünge (Namen von Pflanzen, von Werkzeugen, unterschiedlicher Gegenstände, antiker Gottheiten und mythologischer Persönlichkeiten).

2.c.4.1: Namen, die eine Verwandschaft ausdrücken:


Die sogenannten Verwandschaftsnamen sind im allgemeinen bei allen Völkern sehr gängig (üblich), wie immer auch ihre Ursprünge sind. [emoticon]
Diese Namen haben dzu gedient, die Individuen bei der Wende des 5.Jahrhunderts (mein Kommentar: von anno 499 zu 500 n.Chr. analog zur 2.Jahrtausendwende von 1999 zu 2000 n.Chr.) zu verbinden; Alter oder die Namen der Familien waren nicht erblich. Je nach Land zählte man verschiedene Verbindungsmethoden. Es war eine natürliche Machart, Familiennamen zu schaffen, die die Familien identifizierten.

Um die verschieden Formen zu begreifen, die diese Namen einnehmen konnten, hier eine nicht erschöpfende Liste der verschiedenen Formen von Verwandschaftsnamen:

  • bei den Griechen (-poulos): Xantopoulos, Rastapopoulos;
  • bei den Arabern (ben-): Ben Guigui;
  • bei den Iren (o'-): O'Neal, O'Brien;
  • bei den Schotten (mac-): Mac-Mahon, Mac-Donald, Mac-Cormick;
  • bei den Skandinaviern und den Niederländern ( -sen, -sens, -soone, -son): Leenesoone (=Sohn von Helene), Matheeusens (=Sohn von Mathias), Wilsen (Sohn von Wilhelm).
  • bei den Germanen (-sen, -son verkürzt zu -s): Robberts;
  • bei den Slawen (-vitch): Petrovitch (=Sohn von Peter)
  • bei den Polen (-ski): Poniatowski
  • bei den Rumänen (-escu): Basilescu (=Sohn von Vasilius)
  • bei den Bretonen (ab-, ap-): Abalan, Abguillerm.

All diese Ergänzungen haben dieselbe Bedeutung: "Sohn von". Sie werden zum Vornamen des Familiengründers hinzugefügt.

Im Französischen ist die Abstammung (Sohn-Bildung) in den Präpositionen a-, de- oder d' übriggeblieben: Degeorges, Dejean, Dustin, Ageorges, Alamartine, usw.

Man muss feststellen, dass die Verwandschaftsnamen in Frankreich sehr selten sind.

2.c.4.2: Die Namen mit unsicherer Wortforschung:


Die Namen unsicheren Ursprunges sind die Namen, die sich nicht eindeutig in die großen Namenkategorien, welche sich in Frankreich im Laufe der Epochen herausgebildet haben und wir oben sahen, einordnen lassen.

Diese Namen können in vier Kategorien unterteilt werden:

  1. Namen, deren Ursprung bekannt ist und deren Sinn schwierig zu interpretieren ist:
    viele Namen germanischen, gallischen, lateinischen Ursprungs gehören zu dieser Serie (Beipiel: Rocard (germanischen Ursprungs)).
  2. Namen, die den Findelkindern gegeben worden sind:
    Die Namenauswahl erfolgte gemäß verschiedener Grundbegriffe: (Heiligen-) Namenstag, an dem das Kind gefunden wurde,
    Monatsnamen, (meine ergänzende Vermutung für den deutschen Sprachbereich: Jahreszeitnamen, Wochentage) usw. ...(Beispiel: April (Sommer, Freitag)).
  3. Namen, deren Sinn von Region zu Region unterschiedlich ist:
    Zum Beispiel der Name "Varay" bezieht sich auf den Ursprung in Varay (Land Doubs). Jedoch handelt es sich in der Bordeaux-Gegend um einen
    Spindelbaum
    , nützlich, um daraus Spinnrocken (Foto "DIST" in Lit.»), ein Zubehör für die Spindel zu machen.
  4. Namen, deren Sinn sich aufgrund aufeinanderfolgender lautlicher Änderungen entwickelt hat:
    Diese Namen haben sich plötzlich so (weiter)entwickelt, dass es von nun an praktisch unmöglich ist, davon den Ursprung zu finden (Beispiel: "Vrayer" ist eine Ableitung von "vrai" (dts. "wahr") oder stellt eine Form von "brailler"(dts. "schreien") dar, wo sich in diesem letzen Fall das "v" und "b" oft abwechseln).

2.c.4.3: Unterschiedliche Ursprünge:


Man kann ebenfalls Familiennamen erwähnen, die aus Pflanzennamen (Dubois (dts. "aus dem Wald"), Castan "châtaignier" (dts. "Kastanienbaum"), Lavigne (dts. "die Weinrebe"), usw.) von Waffen, von Werkzeugen und von unterschiedlichen Gegenständen (Beaudelaires "coutelas"(dts. "Hirschfänger bzw. großes Küchenmesser"), Hachette (dts. "Handbeil bzw. Hackebeil"), Bonnet (dts. "Haube bzw. Kappe")), usw.) und schließlich von antiken Gottheiten und von mythologischen Persönlichkeiten (Apollon, Narcisse, Jason, usw.) abstammen.

Übersetzung mit Hilfe vom google-Translator und Langenscheidts Taschenwörterbuch (dp)
[emoticon]

ANMERKUNG:
Der Spindelbaum-Link auf folgende Site wurde am 07.6.2005 entfernt:
www.bildfoto-agentur.de/pflanzen/blumen/Gewoehnlicher-Spindelbaum-Samenkapseln/
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