Verfasst am 12.01.2005 00:01:56 Uhr Frankreich und seine Familien-Namen, TEIL6 Fortsetzung v. 11.1.2005 Anmerkung zur Verlinkung auf Anker 2.c.2: Die BeinamenDie Beinamen stellen die Basiskategorie der Familiennamen dar. Wenn sie (auch) leicht mit den sogenannten "physischen" oder "moralischen Beinamen" oder auch "Spitznamen" verwechselt werden können, wurden sie durch einen auffälligen Charkterzug eines Individuums, welches sich derart benannt ohne Zweideutigkeit im eingeschränkten Kreis seines Dorfes und seiner Angehörigen befand, begründet. Gibt es zum Beispiel zwei Personen, die denselben Taufnamen haben, werden sie durch die Zuteilung eines Adjektives unterschieden, so dass im Fortgang der Weiterentwicklung (daraus) ihr Familienname werden wird. Wenn zum Beispiel zwei Personen ein und desselben Dorfes den Namen "Bernard" (dts. "Bernhard") tragen, wird man einem von beiden einen Namen, der entweder auf eine von seinen eigenen Qualitäten oder seinen Wohnort verweist, zuteilen. Der so bestimmte Name wird dann "Petibernard" (dts. "Klein-bernhard") oder "Bernarmont" (dts. "Bernhard-berg") sein. Die Beinamen können einen oft gebrauchten Ausdruck bezeichnen. Somit wird sich ein Mann, der oft (den Stoßseuzfer) "durch die Gnade Gottes" wiederholt, mit "Pardieu" ("par-Dieu") bezeichnet werden. Wir werden fortfahren in der Erörterung untenstehender verschiedene Formen benutzter Beinamen um ihre Träger zu charkterisieren: die Ortsnamen, die Standesnamen, die Berufsnamen, die Spitznamen, dann die moralischen und physischen Beinamen. 2.c.2.1: Die Ortsnamen:Um im Mittelalter die (adligen und nichtadlig-kleinbürgerlichen) Personen zu unterscheiden, die nur einen Taufnamen hatten, benannte man sie oft mit Namen ihres Ursprungslandes. Zu dieser Zeit entstanden die Namen wie "Duhamel" (fzr. "le hameau", dts. "das kleine Dorf"), "Dumas" (frz. "la ferme", dts. "der Bauernhof") oder Castel (frz. "le château", dts. "das Schloss"). Momentan stellen die Ortsnamen einen großen Teil der Familiennamen dar. Sie verweisen auf zwei Arten von Orten: a) Die Besitz-Orte (??):Es sind in den Besitzungen benutzte Namen, deren Eigentum von einer Generation zu einer anderen im Rythmus des Erbes überging. Unter den Trägern dieser Namen gibt es davon viel, die die entsprechenden Domainen nicht mehr besitzen. Jedoch ist es nicht selten, einige Träger von Ortsnamen nicht weit weg von der fraglichen Stelle wieder zu finden. b) Der Herkunftsort:Diese Namen bezeichnen die am Wohnsitz eines Individuums nahen Orte (Straße, Weg, Quelle, Wasserlauf, Sumpf, Alpennomenklatur, Kloster, Kapelle, usw.) oder die Ursprungsregionen von neuen Einwohnern (kleines Dorf, Dorf, Stadt, Region, Land, usw.). Er könnte sich zum Beispiel um eine Person handeln, die in der Nähe einer Brücke lebt ("Dupont", "Dupontet", "Dupontel" usw.) oder die aus der Auvergne kommt ("Lauvergne", "Larverne", "Larvergne" usw.). Aber man ernannte ebenfalls das Individuum durch einen Begriff, der an die Eigenschaft seines Hauses erinnert: "Kergoat" (frz: "maison en bois", dts. "Haus im Wald"), Piarresteguy (baskisch; frz. "demeure de pierre", dts."wohnt beim Stein"). 2.c.2.2: Die sogannnten Standesnamen:Diese Kategorie fasst Namen zusammen, die auf Merkmale von Tätigkeiten zurückzuführen sind, die (einst) die Personen besessen haben. Sie erscheinen in Frankreich ab dem 12.Jh., einem Zeitalter, an dem das soziale Leben eine echte Stellung in Frankreich einnimmt. Es ist in der Tat die Periode, wo das kleine Bürgertum entsteht, das die Handwerker einschließt, die kleinen Kaufleute sowie alle Berufe, die auf den öffentlichen Dienst zurückzuführen sind. Die Rechtsanwälte und die Ordensgeistlichen, bis dahin im Dienst der Noblesse, beginnen, sich in diesem von der Wirtschaftsentwicklung erzeugten Bürgertum zusammenzufinden. Die Träger dieser Namen übten nicht gezwungenermaßen diesen Beruf aus ("Freiberufler"). In der Tat übermittelte der Meister, von dem sie (die Namensträger) abhingen, seinen Dienern seinen allgemeinen Namen. Die Quasi-Gesamtheit dieser Namen verrät eine Eigenschaft, die mit dem sozialen Leben zusammenhängt (z.B.: "Avoyer" (von "Avocat, dts. "Rechtsanwalt"), "Chevalier" (dts. "Ritter"), Maréchal" (dts. "Marschall"), "Prévosts" (frz. "Prevôte", dts. "Vogt, Dom-Probst"), "Clerc" (dts. "Gehilfe"), "Abbey" (dts. "Abt, Klostervorsteher"), "Évêque" (dts. "Bischof")). Es ist zu beachten, dass der Sinn dieser Namen, die sich auf der Gesamtheit des französischen Territoriums wiederfinden, (trotz) bestimmter Fälle mit orthographischen (Namens-)Änderungen wegen des Wechsels von einer Region (zur anderen), kaum geändert ist. Teil ihrer Besonderheit ist, dass diese Namen die seltensten in Frankreich sind. 2.c.2.3: Die Berufsnamen:Zwischen dem 5. und dem 10.Jh. trugen die französischen Einwohner nur die Taufnamen. Um ab dem 12.Jh. die Homonyme, die zu zahlreich geworden sind, zu unterscheiden, wurden bestimmte Berufsnamen angenommen, um die Individuen zu benennen. Später sind per Zufall bei einer Tauf-, Ehe- oder Grabhandlung (d.h. Standesakt für Taufe, Eheschließung, Beerdigung) die Berufsnamen erblich geworden, indem man sie in einen Familiennamen umgewandelt hat. Er ist festzustellen, dass diese Namen eher von einem Stadtursprung herrühen. In der Tat findet man in den Dörfern und Messeorten meistens Handwerker (-Namen) und Händler (-Namen) wieder. Hier einige Beispiele von Berufsnamen: "Couturier" (dts. "Modeschöpfer"), "Fournier" (dts. "versehen mit, Ausstatter ??"), "Lefebure" (dts. ""??), "Barbier" (frz. "Friseur", dts. "Haarschneider"), "Wagner" (=dts., "Wagenbauer", frz. "charron"), "Schumacher" ( =dts., "Schuster", frz. "cordonnier"), "Mitterand" (dts. "der Vermesser"). 2.c.2.4: Die Spitznamen:Es ist ziemlich schwierig, einen als Spitznamen klassierten Namen gut zu entdecken. Diese Namen sind in der Tat humorvolle oder phantastische Verformungen. Jedoch können sie ebenfalls eine moralische oder physische Eigenschaft ausdrücken, ohne trotzdem wie sogenannte "Namen von physischer oder moralischer Eigenheit" angesehen werden zu müssen. Sie sind nicht notgedrungen herabsetzend, aber drücken eher eine Besonderheit bei einem Individuum aus. Letzendlich einmal namentlich aufgeführt zu seiner Ebenbürtigkeit, erschuf er seine eigene Familie um diesen Namen herum ein. Diese Namen sind im Mittelalter erschienen und sind in vielen Fällen Adjektive. Zum Beispiel: "Bachelard" (dts. "junger Bräutigam"), "Gagnebin" (dts. "der Geld gewinnen kann"), "Lesot" (dts. "jener, der das Wasser zurückbrachte"), "Couard" (dts. "bezeichnet einen furchtsamen Mann"), "Romeu" (dts. "erinnert an die Wallfahrt eines Individuums nach Rom"), "Lesoldat" (dts. "Soldat"), usw. 2.c.2.5: Die moralischen Beinamen:Die sogenannten moralischen Namen sind in Frankreich in der Nähe des 12.Jh. erschienen. Sie benannten die Personen, die sich durch ihre Qualitäten oder ihre Fehler unterschieden: "Vaillant" (dts. "tapfer"), "Hardy" (dts. "beherzter Mann"), "Doucet" (dts. "netter Mann"), "Lesage" (dts. "gelehrter Mann"), Agassi (dts."jemand, der schreit oder plappert, also nichts für sich behalten kann"). Auch die Tiere dienten als Referenz, um die moralischen Beinamen zu qualifizieren: "Renard" (dts. "der listige, schlaue Fuchs"), "Chevier" (dts. "bezeichnet einen leichten, flinken Mann"), "Cocteau" (dts."Hahn, bezeichnet einen eitlen, stolzen, streitsüchtigen Mann"). 2.c.2.6: Die physischen Beinamen:Die Namen mit "physischer" Eigenschaft, sind in Frankreich wie andere Arten von Namen in der Nähe des 12.Jh. erschienen. Diese Familiennamen wurden den Personen gegeben, die eine offensichtliche physische Besonderheit vorstellten, die erlaubte, sie zu unterschieden. Diese Besonderheiten hingen sehr oft mit der Morphologie (z.B. groß, klein, dick, dünn, usw.) zusammen. Übersetzung mit Hilfe vom google-Translator und Langenscheidts Taschenwörterbuch (dp) ![]() Fortsetzung folgt ANMERKUNG: Ersetzung von BLINK-Tag durch U-Tag. (validome.org sei dank!) archiviert(tbid59.4): (dp) 19.01.2006, 17.11.2008 (+0,4h(+keywordsortierung +flagcounter +emoticon +ent-BLINK-t)), 21.11.2008 (0,03h (+home.icon)), 16.7.2010(+0,05h(-validome.org+w3c_HTMLch)) | ||