Verfasst am 11.01.2005 00:06:06 Uhr Frankreich und seine Familien-Namen, TEIL5 Fortsetzung v. 10.1.2005 Anmerkung zur Verlinkung auf Anker 2.c.1: Typologie der Familiennamen2.c.1.1: Der VornameBei der Bildung der Familiennamen zwischen dem 12. und 15.Jh. hatte man Rückgriff auf die individuellen Namen. Man findet heute unter den Familiennamen den noch bis in unsere Tage getragenen Vornamen wieder. Es leitet sich (zum Beispiel) ab: "Alexandre" vom griech. "jenes, das den Feind zurückdrängt", "Renaud" vom german. "jenem, dessen Intelligenz", "Richard" vom german. "kühner Chef", usw. Ebenso findet man andere seltene Taufnamen :"Garnier" vom german. "kriegerischer Verteidiger", "Béranger" vom german. "Lanze des bewaffneten Bären" abgeleitet. 2.c.1.2: Germanische und christliche Ursprünge der VornamenMan unterscheidet in der Tat den Vornamen germanischen Ursprungs und jenen sogenannten christlichen Ursprungs. Die germanischen Vornamen gehen auf die Invasionen zur Wende des 5.Jh. zurück: die Namen der neuen Meister aus Westeuropa kennen einen unermesslichen Erfolg. Allerdings entsteht nach und nach die Gewohnheit, einen Vornamen zu wählen, der durch die Bibel und die Hagiographischen Sammlungen etabliert ist (mein Kommetar: was ist denn das ??). Diese "christlichen" Namen sind ursprünglich hebräische, griechische und lateinische. 2.c.1.3: Aus Vornamen zusammengesetzte Namen:Eine andere Kategorie trägt die Namen zusammen aus zwei verbundenen Taufnamen oder aus einem Vornamen, der einem Spitznamen folgt. Man findet so Familiennamen wie "Jeanpierre" (dts. "Hans-Peter") oder noch "Petitjean" (dts. "Klein-Hans") wieder, den man ebenfalls als Beinamen klassifizieren kann. 2.c.1.4: Die Hypokoristischen Namen: (was ist denn das ??)Es handelt sich um Diminutive, die von den Taufnamen abgeleitet wurden. Sie sind insbesondere ab dem 13.Jh. die Hauptentstehungsfelder des Mittelalters im Bereich der individuellen Namen. Diese Periode entspricht der Verallgemeinerung des Gebrauches von Französisch in den Urkunden. Diese Diminutive haben sich (bis heute) erhalten mit Hilfe variierter Suffixe (Schluss-Silben). Das germanische Erbe läßt sich auf den Konsonanten "k", "l", "n" und "s" sowie auf "-eko", "-uko", "-kin", "-quin", "-cart", "-kel", "-esson", "-eson", "-essin" und "-enus" (alphabetisch sortiert: "-cart", "-eko", "-enus", "-eson", "-essin", "-esson", "-kel", "-kin", "-quin", "-uko") zurückführen. Andererseits werden folgende Suffixe aus dem Lateinischen "-et", "-ot", "-in", "-on" und "-ellus" (alphabetisch sortiert: "-ellus", "-et", "-in", "-on", "-ot") noch wieder gefunden in "-in", "-on", "-el" (alphabetisch sortiert: "-el", "-in", "-on"). Schließlich benutzt das alte Französisch die Abschlüsse "-ard", "-art", "-ault", "-aut" oder "-ier" um das germanische "-hard" zu ersetzen. Im Laufe der Zeit sind neue Elemente erschienen, die ausgingen von den oben aufgezählten: "-elet", "-elot", "-elin", "-elain", "-elart", "-elon", "-eron", "-ignon", "-ilot", "-illot", "-illart", "-inet", "-onet", "-sonet", "-etin", "-otel" und "-otin" (alphabetisch sortiert: "-elain", "-elart", "-elet", "-elin", "-elon", "-elot", "-eron", "-etin", "-ignon", "-illart", "-illot", "-ilot", "-inet", "-onet", "-otel", "-otin", "-sonet") oder es konnte sich ein zweites Suffix dem ersten überlagern. Die hypokoristischen weiblichen (Formen) nehmen diese Suffixe wieder auf, indem sie sie je nach Fall durch die Hizufügung eines "e" und die Verdoppelung des Endkonsonanten anpassen (z.B.: "-et" wird zu "-ette", "-ot" wird zu "-ote", usw.) oder indem sie eine spezifische Variante benutzen ("-ain", "-ée", usw.). 2.c.1.5: Die Heiligennamen:Bestimmte Vornamen beziehen ihren Ursprung direkt auf Heiligen-Namen der Kalender. Diese Praxis geht auf das 30.Konzil zur Wende des 16.Jh. zurück, als die Kirche den Getreuen empfahl, Namen, welche die Heiligen darstellen, zu übernehmen. Später haben diese Vornamen bestimmte Familiennamen geliefert, indem sie manchmal vom Wort "Saint" (lat. "sanctus", dts. "heilig") ausgegangen sind. Diese Methode hat den Vorteil, eine breite Auswahl von neuen Familiennamen zu schaffen, als es zum Beispiel dringlich war, eine große Anzahl zu kreieren: sie wurden insbesondere benutzt, um den verlassenen Kindern oder den neuen Bürgern bei der Abschaffung der Knechtschaft im Jahre 1848 einen Zivilstand zu geben. 2.c.1.6: Die (in Leserichtung) umgekehrten Vornamen:Schließlich kann es kommen, dass die Orthographie die Taufnamen umgekehrt hat, um als Familiennamen zu dienen: Lerigab (von Gab-ri-e-l), Luap (von P-a-u-l) usw. Übersetzung mit Hilfe vom google-Translator und Langenscheidts Taschenwörterbuch (dp) ![]() Fortsetzung folgt ANMERKUNG: Ersetzung von BLINK-Tag durch U-Tag. (validome.org sei dank!) archiviert(tbid56.3): (dp) 19.01.2006, 16.11.2008 (+0,5h(+keywordsortierung +flagcounter +emoticon +ent-BLINK-t)), 21.11.2008 (0,03h (+home.icon)), 20.01.2009 (+0,2h (+w3c_LiCh)), 16.7.2010(+0,05h(-validome.org+w3c_HTMLch)) | ||