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Verfasst am 09.01.2005 00:26:13 Uhr
Frankreich und seine Familien-Namen, TEIL3

Fortsetzung v. 8.1.2005

Anmerkung zur Verlinkung auf Anker

2.b.2 Die spezifischen Ursprünge in einigen Regionen:


Einige französische Regionen besitzen ihren eigenen Familiennamen. Das kommt von ihrer Geschichte: andere Bevölkerungen,
andere Sprachen oder späte Verbindungen mit Frankreich. Es ist dies der Fall beim Baskenland, bei der Bretagne,
bei französischem Flandern, bei Elsaß-Lothringen, beim Roussillon, bei Korsika und den
Regionen der occitanischen und franko-provenzalischen Sprache.

2.b.2.1: Baskischer Ursprung:

Baskisch ist eine nicht-indoeuropäische Sprache mit unbekanntem Anfang. In der Tat weiß niemand genau, von woher das baskisches Volk kommt. Diese Sprache wird im Baskenland (Departement der atlantischen Pyrenäen) gesprochen, und dort "euskera" genannt (meine Ergänzung: siehe auch Vasco, Biskaya). Ungefähr 200000 Personen praktizieren sie in Frankreich (Michel Malherbe, die Sprachen der Menschheit, Ausgabe Seghers, Paris 1983 S.212).

Die Baskischen Familiennamen sind in ihrer sehr großen Mehrheit Namen mit "Haus" als Wortstamm ("extondoa"; mein Kommetar: ist das baskisch? Kein Wörterbuch frz.-dts. kennt dieses Wort!).
Dieses (Haus) selbst wurde meistens durch die Einzelheiten des Ortes bestimmt, wo es aufgestellt wurde. In der Tat sind 90% von diesen Familiennamen Namen von Orten oder von Örtlichkeiten. So hat sich das baskische Volk unterschieden, indem es den Menschen mit seinem Haus und Grundstück bis in seinem Namen verbunden hat. Dieser Brauch ist sehr alt.

Der Familienname ist progressiv in Gebrauch seit dem Übergang vom 12. ins 13.Jh. Die Familiennamen und Namen des Hauses waren also lange Zeit untrennbar.

Eine andere Reihe von Familiennamen bezeichnen die Häuser nicht durch ihre Nomenklatur, aber durch den Namen Ihres Eigentümers,
seinen Vornamen oder noch seines Berufs: Pierrasteguy "Wohnsitz von Pierre", Paulorena "das Haus von Paul" Arosteguy "Schmiede",
Barberteguy "Haus des Friseurs".

Schließlich gibt es originale und seltenere baskische Familiennamen. Jene, die auf dem Tierreich basieren: Otchoa "Wolf", Belasta "der Sperber". Diese Namen konnten als Spitznamen wegen geistiger oder physischer Analogien zwischen dem Menschen und dem Tier gewählt werden.

Die Namen baskischen Ursprungs stellen ungefähr 1.3% der Gesamtheit der französischen Namen dar. Sie sind natürlich im Departement der atlantischen Pyrenäen zahlreicher, wo das Baskenland angesiedelt ist.

2.b.2.2: Bretonischer Ursprung:

Das Bretonische ist eine keltische Sprache des britischen Zweiges (britannisch, wallisisch, cornikisch (Ur-Sprache in Cornwall)) nahe dem Gallischen. Seine Hauptdialekte sind das Trégorrois, das Léonard, das Cornouaillais und das Vannetais. Die Bretagne (auf bretonisch "bretonnante") stellt momentan die ganze Zone dar, die sich im Westen der Linie Plouha-Corlay-Elven-Muzillac befindet: auf dem Territorium der Departements von Finistère und im Westen von jenen (Departements) von Morbihan und Côtes-d'Armor. Von den 1500000 Einwohnern der Unter-Bretagne, westlich der Linie Paimpol-Vannes sprechen in dieser Region 200000 Personen das Bretonische (Michel Malherbe, Die Sprachen der Menschheit, Ausgabe Seghers, Paris 1983, S.160).

Die bretonische Sprache ist in Frankreich im 5. und 6.Jh. erschienen. Es geschah zu der Zeit, als Wellen von Einwanderungen vom derzeitigen Großbritannien kommend die bretonische Bevölkerungen in Armorique verschoben. Die Bretonen,
ein den Galliern nahe verwandtes keltisches Volk, waren selbst von ihrer Insel von den Angeln und den Sachsen verjagt worden,
die vom Kontinent gekommen waren. Die Einwanderer gaben dann ihrem neuen Vaterland ihren Namen.

Die wirklich bretonischen Namen erschienen Ende des Mittelalters, einer Periode, in welcher die bretonische Sprache im Westen einer über Saint-Brieuc bis Saint-Nazaire und über Loudec und Ploermel verlaufenden Linie gesprochen wurde.

Jedoch ist die Grenze zwischen den bretonischen und den französischen Namen auch undeutlich, da zahlreiche Wanderungsbewegungen im Laufe der Jahrhunderte zwischen den Seiten dieser Linie stattfanden. Man kann glauben, dass die ältesten bretonischen Familiennamen auf die Wende des 11.Jh. zurückzuführen sind

Es handelt sich dort um sogenannte "feierlich-(förmlich)e (Auszeichnungs-)" Namen, d.h. sehr nahe zur Umschreibung "von Rittersleuten" wie (z.B.): Gwenole, das kommt von "gwenn" (dts. "weiß") und "uual" (dts. "tapfer");
man kann ebenfalls Catuun (dts. "Kampf-Mensch") erwähnen, geformt aus "cat" (dts. "Kampf") und "uun" (dts. "Mensch").

Hier einige Beispiel von gängigen bretonischen Namen: Legoff (dts. "Schmied"), Prigent (kommt von "pri" (dts. "schön") und von "gent" (dts. "Rasse"), usw.
Solche Vorsilben können die bretonische (Herkunft der) Namen erkennen lassen: "ab" und "ap" kommen von "mab" (siehe schottisch "mac";zu deutsch "Sohn von"), "ker" bedeutet das "Gebiet", "Dorf" oder "kleine Dorfsiedlung".

2.b.2.3: Flämischer Ursprung:

Flämisch (oder niederländisch) ist eine germanische Sprache, die in den Niederlanden, in Südafrika (Afrikaans), in Surinam, in Belgien und in der Region von Dünkirchen in Frankreich (Departement Pas-de-Calais) gesprochen wird.

Flämisch stammt von der Sprache der Saale-Franken (siehe: Brüssel (bedeutet BruchSal)) ab. Dieses germanische Volk kolonisierte den Norden des römischen Galiens im 5.Jh. unserer Zeitrechnung. Jedoch sind nur um das 12.Jh. herum die flämischen Namen progressiv benutzt worden, um Personen zu benennen.

Bis dahin hatte das Individuum nur einen Namen, der dem römischen Vornamen entsprach, und seine Blutsverwandschaft wurde durch einen Familiennamen angegeben, das heißt durch eine Bezeichnung,
die den Vornamen seines Vaters angibt.

Eine Eigenschaft der flämischen Namen ist die regelmäßige Anwesenheit von Prefixen "De" und "Van-" (dts. "von",
jedoch in der Bedeutung der Familienabstammung), aber ebenfalls von Suffixen "-en", "-els" oder "-s" (z.B.: Pieters, Willems, Merckx usw.). Man kann auch den Genitiv ausdrücken durch "-en" (z.B.: Jorgen, Jaenen, Willemen).

Momentan zählt man bzgl. der Gesamtheit der in Frankreich getragenen Namen ungefähr 2% flämische Namen zu. Sie sind im Departement "Nord-pas-de-Calais" natürlich zahlreicher.

2.b.2.4: Die Namen der Elsässer und Lothringer:


Das Elsässische ist ein im Elsass (Departement "Haut-Rhin" (dts. Ober-Rhein) und "Bas-Rhin" (dts. Unter-Rhein)) gesprochener, germanisch-alemanischer Dialekt. Obwohl es zurückgeht, wird es noch als Hauptsprache innerhalb einiger Familien benutzt.

Bestimmte lothringische Dialekte sind ebenfalls germanisch-alemanisch, dem Luxemburgischen, Saarländischen, und Elsässischen verwandt. Lokalisiert im Departement "Moselle"(dts. Mosel) sind sie nur mehr die Familiensprachen einer sehr kleinen Minderheit.

Innerhalb der Gruppe der Namen germanischen Ursprungs ist der Fall von Elsass und der Mosel gesondert. Diese Regionen unterscheiden sich in der Tat durch die Vorherrschaft der Namen an germanischer Harmonie. Ihr linguistischer Partikularismus sowie ihre Grenzlage hat dazu beigetragen, die germanische Harmonie ihrer Familiennamen zu betonen. Jedoch findet man Namen benachbarter Formen in allen anderen französischen Regionen wieder.

2.b.2.5: Katalanische Ursprünge


Das Katalanische ist eine romanische Sprache, gesprochen in Katalonien, auf den Balearen, in Andorra und in Frankreich (Departement "Pyrenées-Orientales" (dts. Ostpyrenäen)). Die Gesamtzahl der Sprecher beläuft sich auf 5 Millionen Personen, darunter 100000 in Frankreich (Lit.: Michel Malherbe, die Sprachen der Menschheit, Ausgaben Seghers, Paris, 1983, Seite 418)

2.b.2.6: Korsischer Ursprung


Korsich ist eine romanische Sprache. Seine nördlichen Formen sind nahe mit dem Toskanischen und die südlichen Formen mit den Dialekten Süditaliens (verwandt).
Das Korsiche wird von 200000 Personen gesprochen (Lit.: Michel Malherbe, die Sprachen der Menschheit, Ausgaben Seghers, Paris, 1983, Seite 418).

Man kann unter den Namen korsichen Ursprungs den starken Anteil von Namen feststellen, die mit einem "-i" (Albertini, Luciani, Mattei, usw.) enden. Dieser Abschluss ist ein Verbindungszeichen, das "Sohn von" bedeutet.

2.b.2.7: Die Länder der occitanischen Sprache:


Das Occitanische (oder "Langue-d'Oc-ische" (dts. "die occitanische Sprache")) ist eine romanische Sprache, die den Süden von Frankreich umfasst. Zuerst ziemlich vereint und Kultursprache hat sie sich im Mittelalter danach in Dialekte zerstückelt. Man unterscheidet drei große dialektische Gebiete:

  • das Nord-Occitanische (Dialekt von Limousin, auvergnischer und vivaro-alpiner Dialekt),
  • das Mittel-Occitanische, welches der mittelalterlichen Sprache (langue-d'oc-ischer und provenzalischer Dialekt) am Nächsten ist und
  • das Gasconische.


2.b.2.8: Die Länder der franko-provenzalischen Sprache:


Das Franko-provenzalische fasst die Zwischendialekte
zwischen den "o-il"-Sprachen (alten Sprachen Nordfrankreichs) und den occitanischen Sprachen zusammen. Er bedeckt die französische Schweiz, das Aosta-Tal, Savoyen, Dauphine und die Lyoner (Gegend) (Departements Doubs, Jura, Ain, Rhone, Loire, Isere, Savoien und Hoch-Savoien).

Übersetzung mit Hilfe vom google-Translator und Langenscheidts Taschenwörterbuch (dp)

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Fortsetzung folgt

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